Union Berlin ist nicht nur seit fünf Spielen ungeschlagen, sondern auch vollkommen abhängig von seinen Einwechselspielern. Gegen Borussia Dortmund könnten am Samstagabend nun zwei Bundesliga-Bestmarken fallen.
Mit Joker Skarke fing es an
Freitag, 12. Dezember, es läuft die Schlussphase zwischen Union Berlin und RB Leipzig. Die Köpenicker führen nach turbulenten Minuten um die Stundenmarke knapp mit 2:1, die Sachsen drängen auf den Ausgleich. Um für Entlastung zu sorgen, greift Trainer Steffen Baumgart noch einmal zu einem Doppelwechsel, bringt neben Verteidiger Stanley Nsoki den schnellen Tim Skarke für die Offensive. Eine Maßnahme, die fruchtet – nach etlichen erfolglosen Versuchen.
Nach einem weiten Ball von Keeper Frederik Rönnow legt der ebenfalls eingewechselte Andrej Ilic quer, Skarke lässt sich aus gut zehn Metern die Chance nicht nehmen und verwandelt in der dritten Minute der Nachspielzeit flach zur Entscheidung: 3:1 für Union – und das erste Joker-Tor der laufenden Saison am 14. Spieltag.
Seit fünf Spielen trafen nur Joker für Union
Sechs Wochen später ist die Welt eine andere bei den Berlinern, die seltene Ausnahme hat sich zur Regel entwickelt. Genauer gesagt: Seit dem späten Skarke-Tor gegen RBL hat kein Spieler, der zu Spielbeginn für Union auf dem Platz stand, mehr ein Tor erzielt. Alle sechs (!) Bundesliga-Tore seither gingen ausnahmslos auf die Konten von eingewechselten Spielern: Andras Schäfer traf kurz vor Weihnachten nach Einwechslung zum Sieg in Köln (1:0), gegen den 1. FSV Mainz 05 sorgten die beiden Joker Woo-Yeong Jeong und Marin Ljubicic nach 0:2-Rückstand noch für ein 2:2 beim Auftakt ins neue Jahr. Jener Ljubicic wiederholte dies nur fünf Tage später in Augsburg (1:1), ehe am vergangenen Sonntag in Stuttgart dann Jeong ebenfalls seine Joker-Qualitäten ein weiteres Mal unter Beweis stellte (1:1).
Beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund am Samstagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) steuert Union vor diesem Hintergrund nun auf zwei Bundesliga-Rekorde zu.
Denn noch nie waren im Oberhaus Einwechselspieler für sieben aufeinanderfolgende Tore eines Klubs verantwortlich. Sollte also auch gegen den BVB ein Joker das erste Union-Tor erzielen, wäre eine neue Bundesliga-Bestmarke perfekt. Aktuell muss sich der FCU den Rekord noch mit den Dortmundern teilen, die im Oktober 2018 sechs Jokertore am Stück verbuchten, allerdings auf lediglich zwei Spiele verteilt.
Bei den Unionern sind es indes nun bereits fünf Spiele in Folge, in denen ausschließlich Joker trafen, womit der Klub auf ein weiteres Alleinstellungsmerkmal zusteuert. Nur eine Mannschaft erzielte schon in fünf Partien in Folge immer mindestens einen Treffer durch einen Einwechselspieler: Arminia Bielefeld in der Rückrunde 1981/82.
Wirft man einen Blick auf das Berliner Personal, stehen die Chancen für einen weiteren Joker-Tag nicht schlecht: Von den Torschützen der vergangenen Wochen winkt gegen den BVB nur Jeong ein Startelfmandat. Skarke, Schäfer und Ljubicic dürften zunächst abermals auf der Bank Platz nehmen – und dort mit den Hufen scharren.
Union Berlin ist nicht nur seit fünf Spielen ungeschlagen, sondern auch vollkommen abhängig von seinen Einwechselspielern. Gegen Borussia Dortmund könnten am Samstagabend nun zwei Bundesliga-Bestmarken fallen.
