Ungewöhnlich früh reist der 1. FC Köln zum Auswärtsspiel nach Stuttgart ab. Das hat auch mit dem Straßenkarneval zu tun.
Schlimme Bilanz an jecken Tagen
Said El Mala und Tom Krauß gingen gemeinsam als Mario und Luigi, Alessio Castro-Montes als Ferrari-Formel-1-Pilot und Lukas Kwasniok als Mönch: Auf der traditionellen Karnevalssitzung des 1. FC Köln wurde es auch bei den Profis des Aufsteigers am Dienstagabend bunt. Spät allerdings dürfte es nicht nur aufgrund des von Kwasniok verhängten Zapfenstreichs um 23 Uhr für die Profis nicht geworden sein.
Nur drei Siege in 26 Jahren
Denn bereits am Karnevalssamstag trifft der FC auf den VfB Stuttgart – und flüchtet wegen der jecken Tage bereits früher als sonst aus der Karnevalshochburg Köln. Schon an Weiberfastnacht reisten die Kölner nach dem ersten Training nach Frankfurt ab, nächtigen dann am DFB-Campus und absolvieren dort eine weitere Einheit. Ein ungewöhnlicher Vorgang, der unter anderem ein Lerneffekt aus der vergangenen Saison ist. Damals waren einige Spieler noch vor dem Wochenende in Köln feiernd unterwegs gewesen – und anschließend ausgefallen. „Wir wissen, was diese Woche in Köln bedeutet. Gleichzeitig sind wir eine Profimannschaft“, betonte Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler jüngst im Express-Interview. Während die Stadt im Kölsch-Taumel versinkt, ist es eben etwas schwieriger, sich auf ein Bundesligaspiel vorzubereiten.
In Stuttgart wollen die Geißböcke auch eine schlimme Serie an den Karnevalstagen beenden, denn viel zu jubeln haben die Kölner in sportlicher Hinsicht am Sessionshöhepunkt selten. In den vergangenen 26 Jahren feierte der FC sowohl in der Bundesliga als auch in der 2. Liga nur dreimal einen Sieg am Karnevalswochenende. Abgesehen davon gab es neun Remis und ganze 14 Niederlagen. Den letzten Sieg zwischen Altweiber und Aschermittwoch gab es am 22. Februar 2020 beim 5:0 bei Hertha BSC im Oberhaus.
Übrigens spielt der FC an Karneval traditionell auswärts: Die Ordnungskräfte haben ohnehin schon allerhand zutun, ein Heimspiel des FC in Müngersdorf wäre da vermutlich unkontrollierbar.
Unabhängig vom Duell mit dem VfB darf dann auch bei den Profis auf jeden Fall am Rosenmontag gefeiert werden. Kessler fährt beim großen Zug durch Köln bei den Roten Funken auf dem Wagen mit, Said El Mala, Ragnar Ache und Trainer Kwasniok auf dem FC-Wagen. Die Vorbereitung auf das übernächste Pflichtspiel gegen die TSG Hoffenheim dürfte dann wieder halbwegs normal ablaufen. Ab Dienstagabend ist die Session schließlich bis zum November wieder beendet.
Ungewöhnlich früh reist der 1. FC Köln zum Auswärtsspiel nach Stuttgart ab. Das hat auch mit dem Straßenkarneval zu tun.
