Augsburgs nächster Coup? Auch ein Torrekord ist möglich 

Der FC Augsburg steht erstmals in seiner Bundesligageschichte an der Tabellenspitze. Trainer Manuel Baum kann für den nächsten Coup fast aus dem Vollen schöpfen, dazu kommt die Euphorie rund um den Klub.

Spitzenreiter gegen Leverkusen

Manuel Baum aus der Reserve zu locken, ist mitunter so schwierig wie die Lösung einer komplexen Mathe-Abi-Klausur. Der Trainer des FC Augsburg bemüht gerne Metaphern, in der Pressekonferenz am Donnerstagmittag wählte er die US-Open und einen Netzroller als Vergleich zum 4:1-Sieg in Frankfurt, wo Augsburgs Bemühungen vor der Pause im Netz zu landen drohten, ehe sie doch ins Feld der Eintracht in Form von vier Toren und drei Punkten fielen.

Baums Mannschaft gelang es in der vergangenen Saison als einziger, dem FC Bayern eine Niederlage zuzufügen, sie thront nun nach zwei Spieltagen der Saison 2026/27 erstmals in ihrer Geschichte an der Spitze der Bundesliga. Welchen Coup planen Baum und seine Männer nun? „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. So etwas ist schwer zu planen, es passiert einfach. Wir lassen es auf uns zukommen“, lautete die ausweichende und daher unspektakuläre Antwort des Coaches.

Ein Sieg gegen Bayer Leverkusen am Samstagnachmittag wäre ein solcher Coup. Oder doch nicht? Immerhin gewannen die Fuggerstädter in der vergangenen Saison beide Vergleiche mit dem Double-Gewinner von 2024 und gehen nach zwei Siegen und 7:1-Toren – durch sieben verschiedene Torschützen – mit ganz breiter Brust ins Wiedersehen. Zwei Siege zum Start gelangen dem Klub übrigens erst einmal, 2020/21, es folgte ein torloses Remis beim VfL Wolfsburg.

Keine Diagnose, dafür Hoffnung bei Kade

Baum kann auch am Samstag seine Startelf und die Joker aus dem vermutlich besten Kader der Vereinsgeschichte wählen. Der 47-Jährige gilt als Trainer, der Wechsel eher selten vornimmt. Dennoch ließ er sich am Donnerstag diese Option bewusst offen, weil er auch auf die Stärken des Gegners reagieren wolle. Dabei verfügt er über den Luxus, dass zahlreiche Profis in die Startelf drängen. Talent Juma Bah und Kapitän Jeffrey Gouweleeuw in der Abwehr, Yannik Keitel überall in der Defensive, Young-Woo Seol auf der rechten Schiene, Alexis Claude-Maurice und Mert Kömür auf der Zehn, Rodrigo Ribeiro als Spitze. „Hoffentlich habe ich niemanden vergessen, alle sind so eng zusammen“, sagte Baum. Nein, hat er nicht.

Auch, weil bei Anton Kade der Einsatz fraglich bleibt. Der DFB-Kandidat fiel nach seiner überragenden Leistung zum Auftakt gegen Schalke (3:0) in Frankfurt aus. Auch am Donnerstag blieb der FCA eine Diagnose schuldig. „Ich bin nicht sicher, ob er im Kader stehen kann“, sagte Baum, Kade sei ihm aber im Kabinentrakt lachend begegnet, „er hat keine Schmerzen mehr“. Von den Kader-Kandidaten fehlt damit nur Neuzugang Sima Suso (Adduktorenprobleme).

In der ausverkauften WWK-Arena hofft Baum, dass seine Mannschaft die Erfolge und die Euphorie in die richtigen Bahnen lenken wird, trainiert werde unter der Woche ohnehin ergebnisunabhängig. Und neben bislang drei guten Halbzeiten bietet die erste in Frankfurt genügend Anschauungsunterricht für Verbesserungen, sein Team rannte meist hinterher.

Die besten Zweikämpfer der Liga

Zufall ist der Erfolg jedenfalls keiner. Saisonübergreifend verlor der FCA nur eines der jüngsten neun Bundesligaspiele bei fünf Siegen und drei Unentschieden. Lediglich das 0:4 bei Union Berlin am 34. Spieltag der Vorsaison trübt diese Bilanz. An den ersten beiden Spieltagen war Baums Truppe mit 59,1 Prozent gewonnener Zweikämpfe das beste Team der Liga in dieser Disziplin.

Und Finn Dahmen weist mit 91,7 Prozent abgewehrter Schüsse die beste Quote aller Torhüter auf. Dazu kommen weiche Faktoren wie das Spielverständnis des starken Sechser Fabian Rieder oder die hohe Motivation bei Michael Gregoritsch, dem mit 36 Bundesligatoren für den FCA nur noch eines zum Rekord von Alfred Finnbogason fehlt. Klappt es schon am Samstag? Oder erweist sich Leverkusen als zu stark? Diese Prognose ist fast so schwierig, wie Baum aus der Reserve zu locken…

 Der FC Augsburg steht erstmals in seiner Bundesligageschichte an der Tabellenspitze. Trainer Manuel Baum kann für den nächsten Coup fast aus dem Vollen schöpfen, dazu kommt die Euphorie rund um den Klub. 

 

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