Auch gegen Wolfsburg war Verteidiger Ozan Kabak einer der auffälligsten Hoffenheimer. Doch noch immer lässt der neue Vertrag auf sich warten.
Harte Verhandlungen in Hoffenheim
Von seiner Präsenz im gegnerischen Strafraum konnten Wolfsburgs Stürmer nur träumen. Die Hoffenheimer Überlegenheit, die sich auch in einer vereinsinternen Rekordzahl von 16 Eckbällen niederschlug, ließ sich auch daran ablesen, dass Ozan Kabak deutlich mehr Aktionen und Abschlüsse vor dem VfL-Tor verbuchte als im eigenen Sechzehner.
Kabak schießt so oft aufs Tor wie Wolfsburg insgesamt
Umso bitterer, dass ausgerechnet Kabak beim Gegentor aus dem Nichts nach einer Ecke jenen Hauch zu spät dran war, der vorn all seinen Kopfbällen und Schüssen gefehlt hatte. Er sei sogar noch dran gewesen am Ball, meinte der TSG-Verteidiger, der aber den entscheidenden Kopfkontakt von Wolfsburgs Konstantinos Koulierakis zum 0:1 nicht mehr verhindern konnte.
Allein Kabak visierte am Samstag beim 1:1 das gegnerische Tor so oft an, wie alle Wolfsburger zusammen. Zweimal per Kopf (5. 9.), einmal mit dem rechten Fuß (45+1), einmal mit dem linken (66.) – doch das Abschlussglück stand dem Türken, der immerhin schon vier Saisontreffer auf dem Konto hat, dieses Mal nicht zur Seite. Auch das Klammern und Niederringen Kabaks im Strafraum, um Schlimmeres zu verhindern (16.), blieb ungeahndet.
Verhandlungsrunde in den letzten Tagen
Auch Grischa Prömels Ausgleichstreffer bestaunte der 25-Jährige aus nächster Nähe, weil der Abwehrrecke in der Hoffenheimer Schlussoffensive wie so oft schon wieder im Angriffszentrum gelauert hatte. Damit sind die Gemeinsamkeiten mit Prömel bei weitem nicht erschöpft. Wie der Torschütze liegt auch Kabak weiter auf der Lauer, was die jeweilige Zukunft anbelangt. Beide Spieler haben schwere Verletzungen (Kreuzbandrisse) und lange Zwangspausen hinter sich. Beide Verträge laufen nach dieser Saison aus, beide haben noch nicht verlängert.
Während sich bei Prömel zumindest die Tendenz zu einem ablösefreien Wechsel vermutlich Richtung Stuttgart erahnen lässt, ist die Lage im Falle Kabak noch unklar. Bewusst hatten beide Seiten auf vorschnelle Gespräche verzichtet, um abzuwarten, wie schnell Kabak es auf welches Leistungsniveau schaffen würde, und hatten sich bis zur Winterpause vertagt.
Seither laufen hinter den Kulissen schon länger die Bemühungen und Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung mit dem Hünen, der sich seinen Stammplatz zurückerobert hat und sich auch immer mehr seiner Topform nähert. Nach kicker-Informationen hat es erst in dieser Woche die nächste konkrete Verhandlungsrunde im Kraichgau gegeben. Doch noch immer ohne konkretes Ergebnis.
Kreuzbandriss verhinderte Transfer nach England
Natürlich verfolgen auch anderswo namhafte Klubs Kabaks Entwicklung, nicht nur angesichts der verlockenden Ablösefreiheit. Allerdings schwingt auch allerorten das Bewusstsein mit, dass der Umworbene aus einer schweren Verletzung kommt, die ihn fast eineinhalb Jahre seiner Karriere kostete. Zudem ist Kabak sehr wohl bewusst, was er an Hoffenheim hat und wie behutsam und geduldig der Klub seine Reha begleitete. Des Weiteren peilt die TSG die Rückkehr auf die internationale Bühne an, bestenfalls sogar in der Champions League.
Dem Vernehmen nach ist es auch nicht das Problem, einen für alle Seiten passenden Vertrags- und Gehaltsrahmen zu finden, sondern eher die Umstände eines mutmaßlichen Ausstiegs. Demnach gibt es unterschiedliche Sichten darüber, ob überhaupt und, wenn ja, in welcher Höhe Ausstiegsklauseln zu unterschiedlichen Zeitpunkten vereinbart werden sollen. Naturgemäß dürfte die TSG jederzeit einen Wechsel frei verhandeln wollen, andererseits machen auch Summen von 20 Millionen Euro Mindestgebühr die Runde.
Auch unmittelbar vor seinem Kreuzbandriss im Juni 2024 hatte es hartnäckige Gerüchte gegeben über einen seinerzeit unmittelbar bevorstehenden Wechsel nach England, der Hoffenheim auch diese Größenordnung hätte einbringen sollen. Die Verletzung durchkreuzte alle Planungen. Man darf gespannt sein, wie sich das dieses Mal entwickelt.
Auch gegen Wolfsburg war Verteidiger Ozan Kabak einer der auffälligsten Hoffenheimer. Doch noch immer lässt der neue Vertrag auf sich warten.
