Kein Krisenende in Sicht: Gladbach steuert auch mit Blessin Richtung Abgrund 

Die Borussia verliert das erste Spiel unter der Regie des neuen Cheftrainers Alexander Blessin. Bei der 1:2-Niederlage im Derby brachte eine spielentscheidende Szene den Coach auf die Palme.

„Letztendlich geht es mir auf den Sack“

Mit einem leichten Lächeln betrat Alexander Blessin am Sonntag den Rasen des Rhein-Energie-Stadions. Die Gesichtszüge des neuen Gladbach-Trainers verrieten vor dem Warmmachen seiner Mannschaft nicht nur Anspannung, sondern auch Vorfreude und Zuversicht. „Es ist für uns die Möglichkeit, mit einem Spiel sehr viel wiedergutzumachen“, hatte Blessin vor seinem ersten Pflichtspiel auf der Fohlenbank gesagt und die Bedeutung des Derbys im Falle eines Erfolgs hervorgehoben: „Es kann für uns eine Initialzündung sein.“

Aber es kam – mal wieder – anders. Die Spieler verließen mit hängendenden Köpfen den Rasen. Blessins Lächeln wich nach dem Schlusspfiff einer versteinerten Miene. Vor allem die Entstehung des 1:2, als Daiki Hashioka von Tom Krauß weggeblockt worden war, brachte Blessin auf die Palme. „Er läuft aktiv in ihn rein“, ärgerte sich der aufgebrachte VfL-Coach. „Was soll ich da erzählen? Letztendlich geht es mir auf den Sack, weil es klares Foul ist.“

Gute Ansätze und alarmierende Fakten

Inhaltlich habe er von seiner Mannschaft in den 90 Minuten durchaus gute Ansätze gesehen. „Die Stabilität war da“, urteilte der 53-Jährige, nachdem die Mannschaft an den ersten vier Spieltagen 16 Gegentore geschluckt hatte. Leichte Ballverluste, schon wieder ein Gegentor nach einem Standard (beim Kölner 1:0) oder auch die 15 bis 20 Minuten nach dem Halbzeitpfiff trübten dagegen den Eindruck. „Es gibt viel zu tun. Ich will auch gar nichts schönreden. Aber ich finde, es war schon ein Schritt nach vorn. Die Mannschaft hat 90 Minuten Gas gegeben und sich dagegengestemmt“, sagte Blessin in seiner Analyse.

Die Fakten mit fünf Niederlagen zum Start sind allerdings höchst alarmierend. Gladbach steuert weiterhin voll auf den Abgrund zu. Nicht mal ein Punkt, der zumindest ein wenig Aufbruchstimmung hätte erzeugen können, blieb hängen. „Wir werden wiederkommen. Davon bin ich felsenfest überzeugt“, machte Sportchef Rouven Schröder in Optimismus. Dem Nachfolger von Eugen Polanski stellte er nach der ersten Trainingszeit mit der Mannschaft ein positives Zeugnis aus: „Alex hat bis jetzt sehr gute Arbeit geleistet. Er ist sehr intensiv dran und hat mit jedem einzelnen Spieler sehr hart gearbeitet. Die Spieler geben auch alles dafür, es besser zu machen.“

Schlechte Nachrichten bei Itakura

Als mächtige Hürde für einen Entwicklungsprozess stellt sich auch für den neuen Trainer die komplizierte Personalsituation dar. Bei Tim Kleindienst (muskuläre Probleme) und Ko Itakura hatte Blessin vor dem Derby auf eine „Punktlandung“ gehofft. Am Ende reichte es bei beiden nicht einmal für die Bank. Die schlechte Nachricht: „Bei Ko Itakura“, verriet Blessin vor dem Anpfiff am DAZN-Mikrofon, „könnte es ein Ticken länger dauern“.

Denn bei weiteren Untersuchungen stellte sich die Verletzung, die der Japaner von der Nationalmannschaft mitgebracht hat, als Muskelfaserriss im Gesäßbereich heraus. Zusammen mit Franck Honorat (Muskelverletzung), Jens Castrop (Schulter-OP), Enzo Leopold (Kreuzbandriss) und Nicolas Kühn (Muskelbündelriss) erhöhte sich die Zahl der schwerwiegenden Ausfälle fürs Köln-Spiel auf sechs. Immerhin: Kleindienst könnte gegen Hoffenheim wieder zur Verfügung stehen. So lautet zumindest Blessins Hoffnung vor dem eminent wichtigen Heimspiel am kommenden Sonntag.

 Die Borussia verliert das erste Spiel unter der Regie des neuen Cheftrainers Alexander Blessin. Bei der 1:2-Niederlage im Derby brachte eine spielentscheidende Szene den Coach auf die Palme. 

 

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