Diesen FC Bayern kann niemand aufhalten – oder? Zumindest die Statistiken prognostizieren eine potenzielle Stolperfalle an diesem Wochenende.
Großer Nachholbedarf in Leverkusen
Bis zur 54 Jahre alten 101-Tore-Marke ist es nur noch eine Frage der Zeit, Harry Kane jagt den Rekord für die meisten Tore in einer Saison und Michael Olise den für die meisten Vorlagen. Der FC Bayern spielt eine Saison für die Geschichtsbücher, schwache Werte muss man in den Datenbanken schon aktiv suchen. Vor dem Duell bei Bayer 04 Leverkusen gibt es sie aber – sowohl für die Mannschaft als auch für die beiden offensiven Leistungsträger.
Denn mit der Werkself wartet der Gegner, mit dem die Bayern in den vergangenen Jahren die größten Probleme hatten – vor allem auswärts. Nur fünf der jüngsten 16 Gastspiele in der BayArena konnte der FCB gewinnen, dazu kommen sechs Remis und fünf Niederlagen. In den letzten drei Bundesliga-Auswärtsspielen in Leverkusen schoss Bayern nur ein Tor und holte nur einen Punkt – ein äußerst schmeichelhaftes 0:0 im Februar 2025.
Davor standen 2024 ein deutliches 0:3, mit dem Leverkusen die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte endgültig auf den Weg brachte, und 2023 ein 2:1 der Werkself, das das Ende von Julian Nagelsmann als Bayern-Trainer besiegelte. Damit ist Leverkusen der einzige aktuelle Bundesligist, bei dem Bayern seit drei Liga-Auswärtsspielen auf einen Sieg wartet und der einzige Gegner, bei dem Bayern in den letzten beiden Aufeinandertreffen im Oberhaus nicht traf.
Nirgendwo haben Kane und Olise so schwache Quoten
Was auch bedeutet: Kane, der 2023 in München aufschlug, hat in der Bundesliga noch nie in der BayArena getroffen. Leverkusen ist damit die einzige Stadt, die einen Bundesligisten beherbergt, in der der Engländer noch kein Liga-Tor bejubeln durfte. In allen anderen 19 Städten, in denen er bislang in der Bundesliga auflief, traf er auch mindestens einmal.
Selbst wenn man Heimspiele hinzurechnet, sind Kanes Werte gegen Leverkusen eher ernüchternd. Fünfmal trat er in der Bundesliga insgesamt gegen Bayer 04 an, ein Tor gelang ihm nur beim ersten Aufeinandertreffen, einem 2:2 in München. Gegen keinen anderen Bundesligisten hat Kane eine so schwache Trefferquote.
Ganz ähnlich sieht es bei Olise aus. Der Franzose, der zuletzt in Bergamo wieder seine Extraklasse zur Schau stellte und in der Bundesliga bereits bei 18 Assists liegt, hat im deutschen Oberhaus bislang gegen 19 Mannschaften gespielt, nur gegen eine gelang ihm bislang kein einziger Scorerpunkt: Leverkusen. In seinen drei Liga-Einsätzen gegen die Werkself war Olise an keinem der vier Bayern-Tore direkt beteiligt.
Wohlgemerkt: Auch bei diesen vermeintlich schwachen Statistiken gibt es ein Aber. Alle davon beziehen sich nur auf die Bundesliga. In der Champions League fuhr Bayern in der vergangenen Saison zwei deutliche Siege über Leverkusen (3:0 in München, 2:0 in der BayArena) ein, Kane gelangen in den beiden Spielen drei Tore, Olise zumindest eine Vorlage.
Und vielleicht noch wichtiger: Leverkusens Trainer heißt inzwischen nicht mehr Xabi Alonso, der Spielmacher nicht mehr Florian Wirtz – und Jonathan Tah könnte am Samstag zwar noch als Abwehrchef auf dem Platz stehen, aber wenn, dann nur auf der anderen Seite. Die Chancen für Kane, Olise & Co. stehen also gut, den statistischen Makel der Vorjahre zu beseitigen. Viele andere sind ja ohnehin nicht mehr übrig.
Diesen FC Bayern kann niemand aufhalten – oder? Zumindest die Statistiken prognostizieren eine potenzielle Stolperfalle an diesem Wochenende.
