Eriksen in Wolfsburg: „Für mich fühlt es sich noch immer richtig an“ 

Mit Christian Eriksen wollte der VfL Wolfsburg nach Europa, nun geht es mit dem Dänen nur noch um den Klassenerhalt? Wie geht der 34-Jährige damit um? Bereut er gar den Schritt nach Wolfsburg?

So sieht er die „Schülermannschaft“-Diskussion

Christian Eriksen (34) ist im Gespräch noch genauso smart wie zu Beginn seiner Zeit beim VfL Wolfsburg. Dabei hat sich vieles verändert: Statt wie erhofft um die internationalen Plätze mitzuspielen, steckt sein Team mitten im Abstiegskampf. Für den Dänen ist es in seiner großen Karriere eine neue Erfahrung.

Herr Eriksen, Sie stecken mit dem VfL Wolfsburg im Abstiegskampf. Wie neu ist eine solche Situation für Sie? Ich war in der Tat meistens auf der „anderen Seite“. Bei vielen Klubs, bei denen ich gespielt habe, ging es eher um die Top 10. Brentford war vielleicht die einzige Ausnahme. Und beim VfL ist es tatsächlich das erste Mal für mich im Abstiegskampf. Aber so ist der Fußball, am Ende ist es eine Erfahrung, die dazugehört.

Fühlt es sich anders an, gegen den Abstieg zu kämpfen, als um Titel oder um einen Platz in Europa? Für mich ist das Gefühl im Moment tatsächlich dasselbe.

Kein anderer Druck? Ja, so sehe ich das. Es ist derselbe Druck.

„Wir kassieren zu viele einfache Gegentore“

Sie sind der erfahrenste Spieler im Kader: Was ist der Schlüssel für die letzten elf Spiele?Es ist simpel: Wir müssen Punkte holen, wir müssen Spiele gewinnen. Was man in den vergangenen Wochen gesehen hat: Wir haben in einigen Partien Phasen, in denen wir richtig gut sind und das Spiel sogar kontrollieren. Aber dann verlieren wir den Faden, der Gegner trifft, wir kassieren zu viele einfache Gegentore.

Wie lässt sich das verändern?Viele dieser Fehler kann man abstellen. Das ist auch die positive Seite, weil wir neben diesen Fehlern genug gute Momente haben, um Spiele zu gewinnen. Wichtig ist, dass wir positiv bleiben. Noch ist nichts entschieden. Was außerhalb passiert, spielt keine Rolle. Der Druck liegt auf dem Platz. Und wir haben noch genug Chancen.

Wie gehen Sie mit dem Druck um? Ich kann damit gut leben! Natürlich willst du lieber in der Gewinner-Mannschaft sein. Aber das funktioniert nun mal nicht immer. Dann geht es darum, wieder auf die richtige Seite zu kommen. Für uns ist es gerade ein Kampf, und viele Kleinigkeiten laufen gegen uns, was es noch schwerer macht. Trotzdem bin ich positiv, wenn ich sehe, wie wir arbeiten.

Es ist die schlechteste Saison der Wolfsburger Klubgeschichte.Und das wollen wir noch ändern. Es sind Zahlen auf dem Papier. Wir können nur Fußball spielen und unser Bestes geben, um Spiele zu gewinnen.

Sie sind etwas später im September gekommen. Können Sie dennoch erklären, was in diesem Jahr in Wolfsburg schiefgelaufen ist? Erst einmal: Die Saison ist noch nicht zu Ende, wir sind nicht am Ende. Viele Teams sind in einer ähnlichen Situation. Was genau schiefgelaufen ist, kann ich nicht klar benennen. Ich bin später gekommen, musste schnell möglichst viel lernen: Mitspieler, Abläufe, Verein. Dann gab es einen Trainerwechsel. Am Anfang war es positiv, wir haben mit Daniel Bauer zunächst Punkte geholt, danach waren es weniger. Und das ist es, was am Ende zählt: Punkte.

„Es geht darum, die Situation mental anzunehmen“

Der Kader wurde im Sommer für Europa gebaut, jetzt geht es um den Klassenerhalt. Kann diese Truppe das? Ja, definitiv. Natürlich ist es mental ein großer Unterschied. Du musst erkennen, dass du nicht um Europa spielst und dass es keine „leichten“ Siege oder „leichten“ Punkte gibt. Die Qualität ist da, die Spieler sind ja dieselben. Es geht darum, die Situation mental anzunehmen. Gleichzeitig musst du positiv bleiben, weil noch nichts verloren ist.

Würden Sie aus heutiger Sicht sagen: Der Schritt nach Wolfsburg war richtig? Ja. Fußball macht Spaß.

„Ich wollte Fußball spielen, und das mache ich hier“

Haben Sie sich nie gefragt: Wo bin ich denn hier gelandet? Nein. Das war eine Entscheidung, die ich damals getroffen habe. Ich wollte Fußball spielen, und das mache ich hier. Natürlich willst du immer in der bestmöglichen Mannschaft sein und um Titel spielen. Aber das ist gerade nicht unsere Situation. Wichtig ist: Wir können hier am Ende trotzdem etwas Gutes erreichen. Für mich hat es sich richtig angefühlt – und es fühlt sich immer noch richtig an.

Sie haben ein Tor und fünf Assists. Sind Sie zufrieden? Nein, es sollte bei beidem mehr sein. Ich hatte Chancen, mehr als nur einen Elfmeter zu verwandeln. Und bei Standardsituationen sollte man auch ein paar Assists sammeln. Am Ende addierst du alles, schaust zurück und sagst: Du hast getan, was du konntest. Für mich und das Team wäre es schön, wenn noch ein paar Tore dazukommen.

„Schülermannschaft? Der Trainer hat das auch zu uns gesagt.“ (Christian Eriksen über die Kritik von Trainer Daniel Bauer)

Trainer Daniel Bauer hat nach dem Augsburg-Spiel von einer „Schülermannschaft“ gesprochen. Ist das ein Problem, wenn der Trainer so etwas sagt? Nein. Der Trainer hat das auch zu uns gesagt. Es ist eine Art, deutlich zu machen, dass wir bestimmte Fehler nicht machen können. Natürlich macht jeder Fehler, jedes Team macht Fehler, sicherlich nie absichtlich. Aber es ist auch ein Zeichen: Wir müssen es besser machen. Und ich glaube, wir alle – mich eingeschlossen – haben verstanden, dass du in der Bundesliga nicht wie eine Schülermannschaft spielen kannst.

Wie agieren Sie in solch einer Phase: Reden Sie viel mit den Teamkollegen, kommen diese auf Sie zu? Ich bin eher der Akteur auf dem Platz. Wenn jemand Fragen hat oder zu mir kommt, bekommt er eine Antwort. Wenn ich etwas sehe, spreche ich es an. Aber oft geht es darum, auf dem Platz zu helfen, wo es wirklich zählt.

Sie haben beim VfL für zwei Jahre unterschrieben. Würden Sie bleiben, wenn Wolfsburg absteigt? Darüber denke ich nicht nach. Ich glaube nicht, dass wir absteigen.

Im März spielen Sie mit Dänemark in den WM-Play-offs. Denken Sie in der aktuellen Situation an die Nationalmannschaft und das Turnier? Noch nicht. Natürlich sind wichtige Länderspiele im Hinterkopf, aber darauf fokussiere ich mich in einem Monat. Jetzt liegt der komplette Fokus darauf, Siege in der Liga zu holen.

 Mit Christian Eriksen wollte der VfL Wolfsburg nach Europa, nun geht es mit dem Dänen nur noch um den Klassenerhalt? Wie geht der 34-Jährige damit um? Bereut er gar den Schritt nach Wolfsburg? 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wettanbieter
Wyns

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: Liernin Enterprises LTD
LIZENZ: Komoren (Anjouan)

Betista

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: Liernin Enterprises LTD
LIZENZ: Komoren (Anjouan)

Vegasino

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
BESITZER: Liernin Enterprises LTD
LIZENZ: Komoren (Anjouan)

RichRoyal

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
LIZENZ: Costa Rica

WinRolla

JAHRESUMSATZ: 1.000.000€
LIZENZ: Anjouan