Darum trennt sich der BVB von Standardspezialist Clapham 

Der Trainerstab von Borussia Dortmund ist zum Jahresstart geschrumpft: Standardtrainer Alex Clapham verließ vor dem Trainingslager in Marbella den Klub, der bereits entschieden hat, wie er mit dem wichtigen Thema der ruhenden Bälle künftig umgehen wird.

Ruhende Bälle werden im Spitzenfußball immer wichtiger

Es war im Sommer 2024, als der eben ins Amt startende Trainer Nuri Sahin eine Neuigkeit in Dortmund einführte: Im Engländer Alex Clapham stieß erstmals ein Assistent zum Klub, der sich ausschließlich um die Standards kümmern sollte. Sahin zollte damit einer Entwicklung im Spitzenfußball Tribut, die Tore nach ruhenden Bällen immer wichtiger werden ließ. Die Logik: Wer Einwürfe, Ecken und Freistöße besser beherrscht als der Gegner, hat einen entscheidenden Vorteil. Und auch als Sahin im Januar 2025 den BVB wieder verließ, blieb Clapham im Klub. Der neue Chefcoach Niko Kovac übernahm ihn in seinen Trainerstab.

Acht von 26 Saisontoren nach ruhenden Bällen

In dieser Saison aber regte sich Unmut ob der Qualität der ruhenden Bälle. Bei den Fans, die etwa beim Aus im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen (0:1) daran verzweifelten, dass ihr Klub zwar die Ecken-Bilanz klar dominierte, aber sämtliche Versuche harmlos in Richtung des Bayer-Strafraums flogen. Und auch bei Kovac, der öffentlich monierte, dass es „noch Luft nach oben“ gäbe und seine Elf „besser und effektiver“ bei Ecken und Co. werden müsse.

Die jetzt erfolgte Trennung von Clapham, dessen Vertrag am Saisonende ohnehin ausgelaufen und nicht verlängert worden wäre, erscheint da nur folgerichtig. Auch wenn die Daten auf den ersten Blick belegen, dass der BVB keineswegs ungefährlich ist nach ruhenden Bällen. Lediglich fünf Teams in der Bundesliga treffen häufiger nach Ecken, Freistößen, Einwürfen und Elfmetern als die achtmal erfolgreichen Dortmunder, die insgesamt 26 Tore in den ersten 15 Saisonspielen erzielen konnten – und damit ebenfalls an sechster Stelle liegen.

Nur RB Leipzig kassiert weniger Standardgegentore

Noch etwas besser steht der BVB bei den Gegentoren nach ruhenden Bällen da: Vier der insgesamt zwölf Gegentreffer fielen nach Freistößen (1), Ecken (2) und Elfmetern (1) des Gegners. Weniger Standardgegentore kassierte nur RB Leipzig (2).

Luft nach oben gibt es dennoch – vor allem offensiv, wo eine Vielzahl an Ecken und Freistößen nicht zu Abschlüssen führten und dadurch wirkungslos verpufften. Wenn auch selten so extrem wie beim Pokal-Aus gegen Leverkusen.

Claphams Stelle wird nicht neu besetzt

„Wir sind beide zu dem Schluss gekommen, dass wir jetzt getrennte Wege gehen. Ich bin dankbar für das, was er geleistet hat, seit ich da bin“, sagte Kovac am Freitag nach der Ankunft im Trainingslager in Marbella über die Trennung von Clapham, die keine Neubesetzung der Stelle nach sich ziehen wird. Die Aufgaben des Engländers werden intern verteilt.

 Der Trainerstab von Borussia Dortmund ist zum Jahresstart geschrumpft: Standardtrainer Alex Clapham verließ vor dem Trainingslager in Marbella den Klub, der bereits entschieden hat, wie er mit dem wichtigen Thema der ruhenden Bälle künftig umgehen wird. 

 

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