Union Berlin und St. Pauli trennten sich am Sonntag mit einem 1:1 – ein Punkt, mit dem beide Teams am Ende durchaus leben konnten, die Eisernen aber etwas besser.
St. Pauli und Union nicht unzufrieden mit dem Remis
Er sei „zwiegespalten“, sagte Berlins Coach Steffen Baumgart nach dem 1:1 gegen St. Pauli bei DAZN und bewertete das Remis als „Teilerfolg“, den man gerne mitnehme, „weil es den Abstand zu St. Pauli hält.“ Am Ende seien es noch sechs Spiele und 18 Punkte, um die alle Bundesligisten kämpfen, „aber mit jedem Spiel wird es weniger, gerade für die Klubs, die hinter uns sind. Mit jedem Spiel kommen wir der Sache näher.“
Sportlich lobte Baumgart, dass seine Spieler nach dem Rückstand „mutig geblieben sind“ und sich dann auch mit dem Ausgleich belohnt haben. Danach „hätten wir aber das 2:1 machen können, wenn nicht müssen“, monierte der 54-Jährige und stellte fest: „Es ist ein Teilerfolg, nichts Großes, aber auch nichts Kleines. Er bringt uns dem Ziel ein kleines Stück näher.“
Ähnlich äußerte sich dann auch Alexander Blessin, der mit Blick auf den Spielverlauf und die zahlreichen gegnerischen Ecken und Einwürfe, die in Summe schwer zu verteidigen sind, „okay“ mit dem Unentschieden war. „Den Punkt nehmen wir mit.“ Der St.-Pauli-Trainer wusste, dass es „mit Sicherheit kein schönes Spiel“ gewesen ist, umso mehr lobte er daher die Resilienz, die seine Elf im Laufe der Partie entwickelt hatte. „Die ersten 20 Minuten haben die Fans gepusht, gepusht, gepusht – und dann sind sie immer leiser geworden, weil wir es besser in den Griff bekommen haben. Wir waren besser bei zweiten Bällen und besser drin“, so Blessin.
Wahl lobt Berlins „einfachen Ball“
Hauke Wahl lobte derweil die Spielweise der Berliner, die oft den „einfachen Ball“ gespielt und den Kiezkickern so das Leben „sehr stressig“ gemacht haben. Der Abwehrmann wollte das nicht als Respektlosigkeit verstanden haben, vielmehr betonte er, dass man ebenjenen einfachen Ball gut spielen müsse. „Und das machen sie. Sie sprechen eine Sprache, gehen alle hinterher, haben zwei Stürmer, die stressen, schnell sind und einen guten Körper haben. Und das zweite, was sie können, sind Standards. So ist auch das Tor gefallen.“
Baumgart nahm das Kompliment gerne an. „Ich bin mir relativ sicher, dass jeder, der gegen uns spielt, weiß, dass er nicht gerne gegen uns spielt, weil wir einfache und klare Mittel haben“, stellte Unions Coach fest und verwies darauf, dass die Köpenicker gerade in den Spielen, in denen sie eine gute Leistung gebracht haben, einfach und klar geblieben sind. „Fußball ist nicht Hacke, eins, zwei, drei, Fußball“, ergänzte Baumgart noch und meinte: „Fußball ist ein Kampfsport, wo es um Intensität, Laufbereitschaft und Zweikämpfe geht – und all das hat heute bei beiden Mannschaften gestimmt. Mir fällt es schwer, nicht zufrieden zu sein.“
Baumgart: „Wir haben eine sehr gute Ausgangsposition“
Bei sieben Punkten Vorsprung auf den Tabellen-16. St. Pauli schätzt Baumgart die eigene Ausgangslage dann auch als „sehr gut“ ein, während er von den im Fußball gebräuchlichen Aussagen, wonach man nie auf die Tabelle oder die Konkurrenz schaue, nichts hält. „Ich finde es interessant, wenn ich höre, keiner schaut auf die Tabelle und keiner zählt die Punkte“, sagte er und gab zu, dass er schon sehr genau hinschaut und darauf achtet, welche Möglichkeiten sich auftun. „Ich schaue auf die Tabelle, auf die Spieltage und darauf, wer gegen wen spielt. St. Pauli hat nächste Woche Bayern und wir wollen dann in Heidenheim ein Erfolgserlebnis haben – und schon wären wir unserem Ziel einen Schritt näher. Wir haben eine sehr gute Ausgangsposition.“
Und die Hamburger? Die sind froh, dass sie „nach zwei Niederlagen in Folge den Trend ein wenig stoppen konnten“, wie Wahl anmerkte. Was der Punkt in Berlin wert sei, konnte der Abwehrmann dann aber doch nicht so recht einordnen. „Am Ende wird man sehen, was er gebracht hat.“
Union Berlin und St. Pauli trennten sich am Sonntag mit einem 1:1 – ein Punkt, mit dem beide Teams am Ende durchaus leben konnten, die Eisernen aber etwas besser.
