Nach dem Testspiel gegen Lugano lobte FC-Trainer Lukas Kwasniok ein Talent überschwänglich – und kritisierte damit indirekt auch seinen etablierten Stürmer Ragnar Ache.
FC-Coach lobt Talent Schenten
Aus Kölns Trainingslager in La Nucia berichtet Jim Decker
Die Startelf im Testspiel des 1. FC Köln gegen den FC Lugano sah schon sehr nach einer Auswahl aus, die auch beim Bundesliga-Jahresauftakt gegen den 1. FC Heidenheim auflaufen könnte. Allein: Ragnar Ache saß zunächst auf der Bank. Der 27-Jährige durfte in der zweiten Hälfte mitmischen, fiel aber weder positiv noch negativ auf. Seine Hoffnungen auf einen Startelfeinsatz am Samstag dürften trotzdem nicht gewachsen sein.
„Eine Tendenz war schon vorhanden“, verriet FC-Coach Lukas Kwasniok nach dem Lugano-Test und wurde deutlich: „Die Jungs, die in der ersten Halbzeit gespielt haben, sind in meiner Gedankenwelt ein Stück weiter vorne.“
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Warme Worte für Talent Schenten
Das heißt nicht, dass sich daran bis zum Heidenheim-Spiel nichts mehr ändern kann. Es war aber auch eine klare Botschaft an Ache, der in der laufenden Saison ohnehin einen schweren Stand zu haben scheint. Für 3,5 Millionen Euro Ablöse aus Kaiserslautern gekommen, ist mit dem Strafraumstürmer jedenfalls die Hoffnung verbunden gewesen, einen Fixpunkt im Sturm zu bekommen. Allein: Nur viermal durfte er in der Liga beginnen, dazu kommt ein Startelfeinsatz im Pokal beim 1:4 gegen den FC Bayern. Zu wenig für einen, der sich endlich in der Bundesliga beweisen will – und mit seinen Toren den Klassenerhalt sichern soll.
An seiner Stelle startete gegen Lugano ausgerechnet ein 18 Jahre altes Talent: Fynn Schenten kam bislang aber nur in der U 19 des FC zum Einsatz, nicht einmal im Regionalligateam. „Ich wollte mir ihn hier anschauen und das hat er hier unter Beweis gestellt. Wir haben einen guten Jungen in der Nachwuchsabteilung“, lobte Kwasniok und wurde dann etwas überschwänglich: „Er bringt ein anderes Element mit, körperliche Wucht. Er hat sehr viel Tempo, einen sehr guten Abschluss und immer Tiefgang. Das hat bei uns kein Neuner.“
Ache ist nicht die erste Wahl
In Kwasnioks Augen offenbar auch der etabliertere Ache nicht. Dass der mit seiner Situation nicht zufrieden ist und auch nicht zufrieden sein kann, liegt auf der Hand. Dabei liefert Ache keinesfalls unterirdische Leistungen ab. In nur 537 Einsatzminuten lieferte Ache immerhin ein Tor und vier Vorlagen ab, kommt auf einen soliden kicker-Notenschnitt von 3,25. Dazu kommen starke Zweikampfwerte: 60 Prozent gewonnene Duelle in der Luft, 55 Prozent am Boden. Aches Kopfballspiel tut dem FC oftmals gut – und bietet auch in schwierigen Situationen eine willkommene Entlastungsmöglichkeit, indem er lange Schläge in vorderster Reihe sichert.
Trotzdem ist Ache bei Weitem nicht die erste Wahl, wenn Kwasniok seine Offensive aufstellen muss. Ein Wechsel ist allerdings in diesem Winter eher kein Thema. Auch, weil der FC dann einen Ersatz besorgen müsste.
Youngster Schenten jedenfalls scheint Ache im Nacken zu sitzen. „Er hat zwei gute Aktionen gehabt und es gut gemacht“, lobte Kwasniok und erklärte mit Blick auf die Heidenheim-Startelf: „Wenn ich das Gefühl habe, ich könnte jemanden reinwerfen, dann werde ich das tun. Ob das der Fall ist, kann ich noch nicht beantworten. Wir haben viele gute Spieler in der Offensive.“
Nach dem Testspiel gegen Lugano lobte FC-Trainer Lukas Kwasniok ein Talent überschwänglich – und kritisierte damit indirekt auch seinen etablierten Stürmer Ragnar Ache.
