Dreifach bitter: Cans Verletzung und die Folgen 

Der Kreuzbandriss von Emre Can schmerzt den Profi und Borussia Dortmund auf mehreren Ebenen. So könnte es jetzt sportlich und vertraglich für alle Beteiligten weitergehen.

Wie geht es für den BVB-Kapitän weiter?

Emre Can hatte die Kapuze über den Kopf gezogen und blickte ins Leere. Nicht lange nach Schlusspfiff des Spiels am Samstag war der Dortmunder Kapitän an Krücken aus dem Kabinentrakt gekommen und hatte sich auf den Beifahrersitz seines Jeeps gesetzt. Leon Goretzka kam vorbei, um sich durchs Autofenster nach dem Befinden des Gegenspielers zu erkundigen, auch Karim Adeyemi und andere Profis standen nach und nach am Wagen. Die Miene aller Beteiligten ließ darauf schließen, dass Can eine längere Zwangspause bevorsteht.

Es waren zwei Szenen in der ersten Halbzeit des Spiels, in denen der 32-Jährige länger liegenblieb, beide ähnlich. Bei beiden Zweikämpfen mit Konrad Laimer an der eigenen Torauslinie ging der Griff mit schmerzverzerrtem Blick direkt ans rechte Knie. Nach dem ersten Zweikampf in der 11. Minute blieb Can noch auf dem Feld und auch nach der offensichtlich schweren Verletzung beim zweiten Duell 27 Minuten später wollte der Spielführer unbedingt weitermachen, schickte den schon zur Einwechslung bereitstehenden Ramy Bensebaini wieder zurück auf die Bank und schleppte sich zurück aufs Spielfeld. Wenige Minuten danach sah es auch der Profi selbst ein und humpelte vom Rasen.

„Er hat gesagt: Ich mache jetzt weiter!“

„In der ersten Aktion war schon was“, erklärte Niko Kovac nach dem Spiel: „Er hat dann noch mal weitergemacht. Die zweite Aktion hat ihm dann leider den Rest gegeben, glaube ich.“ Dass sein Innenverteidiger dennoch unbedingt weiterspielen wollte, war Cans eigene Entscheidung. „Unsere Ärzte wollten ihn untersuchen. Aber er hat gesagt: Ich mache jetzt weiter! Dann kannst du als Arzt natürlich auch nichts machen.“

Die ersten Befürchtungen am Samstag waren schwerwiegend. „Ich will nicht zu viel sagen, aber der Doc hat kein gutes Gefühl“, erklärte der Trainer bei Sky: „Die ersten Untersuchungen waren nicht ganz positiv.“ Auf die konkrete Frage, ob das Kreuzband betroffen sei, antwortete Kovac: „Es sieht ein bisschen danach aus. Er hat auch etwas gehört.“

Am Sonntag folgte die bittere Gewissheit: Kreuzbandriss im linken Knie. Die schwere Verletzung ist für den intern extrem wertgeschätzten Profi und den BVB gleich dreifach bitter. Sportlich ist es ein heftiger Rückschlag für den EM-Teilnehmer, der allerdings zuvor kaum noch Chancen auf eine Nominierung für die im Sommer anstehende WM hatte. Der Defensivspezialist musste wegen anhaltender Adduktorenprobleme bereits im vergangenen Jahr viele Monate pausieren, nun droht ein Aus bis in die neue Saison hinein.

Bensebaini plötzlich rechts

Trainer Kovac wird zudem weiter improvisieren müssen. Er hat ohne die ebenfalls noch fehlenden Niklas Süle und Filippo Mane ohnehin schon kaum Optionen für seine Dreierkette, nachdem Aaron Anselmino den Verein kurzfristig im Winter verlassen hatte. Gegen München übernahm Linksfüßer Bensebaini erstaunlicherweise den Part von Can als rechter Innenverteidiger, damit Waldemar Anton auf seiner stärksten Position im Zentrum bleiben konnte, Nico Schlotterbeck agierte weiter links. Für die Passwinkel im Aufbauspiel ist das nicht optimal. Ansonsten bleibt aktuell aber nur Youngster Luca Reggiani als Alternative.

Auch für die Zukunftsplanungen von Can ist der Zeitpunkt kritisch. Der Vertrag des Führungsspielers läuft im Sommer aus, die Gespräche für eine Verlängerung liefen bereits. Aktuell ist er einer der Top-Verdiener seines Teams, eine Verringerung der Bezüge und eine leistungsbezogenere Vergütung waren bereits vor der Verletzung von Dortmunder Seite aus eine Grundlage für die weitere Zusammenarbeit.

Nun werden beide Seiten neu überlegen müssen. Trotz oder gerade wegen der schweren Verletzung ist es unwahrscheinlich, dass der langjährige Dortmunder im Sommer den Verein verlässt. Möglich und in vergleichbaren Fällen praktiziert ist eine Verlängerung um ein Jahr. „Emre wird von uns in den nächsten Monaten jede Unterstützung bekommen, damit er wieder vollständig gesund wird“, betonte Sportdirektor Sebastian Kehl am Sonntag. Nach Abschied klingt das nicht.

Die Planungen erschwert es für den BVB dennoch. Die Zukunft von Schlotterbeck ist weiter offen, Can kann erst einmal nicht als feste Stütze für die kommende Saison eingerechnet werden. Der Handlungsbedarf in der Innenverteidigung ist groß, könnte noch größer werden und dürfte mit Blick auf den Sommer eine wesentliche Baustelle werden.

 Der Kreuzbandriss von Emre Can schmerzt den Profi und Borussia Dortmund auf mehreren Ebenen. So könnte es jetzt sportlich und vertraglich für alle Beteiligten weitergehen. 

 

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