Mattias Svanberg stand kurz vor dem Wechsel zu Galatasaray Istanbul. Bezeichnend für Wolfsburg und die Schnelllebigkeit im Fußball: Nun spielt und trifft der Schwede wieder für den VfL. Wie lange noch?
Ist der Abschied aus Wolfsburg nur aufgeschoben?
Leipzigs Geschäftsführer Marcel Schäfer wird sich geärgert haben auf der Tribüne, überrascht hat ihn der Treffer von Wolfsburgs Mattias Svanberg wohl kaum. Schließlich hält der frühere Wolfsburger Manager große Stücke auf den Schweden, den er 2022 vom FC Bologna zum VfL lotste und in dem er einen künftigen Leistungsträger, vielleicht sogar Kapitän sah. Sporadisch trägt Svanberg als stellvertretender Spielführer tatsächlich die Binde, und immer wieder lässt der 27-Jährige seine Qualitäten auch aufblitzen. Jedoch: Zu selten, um als Leistungsträger und Stammkraft zu gelten.
Gala-Fans gingen auf die Barrikaden
Deswegen war Svanberg, verletzungsbedingt in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgeworfen, nun im Januar offen dafür, den VfL zu verlassen. Und auch Wolfsburg hätte dem Spieler keine Steine in den Weg gelegt. Der Transfer zu Galatasaray Istanbul war bereits vorbereitet, Svanberg stand beim VfL kurzzeitig schon nicht mehr auf dem Trainingsplatz.
Aber: Türkische Fans, die von großen Stars für Gala träumten, gingen vor allem in den sozialen Netzwerken auf die Barrikaden, machten Stimmung gegen Svanberg und, so heißt es, sollen den Klub zum Umdenken gebracht haben. Der Mittelfeldmann, gedanklich schon auf dem Weg zu Gala, blieb in Wolfsburg. Und ist dort nun wieder gefragt.
Einerseits ist es bezeichnend für die Saison und Situation der dauerkriselnden Niedersachsen, dass der Spieler, der eigentlich gehen durfte, jetzt wieder wichtig ist. Und zugleich ist es ein Beleg dafür, dass Svanberg ein Vollprofi ist. Zuletzt, nachdem der Wechsel gescheitert war, lief er im Test gegen Meppen (2:0) wieder als Kapitän auf, in Leipzig (2:2) kam er am Sonntag als Joker ins Spiel, markierte seinen dritten Saisontreffer – obwohl er nur sechsmal in der Startelf stand.
„Mattias verhält sich tadellos, ist ein absoluter Teamplayer.“ (VfL-Trainer Daniel Bauer über Mittelfeldmann Svanberg)
Es sei „keine einfache Situation“ für ihn, weiß Trainer Daniel Bauer, der von „Wechselgerüchten im Wintertransferfenster“ spricht. Sein Lob an Svanberg: „Mattias verhält sich tadellos, ist ein absoluter Teamplayer.“ Spieler, „die ihr Ego hinten anstellen, das ist genau das, was wir brauchen“. Svanbergs Problem: Aktuell kommt er im Mittelfeldzentrum nicht zum Zug, nicht zum ersten Mal kam er nun als linker Flügelspieler rein. Bauer sagt: „Er hat es hervorragend gemacht.“
Abschied im Sommer nach vier Jahren VfL?
Und wie sieht’s Svanberg selbst nach seiner mindestens gedanklichen Reise zu Gala und zurück? „Ich weiß nur, dass ich hier bin“, betont der Schwede, „ich habe vollen Fokus auf den VfL. Ich muss weiter arbeiten und darf nicht negativ sein. Ich will das Beste für die Mannschaft und für den Verein – auch wenn ich nur 20 Minuten spiele.“
2027 läuft der Vertrag des Skandinaviers aus, vieles spricht dafür, dass der Abschied des 37-maligen Nationalspielers nur aufgeschoben ist. Im Sommer dürfte es ein Jahr vor Vertragsende zum Abschied kommen. Svanberg, der auch eine Verlängerung nicht ausschließen mag, betont: „Alles ist möglich.“ Das haben ihm nicht zuletzt die bewegten Wochen, die hinter ihm liegen, gezeigt.
Mattias Svanberg stand kurz vor dem Wechsel zu Galatasaray Istanbul. Bezeichnend für Wolfsburg und die Schnelllebigkeit im Fußball: Nun spielt und trifft der Schwede wieder für den VfL. Wie lange noch?
