„Fuß-Vergehen deutlich“: Referee Osmers ordnet zwei strittige Situationen ein 

Nach dem Remis zwischen Frankfurt und Wolfsburg standen zwei Situationen im VfL-Sechzehner im Mittelpunkt. Einmal zeigte Harm Osmers auf den Punkt, einmal nicht. Seine Entscheidungen begründete er anschließend.

Wölfe-Coach Bauer übt Kritik

Wenn ein Schiedsrichter nach dem Spiel vor das Mikrofon tritt, gab es während der 90 Minuten mindestens eine viel diskutierte Szene. Am Sonntagabend waren es nach dem 1:1 zwischen Frankfurt und Wolfsburg sogar gleich zwei Szenen, zu denen sich Schiedsrichter Harm Osmers äußerte.

Zunächst ging es um ein Foulspiel an Ansgar Knauff im gegnerischen Sechzehner: Lovro Majer traf den 23-Jährigen bei dessen Ausholbewegung am rechten Fuß. „Er stellt mir den Fuß davor, dass ich nicht schießen kann. Für mich ein klarer Elfmeter“, erklärte der Gefoulte im DAZN-Interview. Den Kontakt nahm der Referee, der den Zweikampf „eindeutig“ und gut sah, auch wahr.

Es reichte für ihn jedoch nicht für einen Strafstoß. „Für mich ist es so, dass der Spieler Majer gar nicht so die aktive Bewegung in den Gegenspieler macht, sondern Knauff will ausholen und dann gibt es unten am Fuß einen minimalen Kontakt, aber der wird nicht ursächlich ausgelöst durch Majer“, so Osmers.

Bei der Betrachtung der Videobilder nach dem Spiel – auf dem Feld hatte er sich nur einmal beim Video-Assistenten Sven Jablonski rückversichert – fühlte er sich bestätigt. Er habe die Szene aus seiner Sicht „perfekt gelöst“. Allerdings gab der 40-Jährige auch zu, dass der VAR aufgrund des „kleinen Kontakts am Fuß“ nicht eingegriffen hätte, wenn er auf den Punkt gezeigt hätte. Ähnlich sah es offenbar auch Dino Toppmöller, der es als eine „50:50-Situation“ wertete.

„Wenn das ein Elfmeter ist, hast du in jedem Spiel zehn Elfmeter.“ (Daniel Bauer)

Deutlich kritischer über den Schiedsrichter äußerte sich Daniel Bauer – allerdings nicht wegen der Bewertung des Zweikampfs zwischen Knauff und Majer, sondern wegen eines späten Elfmeters. In der fünften Minute der Nachspielzeit entschied Osmers aufgrund eines Tritts von Denis Vavro an Arthur Theate, abseits des Balls bei einer Ecke, nach Ansicht der Videobilder auf Elfmeter. „Wir hätten das Spiel zu null gewonnen, wenn der VAR nicht wie in der letzten Woche eingegriffen hätte. Es ist schwer zu akzeptieren“, erklärte der Interimstrainer der Wölfe.

Vor allem haderte er mit dem Eingriff des VAR. „Für mich ist es generell sehr zweifelhaft, wenn der VAR eingreift und es sechs Minuten benötigt, um ein vermeintliches Foulspiel aufzuzeigen. Da stimmt laut Regelkunde für mich etwas nicht“, so Bauer. Vavro trete Theate zwar auf den Fuß, allerdings sei es kein „aktives Treten gewesen“. Aus diesem Grund stimmte er einer Aussage seines Spielers Christian Eriksen zu: „Wenn das ein Elfmeter ist, hast du in jedem Spiel zehn Elfmeter“, hatte der Däne zuvor gesagt.

„Wir hatten am Ende zwei Vergehen. Beides unclever.“ (Harm Osmers)

Anders sah es Osmers, für den das „Fuß-Vergehen schon deutlich“ gewesen sei. Auf dem Feld sah er das Foul nicht, weil er bei der Ausführung der Ecke auf Kamil Grabara achtete. Erst nach den Protesten der Frankfurter habe er eine Rückfrage an Jablonski gestellt. Dieser schickte ihn dann auch raus zum Monitor. „Wir hatten am Ende zwei Vergehen. Beides unclever, würde ich an dieser Stelle sagen. Für mich war am Ende das Fuß-Vergehen deutlich. Das Haareziehen ist auch nicht gerade geschickt“, erläuterte der Schiedsrichter.

Für ihn sprechen die Bilder verglichen mit der Szene in der 54. Minute schlichtweg „eine klarere Sprache“. Deshalb gab es den Elfmeter, den Michy Batshuayi zum späten Ausgleich nutzte.

 Nach dem Remis zwischen Frankfurt und Wolfsburg standen zwei Situationen im VfL-Sechzehner im Mittelpunkt. Einmal zeigte Harm Osmers auf den Punkt, einmal nicht. Seine Entscheidungen begründete er anschließend. 

 

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