Michael Gregoritschs Abschied vom FC Augsburg verlieh selten kurios: Er ging damals im Tausch für Ermedin Demirovic zum SC Freiburg, der später FCA-Kapitän wurde und eine Rekordablösesumme einbrachte.
Kurioser Tausch 2022
Es war der 8. Juli 2022, die Vorbereitung auf die neue Saison hatte gerade begonnen. Ermedin Demirovic steckte in Freiburg unter Christian Streich in einer sportlichen Sackgasse, Michael Gregoritsch wollte raus aus Augsburg, etwas neues machen. Also verständigten sich die beiden Klubs auf einen in der Branche seltenen Deal: Einen Spielertausch, bei dem keine Ablösesumme floss.
Rückblickend lässt sich urteilen, dass beide Spieler und beide Klubs gut damit fuhren. Gregoritsch schoss in 107 Pflichtspielen für den SCF 30 Tore, ehe er im vergangenen Sommer zu Bröndby IF nach Dänemark weiterzog. Demirovic schlug in Augsburg voll ein, in seiner zweiten und letzten Saison wurde er zum Kapitän befördert, ehe er für die Augsburger Rekordablöse von 21 Millionen Euro plus Boni zum VfB Stuttgart weiterzog. Sportlich und finanziell ein Top-Geschäft für den FCA, das im Sommer 2022 mit Gregoritsch seinen Anfang nahm.
Seit Mittwoch ist Gregoritsch zurück beim FCA, zunächst per Leihe, im Sommer könnte der Klub eine Kaufoption von rund einer Million Euro aktivieren. 31 Jahre alt ist der Angreifer mittlerweile, der sich in Dänemark nicht durchsetzen konnte, dort nur zwei Tore in elf Ligaspielen erzielte und nie durchspielte. Dafür ist er in Österreich eine Art Volksheld, schoss er doch im November den 1:1-Ausgleich gegen Bosnien-Herzegowina, der die erste WM-Teilnahme seit 1998 sicherte.
Erfahrung auf dem Platz und in der Kabine
Spieler wie Klub brauchen einander für ihre Ziele: Dem FC Augsburg fehlt seit Saisonbeginn ein Stürmer, der konstant trifft und auch per Kopf torgefährlich ist. Und Gregoritsch muss regelmäßig spielen, will er bei der WM im Sommer dabei sein und eine wichtige Rolle in Österreichs Team einnehmen. Zudem planen die Augsburger ihren Neuzugang als Führungsspieler ein, der auch neben dem Platz, in der Kabine, vorangehen soll.
„Michael hat seine Qualitäten nicht nur beim FCA, sondern auch bei anderen Bundesliga-Klubs unter Beweis gestellt. Mit ihm gewinnen wir einen erfahrenen, kopfballstarken Stürmer, der unserer Mannschaft auf und neben dem Platz weiterhelfen kann und gerade in entscheidenden Spielphasen wichtig für uns sein wird“, ist FCA-Sportdirektor Benni Weber überzeugt.
Der 72-malige Nationalspieler, der die Rückennummer 38 bekommt, traf in 129 Pflichtspielen zwischen 2017 und 22 insgesamt 31-mal für die Augsburger. Allerdings lief es nicht immer gut, seine erste und die letzte Saison waren statistisch die besten, dazwischen war er sogar mal an Schalke ausgeliehen und traf eher selten für den FCA. Welche Version dieser nun bekommt? Abwarten, erste Aufschlüsse dürfte schon die Auswärtspartie am Sonntagnachmittag bei Borussia Mönchengladbach liefern.
Michael Gregoritschs Abschied vom FC Augsburg verlieh selten kurios: Er ging damals im Tausch für Ermedin Demirovic zum SC Freiburg, der später FCA-Kapitän wurde und eine Rekordablösesumme einbrachte.
