Carney Chukwuemeka kämpft bei Borussia Dortmund weiter um Einsatzzeiten. Für den baldigen Nationalspieler Österreichs setzte sich in dieser Saison eine unglaubliche Serie fort.
Chukwuemekas unglaubliche Serie
Es war ein gewohntes Bild, das die Zuschauer am Samstagabend im Signal-Iduna-Park zu sehen bekamen: Carney Chukwuemeka wurde im Heimspiel gegen den HSV von Dortmund-Coach Niko Kovac nach rund einer Stunde eingewechselt und half dabei mit, das Spiel nach 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg zu verwandeln. Einen bleibenden Eindruck hinterließ Chukwuemeka (kicker-Note 3,5), der ausgerechnet für ÖFB-Teamkollege Marcel Sabitzer ins Spiel kam, dabei allerdings nicht.
Beim österreichischen Nationalteam, für das er wie auch Paul Wanner dank eines Verbandswechsels seit Kurzem spielberechtigt ist, soll Chukwuemeka künftig hingegen ein Unterschiedsspieler werden, möglicherweise sogar schon bei der WM. „Natürlich treffe ich subjektiv die Entscheidungen, aber am Ende nominieren sich ja die Spieler selber durch ihre Leistungen“, sagte Teamchef Ralf Rangnick zuletzt bei der Kader-Bekanntgabe für die März-Länderspiele. Gegen Ghana (Freitag, 18 Uhr) und Südkorea (31. März, 20.45 Uhr, beide LIVE! bei kicker) kann sich Chukwuemeka erstmals im rot-weiß-roten Trikot für die Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko empfehlen.
Chukwuemeka spielte in seiner Karriere noch nie durch
Aus Rangnicks Sicht wäre es freilich ideal, könnte Chukwuemeka dies auch nach der Länderspielpause beim BVB tun. Die Verletzung von Felix Nmecha eröffnet dem offensiven Mittelfeldmann womöglich neue Möglichkeiten. Bislang war der 22-Jährige in Dortmund nämlich alles andere als Stammspieler. In den wettbewerbsübergreifend 32 Pflichtspielen, die er in der laufenden Saison absolvierte, war Chukwuemeka nur achtmal Teil der Startelf. Über die volle Distanz stand er dabei nie auf dem Platz.
Damit setzte sich für Chukwuemeka eine eigentlich unglaubliche Serie fort: In seiner gesamten Profikarriere absolvierte der Sohn nigerianischer Eltern noch kein einziges Pflichtspiel über die volle Distanz – weder bei Dortmund noch zuvor bei Chelsea oder Aston Villa, wo er einst im Alter von 17 Jahren sein Debüt in der Premiere League gegeben hatte.
„Wer spielt in so einem Alter bei Dortmund?“
Inklusive dieses Auftritts bestritt Chukwuemeka für Aston Villa (16), Chelsea (32) und Dortmund (49) bereits 97 Profispiele, auf Nationalteam-Ebene wartet der Youngster vor seiner möglichen Premiere für Österreich freilich noch auf seinen ersten Einsatz. Zu begründen ist Chukwuemekas Serie – wenn auch nur teilweise – mit der für sein junges Alter sehr langen Verletzungshistorie. Zuletzt stand er dem BVB aufgrund muskulärer Probleme Anfang März vorübergehend nicht zur Verfügung.
Sorgen um Chukwuemekas Fähigkeiten muss man sich in Österreich dennoch nicht machen, weiß auch Teamtormann Alexander Schlager: „Wer spielt in so einem Alter bei Dortmund? Das muss man sich erst einmal verdienen.“ Geht es nach Rangnick, sollen Chukwuemeka und Wanner, der gegen Ghana und Südkorea ebenfalls seine Premiere für den ÖFB geben könnte, die Zukunft des rot-weiß-roten Fußballs prägen: „Auf die nächsten zehn, zwölf Jahre gesehen, bin ich überzeugt davon, dass beide Österreich extrem weiterhelfen werden.“ Und das im Idealfall nicht als Ergänzungsspieler.
Carney Chukwuemeka kämpft bei Borussia Dortmund weiter um Einsatzzeiten. Für den baldigen Nationalspieler Österreichs setzte sich in dieser Saison eine unglaubliche Serie fort.
