Ginter? „Er hilft uns brutal, zuletzt auch mit seinen Toren“ 

Matthias Ginter zeigte sich zuletzt enttäuscht über die Nicht-Nominierung für die Nationalelf. Zurecht, wenn man den Komplimenten von Philipp Treu folgt. Der Freiburger Abwehrkollege betont den enormen Wert des Weltmeisters für den SC und sagt, wie es im Team ankommt, wenn Ginter das eigene Ballbesitzspiel kritisiert.

Treu schwärmt vom erfahrenen Nebenmann

Matthias Ginter kann unbequem sein für Mitspieler und Vereinsverantwortliche. In seinem extrem ehrgeizigen Streben nach Verbesserung spricht der 51-malige Nationalspieler auch öffentlich Dinge an, die nicht seinen Ansprüchen genügen. So erklärte der Freiburger Abwehrchef etwa im Januar nach dem 2:2 in Augsburg, das eigene Spiel mit dem Ball sei „unser ganz großes Problem“. Ähnlich hatte sich Ginter schon vergangene Saison nach dem 1:4 in Frankfurt geäußert.

Wie kommt eine so deutliche Manöverkritik eigentlich bei Mitspielern an? „Er ist so besessen davon, besser werden zu wollen, dass er in diesem Sinne ein absoluter Führungsspieler ist, weil er klar sagt, was besser laufen sollte“, sagt Philipp Treu im kicker-Gespräch, der zuletzt als Rechtsverteidiger neben Ginter in der Viererkette gesetzt war: „Er spricht darüber auch viel mit Julian (Trainer Schuster, Anm. d. Red.) und mit Mitspielern. Daher finde ich das gut. Und wenn einer wie er das auch öffentlich sagt, wissen wir alle, eigentlich hat er recht und wir probieren es zusammen umzusetzen.“

Das gelang den SC-Profis in den vergangenen Wochen dann auch einige Male – besonders beeindruckend bei den drei herrlich herauskombinierten Toren beim 3:3 gegen Leverkusen. Auch bei der historischen 5:1-Gala im Achtelfinale der Europa League gegen Genk, oder zuletzt zumindest in der zweiten Hälfte beim 2:1-Auswärtssieg auf St. Pauli.

Mit „einer wie er“ spielt Treu, der nach der Rückkehr zum SC im Sommer 2025 für 5,5 Millionen Euro derzeit seine erst zweite Bundesliga-Saison absolviert, auf Ginters beeindruckende Vita an. Der 32-Jährige ist aktuell der Feldspieler mit den meisten Einsätzen in der Bundesliga (406), hat insgesamt über 500 Profispiele auf Vereinsebene absolviert und in seiner DFB-Laufbahn vor allem den WM-Titel 2014 stehen.

Für Treu, der zur Zeit des deutschen WM-Triumphs in Brasilien U-15-Spieler beim 1. FC Kaiserslautern war, ist es „ein bisschen surreal“, nun regelmäßig an der Seite von Ginter aufzulaufen. „Wir haben da so eine kleine Clique und nennen ihn auch immer Weltmeister“, sagt Treu mit einem Schmunzeln und gerät dann mit Blick auf Ginters Qualitäten ins Schwärmen: „Man muss sagen, er ist gerade in absolut bestechender Form. Wie er gegen Genk vorne den Ball erobert und dann das Tor vorbereitet, weil er wieder mit seinem Kopf da reinrammelt, wo er in jedem Spiel gefühlt zwei Cuts hat, das ist schon Wahnsinn. Man kann unfassbar viel von ihm lernen.“

Ginter kritisiert also nicht nur das teilweise in dieser Saison ausbaufähige Offensivspiel, sondern hilft als Innenverteidiger auch aktiv bei der Verbesserung mit. Den 3:3-Ausgleichstreffer gegen Leverkusen leitete er selbst ein, schlich sich dann in den Strafraum, um wie ein echter Goalgetter per Flugkopfball zu vollenden. Schon beim 2:1-Sieg gegen seinen Ex-Klub Gladbach hatte er anspruchsvoll nah beim Gegenspieler im Fallen getroffen, den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich auf St. Pauli etwa per öffnenden Pass in den Zehnerraum eingeleitet.

Ginter, der inzwischen wettbewerbsübergreifend bei drei Toren und sechs Assists steht, hat sich auch wegen dieser für einen Abwehrmann außergewöhnlichen Scorerbilanz enttäuscht darüber gezeigt, im März nicht von Julian Nagelsmann berufen worden zu sein. So wie Treu seinen Nebenmann beschreibt, sollte sich der Bundestrainer das vor der WM-Kader-Nominierung noch mal überlegen: „Matze coacht extrem viel, sein Aufbauspiel ist Weltklasse und er geht echt voran, treibt an und hilft uns brutal, zuletzt auch mit seinen Toren, die neben seiner Klasse auch meistens durch große Willensleistungen entstehen. Damit zieht er andere mit.“

Bei aller Qualität und Erfahrung sei Ginter zudem nicht beratungsresistent. „Wir helfen uns auch gegenseitig“, sagt Treu, der mit seinen 56 Bundesliga-Spielen Ginter auch mal die eine oder andere Ansage auf dem Platz macht. „Dafür bin ich selbstbewusst genug und er nimmt es auch an, das spricht für ihn. Da lassen sich andere Spieler mit so einer Vita nichts sagen.“

Diese Vita soll diese Saison möglichst noch um ein paar erfreuliche Einträge bereichert werden. Im April haben Ginter, Treu und Co. mit Blick auf die Freiburger Viertelfinal-Premiere in der Europa League gegen Celta Vigo sowie das DFB-Pokal-Halbfinale beim Landesrivalen VfB Stuttgart spannende Gelegenheit dazu. Daneben wird Ginter in der Crunchtime der Saison auch weiterhin die Hoffnung nicht aufgeben, vielleicht doch noch den Sprung ins WM-Aufgebot zu schaffen, das Nagelsmann am 12. Mai bekannt geben wird. „Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist“, sagte Ginter zuletzt nach dem Spiel gegen Genk.

 Matthias Ginter zeigte sich zuletzt enttäuscht über die Nicht-Nominierung für die Nationalelf. Zurecht, wenn man den Komplimenten von Philipp Treu folgt. Der Freiburger Abwehrkollege betont den enormen Wert des Weltmeisters für den SC und sagt, wie es im Team ankommt, wenn Ginter das eigene Ballbesitzspiel kritisiert. 

 

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