In seiner Karriere bei der TSG Hoffenheim hat Kevin Akpoguma viele Höhen und Tiefen erlebt. Nun könnte seine Zeit im Kraichgau ablaufen.
Nach 13 Jahren Hoffenheim
Aus Hoffenheims Trainingslager im spanischen Girona berichtet Michael Pfeifer
Man spürt schnell, was ihm dieser Klub bedeutet, wenn man mit Kevin Akpoguma über die TSG Hoffenheim spricht. „Ich habe im Grunde meine komplette Karriere hier verbracht, klar hatte ich auch Leihen, aber ich war immer Spieler der TSG“, betont der 30-Jährige, der 2013 als 18-jähriges Talent vom Karlsruher SC zur TSG gewechselt war, „ich bin ein Urgestein, und das hat auch etwas mit Liebe zu tun zu dem Verein und zu der Region.“
Keiner im aktuellen Aufgebot ist länger da. Weder Andrey Kramaric (seit 2016) noch Oliver Baumann (seit 2014). Nur der mittlerweile allerdings ausgemusterte Dennis Geiger. Doch für Akpoguma scheint die Zeit im Kraichgau nun abzulaufen. Erst zweimal durfte er bislang in der Liga ran, andere haben dem Deutsch-Nigerianer, der in der problematischen Vorsaison nur zwei Spiele verpasste hatte, mittlerweile den Rang abgelaufen.
Grundsätzlich reduzierte Trainer Christian Ilzer die Plätze in der Innenverteidigung von drei auf zwei. Auf Akpoguma Position startete Robin Hranac durch. Auch Arthur Chaves, die Überraschung der Vorsaison, ist noch da, zudem nähert sich auch Ozan Kabak wieder der Verfassung vor seiner Kreuzbandverletzung und drängt ins Team. Innen links fasste nach Koki Machida (Kreuzbandriss) Albian Hajdari schnell Fuß. Rechts hinten schlug Vladimir Coufal voll ein, nun greift dort auch Valentin Gendrey (Knöchelbruch) wieder an. Für Akpoguma blieb zuweilen nur ein Platz auf der Tribüne.
„Es ist eine schwierige Phase für mich, ich habe so gut wie nicht gespielt. Ich muss die Situation akzeptieren und respektieren, die Verantwortlichen machen einen super Job“, erkennt und anerkennt Akpoguma, der wehmütig ahnt, was die Stunde geschlagen hat, „das muss man realistisch so sehen, das wird wehtun. Ob es im Winter passiert oder im Sommer, weiß ich nicht, das muss passen. Aber so ist das Geschäft, deshalb muss ich Augen und Ohren offen halten für jegliche Situation. Ich kann mir aktuell alles vorstellen, auch das Ausland.“
Alles sei möglich, versichert der Routinier. Es kann schnell gehen, falls sich gleich im Wintertransferfenster eine passende Option ergibt. Ansonsten wird er pflichtbewusst seinen Vertrag erfüllen. „Solange ich Teil der TSG bin, so lange werde ich alles dafür tun, dass die Mannschaft mit den hochtalentierten Spielern sich weiterhin so entwickelt, auch wenn es nur im Training ist“, versichert er, „so stand ich schon immer zu diesem Klub, ob ich mehr oder weniger gespielt habe.“
Zweimal war er vorübergehend weg. Stets auf Leihbasis, in Düsseldorf gleich zwei Jahre, zudem in Hannover, wo seine Karriere nach einem schlimmen Halswirbelbruch sogar kurz auf der Kippe gestanden hatte. „Aber ich habe mich wieder zurückgebissen, es waren auch drei, vier überragende Jahre dabei mit Europa League zur Schreuder-Zeit, Champions League zur Nagelsmann-Zeit, unter Sebastian Hoeneß hatte ich wunderbare Spiele, unter Rino Matarazzo hatte ich ein unglaubliches Standing in der Mannschaft“, erinnert sich Akpoguma, „das sind Momente, die du mitnimmst, im Großen und Ganzen war die Zeit super, ob es weitergeht, werden wir sehen.“
„Spätestens im Sommer“
Auch diese Option hat er noch nicht vollends ausgeschlossen. Schließlich hängt er an der TSG. Gespräche habe es noch keine gegeben. „Aber es wird mir hoch angerechnet, wie ich mit der Situation umgehe. Das hat etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun“, erklärt Akpoguma, „aber mein Vertrag läuft aus, und es gibt jüngere Spieler, die aktuell vor mir sind. Ich sehe da keine sportlichen Klüfte, das hat auch was mit dem Markt zu tun, das muss man akzeptieren. Es wurde noch nicht gesprochen, aber ich muss wieder auf den Platz früher oder später, das ist Fakt. Spätestens im Sommer.“ Mal sehen, wo.
In seiner Karriere bei der TSG Hoffenheim hat Kevin Akpoguma viele Höhen und Tiefen erlebt. Nun könnte seine Zeit im Kraichgau ablaufen.
