Weisers 14-monatige Leidenszeit: „Fast eine Psychose entwickelt“ 

Nach über 14 Monaten Leidenszeit ist Mitchell Weiser zurück. Der Werder-Profi spricht über mentale Tiefpunkte, den emotionalen Moment seines Comebacks und seinen im Sommer auslaufenden Vertrag.

Nach Rückkehr bei Werder

Erst vor wenigen Wochen meldete sich Mitchell Weiser beim 1:1 gegen den 1. FC Köln nach seinem Kreuzbandriss im Trikot des SV Werder Bremen zurück. Im Interview mit RTL/Sky gewährte der 32-Jährige nun intime Einblicke in seine rund 14-monatige Leidenszeit.

Wie der gebürtige Troisdorfer erklärt, sei der Weg zurück auf den Platz deutlich mehr als eine körperliche Herausforderung gewesen: „Wenn du jeden Morgen aufstehst, jede Treppe bewusst wahrnimmst und irgendwann fast eine Psychose daraus entwickelst, wie sich dein Knie oder dein Körper gerade anfühlt, dann ist das nicht einfach“, blickt Weiser zurück.

Doch nicht nur die Verletzung selbst machte ihm zu schaffen. „Im Hintergrund gab es außerdem ein paar Dinge, über die ich nicht sprechen kann, bei denen ich kämpfen musste, um überhaupt auf dem Platz zu stehen“, erzählt der 32-Jährige.

Umso größer war die Erleichterung, als Weiser schließlich wieder regelmäßig auf dem Rasen stehen konnte. „Da war sehr viel Bestätigung dabei – für meinen Glauben an mich selbst und für meinen Willen. Nach dieser langen Zeit war das sehr befreiend.“

„Es war wie eine Explosion.“ (Mitchel Weiser)

Trotz aller Rückschläge blickt Weiser heute nicht ausschließlich negativ auf die vergangenen 14 Monate zurück. Im Gegenteil: „Ich bin froh, dass ich diese Zeit erleben durfte. Stand jetzt glaube ich, dass sie mich für mein Leben auf jeden Fall weitergebracht hat. Und ich hoffe natürlich, dass sie mich auch in meiner Karriere und hinsichtlich meiner Qualität als Fußballer weiterbringt. Ich glaube, dass ich persönlich große Schritte gemacht habe. Darauf bin ich sehr stolz.“

Wie viel sich während seiner Leidenszeit angestaut hatte, zeigte sich auch bei seinem emotionalen Siegtreffer gegen den FC Augsburg: Ich glaube, jede Energie, jedes Prozent, das ich in den vergangenen Monaten versucht habe aus mir herauszuholen, jede Träne und jeder Tropfen Schweiß – all das ist in diesem Moment herausgekommen.“ Dazu sei der Glaube anderer Menschen an ihn gekommen – und sein eigener: „Es war wie eine Explosion.“

Weisers Vertrag läuft im Sommer aus

Wie es nach seiner Rückkehr sportlich weitergeht, ist derweil offen. Weisers Vertrag in Bremen läuft aus. Den Außenbahnspieler beschäftigt momentan jedoch nur das Hier und Jetzt: „Darüber habe ich wirklich zu 0,0 Prozent nachgedacht.“

Die Länderspielpause nutzte Weiser indes, um weitere Spielpraxis zu sammeln. Beim Startelf-Comeback in den Niederlanden bei Twente Enschede setzte es jedoch eine krachende 0:7-Klatsche. Am kommenden Freitag gastiert Werder zum Bundesliga-Restart beim Tabellenführer Borussia Dortmund (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker).

 Nach über 14 Monaten Leidenszeit ist Mitchell Weiser zurück. Der Werder-Profi spricht über mentale Tiefpunkte, den emotionalen Moment seines Comebacks und seinen im Sommer auslaufenden Vertrag. 

 

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