Leverkusen, Monaco, Bayern: Binnen acht Tagen zeigten drei Top-Teams dem SC Freiburg nach dem perfekten Saisonstart die Grenzen auf. Doch trotz der null Punkte macht die Entwicklung Hoffnung. Nationalspieler Philipp Treu erklärt warum.
Keine Pause nach der Null-Punkte-Woche
In vielen Momenten am frühen Sonntagabend ging es den Freiburgern etwas schnell. Die beiden Kontersituationen in der ersten Halbzeit, von denen die erste nach Dayot Upamecanos Sprint über das ganze Feld zum 1:0 führte, stehen exemplarisch für das Spiel gegen den FC Bayern. Das Freiburger Selbstvertrauen dieser Tage behielt ganz offensichtlich die Oberhand gegenüber dem Respekt vor dem Rekordmeister. Kurzpassspiel, Risiko, Blick nach vorn – alles getreu dem üblichen Muster der Freiburger Heimspiele. Und die Bayern? Nutzen die Räume zunächst recht gnadenlos aus.
Im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer. Diese Erkenntnis machte auch Philipp Treu: „Da waren wir vielleicht ein Stück weit auch zu gierig, aber da locken die Bayern einen natürlich auch immer. Ich glaube, da gilt es einfach abzuwägen, was es braucht. Vielleicht Angriffe einfacher zu Ende spielen, den einfachen Schuss zu nehmen und nicht das Komplizierte zu machen. Das sind die Sachen, aus denen wir auch noch lernen.“ Etwas zu schnell ging es dem Rechtsverteidiger selbst dann beim 0:2, als sich Treu und Niklas Beste erst einig waren, wer Serge Gnabry folgen soll, als es zu spät war.
Die Spielweise zeugt vom Selbstverständnis
Doch vielleicht ist all das schon der erste positive Aspekt, den der SC Freiburg aus dieser ergebnistechnisch gebrauchten Woche ziehen kann. Nach den Niederlagen in Leverkusen und Monaco gegen den FC Bayern nicht in einen Sicherheitsmodus mit der Hoffnung auf einen Punkt zu verfallen, sondern voll auf den Sieg zu gehen, demonstriert gewissermaßen die Entwicklung des Klubs und das Selbstverständnis im Breisgau.
Dass die Top-Klubs, speziell auswärts, häufig eine Nummer zu groß sind, ist keine Erkenntnis dieser Woche, sondern eine altbekannte Konstante. Doch so schonungslos, wie sie das angesichts der null Punkte aus den drei Spielen gerade aufgezeigt bekamen, war es eigentlich gar nicht. In Leverkusen war bis in die Schlussphase alles offen, in Monaco folgte auf eine schwache erste Hälfte eine deutliche Reaktion nach der Pause und gegen die Münchner setzte der SC zu einer bemerkenswert energiegeladenen Schlussoffensive an, in der nicht viel zum 2:2 fehlte.
„Null Punkte in den drei Spielen, das kotzt mich richtig an, weil wir immer so nah dran waren.“ (Philipp Treu)
„Null Punkte in den drei Spielen, das kotzt mich richtig an, weil wir immer so nah dran waren“, haderte Treu und ließ am Sonntagabend seinen Ärger raus. „Das nervt einfach, und dann noch so leichte Gegentore. Ich sehe ja, wie wir arbeiten, ich sehe auch, wie wir spielen. Ich hatte jetzt nicht das Gefühl, dass wir hier heute von Bayern hergespielt wurden oder von Monaco. Okay, phasenweise in der ersten Halbzeit, aber da waren wir auch einfach nicht gut. Aber wenn wir so nah dran sind, dann tut es natürlich extrem weh. Wie wir uns am Ende aufgeopfert haben hinten raus, auch alle, die reinkamen: Das muss uns einfach Auftrieb geben.“
Drei Spiele im Freiburger Metier
Den Ärger über die verpassten Chancen muss die Schuster-Elf auf dem Platz herauslassen. Eine Verschnaufpause gibt es nicht. Stattdessen folgen noch zwei englische Wochen. Nach dem Pokalspiel am Mittwoch gegen Zweitligist Wolfsburg geht es am Samstag nach Augsburg. Es folgt das Conference-League-Spiel bei Trabzonspor (5. November) und das Heimspiel gegen Union Berlin (8. November).
In der Türkei wartet nicht nur wegen Mohamed Salah der nächste echte Härtetest. In den drei nationalen Duellen aber hat der SC die ideale Gelegenheit, den Knick der Top-Spiel-Woche wieder glattzubügeln. So schwer sich Freiburg gegen die Spitzenteams tut, so konstant punktet der Klub wie kaum ein anderer gegen Gegner auf oder unterhalb der eigenen Augenhöhe. Das gilt es zu bestätigen.
Leverkusen, Monaco, Bayern: Binnen acht Tagen zeigten drei Top-Teams dem SC Freiburg nach dem perfekten Saisonstart die Grenzen auf. Doch trotz der null Punkte macht die Entwicklung Hoffnung. Nationalspieler Philipp Treu erklärt warum.
