Der Hamburger SV hat den wichtigen ersten Auswärtssieg der Saison teuer bezahlt. Albert Sambi Lokonga musste beim 2:0 in Heidenheim verletzt raus. Am Montagnachmittag verkündete der Aufsteiger die Diagnose: Außenbandriss im linken Sprunggelenk.
Nun ist Fabio Vieira im Zentrum gefordert
Der 26-jährige Belgier war kurz vor der Pause mit dem Heidenheimer Patrick Mainka zusammengeprallt, war nach der Halbzeit kurz vor den Teamkollegen auf den Platz gekommen um einen Versuch zu unternehmen und winkte danach ab. Nichts ging mehr, und das ergab auch das MRT am Montag im Athleticum am Volkspark: Die Diagnose Außenbandriss im Sprunggelenk trifft den HSV hart, dennoch schreibt der Klub in seiner Presseerklärung von „Glück im Unglück“.
Der Belgier ist ein Führungsspieler auf und neben dem Platz
Sambi Lokonga soll nach der ersten Einschätzung „nur wenige Wochen ausfallen.“ Und dennoch wird er fehlen: Mit seiner Spielintelligenz, Torgefährlichkeit und der Fähigkeit, das Spiel von hinten nach vorn zu tragen, ist er ein ganz wesentlicher Faktor im System von Merlin Polzin. Gemeinsam mit der medizinischen Abteilung hat es das Trainerteam in den zurückliegenden Monaten geschafft, den über drei Jahre immer wieder an Oberschenkelproblemen krankenden Profi stabil zu bekommen. Seit der Verpflichtung vom FC Arsenal Anfang September und einem behutsamen Aufbauprogramm absolvierte er 16 Ligapartien, erzielte vier Tore und kommt auf einen sehr ordentlichen kicker-Notenschnitt von 3,12.
Auch beim Erfolg auf der Ostalb wurde deutlich: Ohne Sambi Lokonga ging nach der Pause die Spielkontrolle verloren. Auch deshalb hatte Polzin unmittelbar nach der Partie noch gehofft, „dass es nicht so schlimm ist.“ Denn das 300.000-Euro-Schnäppchen hat für den Coach auch einen Wert, der über das rein Sportliche hinausgeht. „Sambi ist auch in der Kabine inzwischen sehr wichtig, baut Verbindungen auf und ist ein echter Führungsspieler geworden.“
Für die Anordnung im Mittelfeld bedeutet der Ausfall des Schlüsselspielers, dass Fabio Vieira nun wieder die bevorzugte Rolle im Mittelfeldzentrum an der Seite von Nicolai Remberg erhält. Der ebenfalls vom FC Arsenal gekommene, aber lediglich ausgeliehene Portugiese musste bis auf wenige Ausnahmen, auf der rechten Offensivposition ran, wenn er gemeinsam mit Sambi Lonkonga auf den Platz durfte, da Remberg für die Statik im HSV-Spiel unverzichtbar ist.
Fabio Vieira hat fraglos gestalterische Fähigkeiten und durchaus das Potenzial für noch mehr geniale Momente als Sambi Lokonga, der Belgier hingegen arbeitet noch verlässlicher im Rückwärtsgang. Das bedeutet für die wegweisenden Spiele am kommenden Samstag gegen Union Berlin und am Freitag darauf in Mainz: Das Spiel des HSV wird sich ein wenig verändern.
Mittelfristig könnte auch Januar-Neuling Albert Grönbaek die zentrale Mittelfeldrolle bekleiden, der 24-jährige Däne verfügt aktuell jedoch nicht über ausreichend Spielfitness. Grönbaek ist nach auskurierter Verletzung zwar gesund, nach seiner Zeit bei CFC Genua aber ohne Praxis und war deshalb in Heidenheim noch nicht Teil der HSV-Delegation. Gegen Union könnte er zum Kader gehören, ist aber noch kein Kandidat, Sambi Lokonga von Beginn an zu ersetzen.
Der Hamburger SV hat den wichtigen ersten Auswärtssieg der Saison teuer bezahlt. Albert Sambi Lokonga musste beim 2:0 in Heidenheim verletzt raus. Am Montagnachmittag verkündete der Aufsteiger die Diagnose: Außenbandriss im linken Sprunggelenk.
