Nachdem Mainz 05 als Tabellenletzter überwinterte, hat der Klub seinen Kader deutlich verstärkt. Die vier neuen Spieler bringen viel Bundesliga-Erfahrung mit. Lediglich bei den Schienenspielern sieht es personell nach wie vor etwas dünn aus.
Becker als Schnäppchen
Seit Anfang Januar investierte der Klub über fünf Millionen Euro in Zugänge. Der Löwenanteil davon ging an den FC Augsburg, der sich den Transfer von Phillip Tietz (28) anständig bezahlen ließ. Der Stürmer kam für vier Millionen Euro an den Bruchweg und wurde auf Anhieb Stammspieler.
Drei weitere Neue kamen für vergleichsweise geringe Summen. Für den Ex-Stuttgarter Silas (27) wurden 150.000 Euro fällig. Im Falle des Mainzer Klassenerhalts gibt es einen Nachschlag für den VfB, der bis dahin einen Teil des Gehalts übernimmt. Die beiden Offensivspieler trugen bereits mit je einem Tor zum Mainzer Aufschwung bei.
Stefan Posch (28) kam für eine Leihgebühr von 200.000 Euro von Como 1907 und ist dafür zuständig, die Abwehr zu stabilisieren. Eine Kaufoption für Posch konnte sich Mainz jedoch nicht sichern.
Anders ist der Deal bei Sheraldo Becker (30) gelagert: Er wurde kostenlos von CA Osasuna ausgeliehen. Bei einer gewissen Zahl von Einsätzen für Mainz 05 greift eine Kaufpflicht, die mit 500.000 Euro dotiert ist. Mit dem Last-Minute-Transfer von Becker reagierten Sportvorstand Christian Heidel und Sportdirektor Niko Bungert auf den Ausfall von Benedict Hollerbach. Dieser hatte sich beim 2:1-Sieg in Leipzig einen Achillessehnenriss zugezogen. Nach der Verletzung hatten sich auch Gedankenspiele im Zusammenhang mit einem Wechsel von Armindo Sieb erübrigt. Für Niklas Tauer, der nur in der U 23 eingesetzt wird, fand sich kein passender Abnehmer.
Eine Million Euro investierte der Klub in die Ablöse von Otto Ruoppi. Der finnische U-21-Nationalspieler wurde direkt an seinen Ausbildungsverein Kuopion Palloseura zurückverliehen und soll ab Sommer zum Kader von Mainz 05 gehören.
Für Nordin fließen bis zu 3,2 Millionen Euro
Etwas dünn besetzt ist der Kader im Bereich der Außenverteidiger, zumal mit Arnaud Nordin ein Spieler abgegeben wurde, der dort gelegentlich ausgeholfen hatte. Der Franzose läuft künftig für Stade Rennes auf. Das bringt eine Leihgebühr von einer Million Euro in die Kasse von Mainz 05, nach einer gewissen Anzahl von Einsätzen greift eine Kaufverpflichtung, die laut kicker-Informationen eine Zahlung von 2,2 Millionen Euro nach sich zieht.
Aufgrund der Langzeitverletzung von Anthony Caci stehen für die linke und rechte Seite nur Phillipp Mwene und Silvan Widmer zur Verfügung. Diese Positionen können allerdings auch von Danny da Costa und Posch übernommen werden. Letzterer spielt in seiner Nationalmannschaft ebenfalls Rechtsverteidiger, allerdings in einer Viererkette. Eine weitere mögliche Alternative wäre Sota Kawasaki, der aktuell aber ebenfalls wegen einer Muskelverletzung pausiert.
Ausgedünnte Trainingsgruppe
Beim ersten Training von Becker am Dienstag musste sich Chefcoach Fischer mit einer verkleinerten Trainingsgruppe auseinandersetzen. Posch und da Costa fehlten aus privaten Gründen, Sieb wegen eines grippalen Infekts. Hinzu kommen die Langzeitverletzten Robin Zentner, Caci und Hollerbach. Nadiem Amiri und Kacper Potulski trainierten individuell. Nikolas Veratschnig absolvierte nach seiner Verletzungspause Teile des Mannschaftstrainings.
Nachdem Mainz 05 als Tabellenletzter überwinterte, hat der Klub seinen Kader deutlich verstärkt. Die vier neuen Spieler bringen viel Bundesliga-Erfahrung mit. Lediglich bei den Schienenspielern sieht es personell nach wie vor etwas dünn aus.
