Mit den Bayern kämpft Vincent Kompany um jeden Titel in dieser Saison. Uli Hoeneß sieht jetzt schon einen „unglaublichen Vertrauensvorschuss“.
Hoeneß schwärmt vom Bayern-Trainer
In unschöner Regelmäßigkeit verfällt Pep Guardiola derzeit in allzu offensichtlichen Sarkasmus, wenn es auf Pressekonferenz XY mal wieder um seine Zukunft bei Manchester City geht. „Oh mein Gott“, schnaufte der Katalane neulich erst und schlug sich die Hände vors Gesicht. „Ich habe einen Vertrag, das habe ich eintausend Millionen Mal gesagt.“
13 Monate ist Guardiolas aktuelles Arbeitspapier beim Tabellenzweiten der Premier League noch gültig, trotzdem entfachen in England regelmäßig Diskussionen, ob der ehemalige Bayern-Trainer nicht schon am Saisonende einen Schlussstrich zieht, nach dann zehn Jahren bei ManCity. Spätestens 2027 soll die überaus erfolgreiche Zusammenarbeit jedoch enden.
„Wir waren anfangs skeptisch.“ (Uli Hoeneß über die Verpflichtung von Vincent Kompany)
Eine glückliche Fügung für den FC Bayern, dass er vor wenigen Monaten erst den 2027 auslaufenden Vertrag seines Trainers verlängert hat. Vincent Kompany ist nun bis 2029 an den deutschen Rekordmeister gebunden. „Im heutigen Fußball eine Ewigkeit“, erklärt Uli Hoeneß im großen kicker-Interview. „Das war ein unglaublicher Vertrauensvorschuss.“
Aber vielleicht auch noch ein bisschen mehr. „Das war vor allem Überzeugung, das andere ein kleiner Hintergedanke.“ Was „das andere“ genau ist? Eben Guardiolas absehbarer Abschied aus Manchester. Also dort, wo Kompany zum Weltklasse-Verteidiger reifte und als Kapitän mehrere Meisterschaften gewann – unter anderem unter Guardiola. Wer weiß, wenn der Ex-Verein dann angeklopft hätte?
Guardiola war es ja sogar, den die Bayern-Bosse Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge im Sommer 2024 kontaktierten, um sich bei der schier unendlich laufenden Trainersuche eine Meinung zu Kompany einzuholen, den Sportvorstand Max Eberl vorgeschlagen hatte. „Pep hat gesagt, wir können ihn blind nehmen“, berichtet Hoeneß.
„Wir waren anfangs skeptisch“, gibt der Ehrenpräsident zu. „Er“, also Kompany, „war die Nummer vier oder fünf, mit der wir gesprochen haben. Ich denke an Julian Nagelsmann, Ralf Rangnick, Thomas Tuchel zuerst und auch Oliver Glasner, der gekommen wäre, hätte ihn Crystal Palace freigegeben.“
Hoeneß bremst fast: „Diese Saison ist nicht der Normalfall“
Stattdessen kam Kompany, holte prompt die an Leverkusen verlorene Meisterschale zurück und tanzt mit den Münchnern in dieser Saison noch auf allen drei Hochzeiten, die nächste Meisterschaft ist so gut wie fix. „Diese Saison ist nicht der Normalfall“, sagt Hoeneß und meint das ausdrücklich positiv. „Nehmen Sie mal die letzten drei Jahre, da war nicht alles souverän. Jetzt spielen wir den fast perfekten Fußball, da passt alles zusammen.“
Mit den Bayern kämpft Vincent Kompany um jeden Titel in dieser Saison. Uli Hoeneß sieht jetzt schon einen „unglaublichen Vertrauensvorschuss“.
