Vor dem Bundesliga-Topspiel bei Bayer 04 Leverkusen hat sich der neue BVB-Boss Carsten Cramer zur aktuellen Stimmung rund um den Verein geäußert – und er blickte auf die Mitgliederversammlung vom Sonntag zurück.
Watzke-Nachfolger in Dortmund
Vorweg: Neuigkeiten zu einer potenziellen Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck hatte Carsten Cramer am Samstagabend im Interview mit Sky nicht im Gepäck. Auch wenn sich der Geschäftsführer des BVB natürlich freuen würde, wenn sich der „Parade-BVB-Spieler“ auf eine langfristige Zukunft in Dortmund einlassen würde.
Cramer ist seit der vergangenen Woche der Nachfolger von Hans-Joachim Watzke als Sprecher der Geschäftsführung der Borussia, will sich in seiner neuen Rolle aber nicht zu sehr in den Mittelpunkt drängen: „Klappe halten, arbeiten. Wir wollen Fußball spielen, Menschen wie ich sollten sich mit voreiligen Prognosen zurückhalten“, meinte Cramer vor dem Bundesliga-Topspiel bei Bayer 04 Leverkusen.
Sein Vorgänger Watzke war am vergangenen Sonntag nach 20 Jahren in der Geschäftsführung zum neuen Vereinspräsidenten gewählt worden – bekam von den Mitgliedern allerdings nur 59 Prozent der abgegebenen Stimmen. Ein Denkzettel. Cramer sprach im Rückblick von „spannenden Momenten“ und „anstrengenden Stunden“ auf der Mitgliederversammlung. Diese habe alle beim BVB „an unsere Grenzen“ gebracht.
„Ich bin ehrlich froh, dass wir es hinter uns haben“, gab Cramer zu. „Was mich geärgert hat, war in der Tat die aufgeheizte Stimmung. Aki Watzke hat so lange, so verdient für den Verein gearbeitet.“ Die Vorfälle auf der teils aufgeladenen BVB-Mitgliederversammlung inklusive der geringen Mehrheit für Watzke hätten ihm „ehrlich gesagt nicht zu 100 Prozent gefallen“.
BVB „super zufrieden“ mit Kovac
Was Cramer ebenfalls als „ätzend“ empfindet: „Im Rahmen unserer Versammlung hatte man so den Eindruck, Borussia Dortmund steht irgendwo im Niemandsland der Bundesliga“, meinte der BVB-Geschäftsführer.
Natürlich sei die aktuelle Tabellenposition nicht das Wunschergebnis, aber: „Trotz alledem haben wir ein stabiles Fundament. Wir sind in der Champions League voll dabei, haben die zweitwenigsten Gegentore in der Bundesliga“, führte Cramer aus. „Wir haben in Dortmund manchmal die Fähigkeit uns schlechter zu machen, als andere uns sehen.“
Zu einer Meisterschaftsansage wollte er sich zwar nicht hinreißen lassen, und doch betonte er die Ambitionen des Vereins. Tipps von seiner Person benötige Cheftrainer Niko Kovac dabei aber nicht. „Ich würde mir nicht unterstellen wollen, dass ich gar keine Ahnung habe“, so Cramer. „Aber es ist besser, wenn er das mit Lars (Ricken, Anm. d. Red.) oder Sebastian (Kehl) bespricht. Und da ich weiß, dass Niko klare Vorstellungen hat, wird er auch gar nicht so viele Fragen stellen müssen. Wir sind super zufrieden.“
Vor dem Bundesliga-Topspiel bei Bayer 04 Leverkusen hat sich der neue BVB-Boss Carsten Cramer zur aktuellen Stimmung rund um den Verein geäußert – und er blickte auf die Mitgliederversammlung vom Sonntag zurück.
