Der FC Bayern erlebt einen der turbulentesten Bundesliga-Nachmittage dieser Saison. Nach dem 1:1 suchte Sportvorstand Max Eberl das Gespräch mit Christian Dingert, der „ehrenvoll“ einen Fehler eingestand – und sich später auch erklärte.
„Irgendwie war dann alles so gegen uns“
Zwei aberkannte Tore, zwei Platzverweise – und am Ende immerhin ein Punkt. Der FC Bayern hat am Samstagnachmittag in Leverkusen sämtlichen Widerständen getrotzt. „Für den objektiven Zuschauer war es ein sehr spannendes, unterhaltsames Spiel, mit allem, was der Fußball zu bieten hat“, bilanzierte FCB-Sportvorstand Max Eberl in der Mixed Zone der zuvor vollbesetzten BayArena.
Mit der ersten Bayern-Hälfte war der 52-Jährige nicht wirklich zufrieden. Schon das frühe 0:1 hätte der Rekordmeister „zu leicht hergegeben“. Kurz vor der Pause folgte auch noch die „berechtigte Rote Karte“ für Stürmer Nicolas Jackson, der Gegenspieler Martin Terrier böse erwischt hatte: „Da muss man auch nicht drumherum reden.“ Eberl rechnet mit einer Sperre von maximal zwei Spielen.
Nach der Pause aber wurde der Nachmittag für Schiedsrichter Christian Dingert nicht gerade ruhiger. „Es hat sich so angefühlt, als ob alles, was 50:50 war, gegen uns war“, gestand Eberl, der auch nach Abpfiff das Gespräch mit dem Unparteiischen suchte. Laut dem Münchner Verantwortlichen sei es ein „guter Dialog“ gewesen.
Eberl: „Wir wissen genau, was kommt“
In dem sich Dingert durchaus selbstkritisch gezeigt haben soll. Speziell was die strittige Gelb-Rote Karte für Luis Diaz betrifft: „Er (Dingert, Anm. d. Red.) hat gesagt, dass die Gelb-Rote Karte keine ist. Für ihn war klar, dass es eine Schwalbe war. Aber er hat jetzt die Bilder gesehen und sagt, dass es keine Gelb-Rote Karte war.“
Eberl nannte Dingerts Eingeständnis „sehr ehrenvoll“, auch wenn das seinem Team verständlicherweise auf dem Rasen „nichts genutzt“ hatte. Bayerns Sportvorstand erklärte anschließend noch, was er auch Dingert gesagt hatte: „Lucho geht im Volltempo in den Strafraum rein. Wir wissen genau, was kommt: Entweder räumt der Torwart ihn ab oder ein Stürmer versucht irgendwo natürlich zu warten, was passiert, wenn er den Ball nicht mehr kriegen kann.“
„Er ist nicht einmal zum Schiedsrichter hin, er hat nicht einmal lamentiert, er hat nicht einmal irgendwas gefordert.“ (Max Eberl)
Entscheidend war für Eberl, wie Luis Diaz auf den Kontakt reagierte. „Sie berühren sich, er fällt hin, er steht aber wieder auf und es geht weiter. Er ist nicht einmal zum Schiedsrichter hin, er hat nicht einmal lamentiert, er hat nicht einmal irgendwas gefordert“, stellte Eberl klar.
In diese Kerbe schlug auch Trainer Vincent Kompany, der ebenfalls betonte, „wie schnell Lucho aufgestanden ist und trotzdem die Gelbe Karte sieht trotz Kontakt“: „Das Gefühl, dass Lucho Diaz jetzt das nächste Spiel fehlt, verstehe ich gar nicht.“
Dingert: „Das würde ich jetzt nicht mehr so geben“
Bei Sky äußerte sich wenig später Dingert auch noch selbst. Dieser habe die Szene „aus dem Spiel heraus so erlebt, dass er abhebt. Das habe ich wahrgenommen“. Der anschließende Treffer am Fuß aber entging ihm. „Wenn ich jetzt die Bilder sehe, ist es kein Elfmeter, das ist mal klar. Gelb-Rot ist sehr hart, das würde ich jetzt nicht mehr so geben.“
Einen Austausch mit dem VAR habe es zwar gegeben, Gelb-Rote Karten dürften aber nicht überprüft werden. Diese Regeländerung greift schließlich erst im kommenden Sommer.
Eberls Gefühl, dass nun „irgendwie alles dann so gegen uns war“, bestätigte der Vierte Offizielle mit seiner Anzeigetafel. „Acht Minuten Nachspielzeit? Es ist ein Tor gefallen, es war eine Video-Überprüfung – das ist zu viel“, haderte Eberl. „Zum Glück haben wir 1:1 gewonnen.“
Der FC Bayern erlebt einen der turbulentesten Bundesliga-Nachmittage dieser Saison. Nach dem 1:1 suchte Sportvorstand Max Eberl das Gespräch mit Christian Dingert, der „ehrenvoll“ einen Fehler eingestand – und sich später auch erklärte.
