Neuer: „Man hat ja gesehen, was man zurückbekommt“ 

In Asien wurde Manuel Neuer am stärksten bejubelt. Der Bayern-Kapitän drückt vor seinem vielleicht letzten Jahr als Profi aufs Tempo.

Wie der Bayern-Torhüter in seine (wohl) letzte Saison startet

Wenn der Gegenüber nicht sofort mitdenkt oder schaltet, kann Manuel Neuer schon mal knatschig werden. Da ist es dann auch egal, ob die- oder derjenige erwachsen oder noch ganz weit davon weg ist. Beim Einlaufen in das Kai Tak Stadium in Hongkong am Freitagabend passte Neuers Einlaufkind nicht auf und spielte stattdessen noch an einem Tischchen, als die Bayern zusammen mit Aston Villa aufs Feld gehen sollten.

Mit einer gewissen Bestimmtheit machte Neuer den Jungen deshalb darauf aufmerksam, jetzt bitte fertig zu werden und mitzugehen. Und erst, als die Hand des Jungen im rechten Handschuh des Keepers verschwand, grinste auch Neuer.

Der Spaß kommt aktuell nicht zu kurz beim Bayern-Kapitän, doch Kleinigkeiten wie jene vor Anpfiff des jüngsten Testspiels zeigen, dass beim Rekordmeister zwei Wochen vor dem Pflichtspielstart in Dortmund die nötige Ernsthaftigkeit reinkommt und reinkommen muss. Vor allem Neuer verkörpert diese Gier mit all seiner Erfahrung, ob das im Training ist oder im Spiel. Oder vor dem Spiel.

Auf den 40-Jährigen wartet seine vermutlich letzte Saison als Fußballprofi, er hatte das vor zwei Wochen am Tegernsee selbst so angekündigt. Entsprechend hoch werden die Ansprüche beim fünfmaligen Welttorhüter sein, passend zum letzten Ritt noch einmal alles zu gewinnen, inklusive Champions League.

Die Vorzeichen sind verheißungsvoll, der Bayern-Kader ist eher besser als schlechter geworden. Und in Jahr drei unter Vincent Kompany greifen die Automatismen fast schon unabhängig vom Personal, das hat der 2:1-Sieg gegen Aston Villa zumindest gezeigt. „Für die Jungs, die schon länger dabei sind, hat sich ja nichts geändert“, sagt Neuer. „Wir versuchen, uns immer zu verbessern und die Basics einfach richtig zu machen. Das versuchen die jungen Spieler, die neu dazugekommen sind, auch so schnell wie möglich zu lernen. Und die haben sich von einer sehr guten Seite präsentiert, das hat richtig Spaß gemacht.“

Neuer freut sich auf München – und das steigende Pensum

Zwei Wochen Vorbereitung liegen nun hinter Routinier Neuer, der im Trainingslager in Rottach-Egern vorstellig wurde und in Asien aufs Gaspedal drückte. Gegen Villa musste er 82 Minuten keinen Abschluss parieren, und nachdem der Europa-League-Sieger plötzlich verkürzt hatte, rettete Neuer die Bayern mit einer Glanzparade vor dem Ausgleich durch Tammy Abraham. Und bescherte ihnen damit den überaus wertvollen Erfolg beim „Audi Football Summit“.

Stressig fand er den Trip nach Südkorea und Hongkong sehr wohl, aber Neuer ist die PR-Touren im Hochsommer aus all den Jahren ja gewöhnt. „Und ich glaube, man hat auch gesehen, was man zurückbekommt. Die Fans sind da, sie unterstützen uns.“ Vor allem feierten sie den Kapitän, der sowohl auf Jeju als auch in der südchinesischen Metropole die lautesten Schreie der frenetischen Fans erhielt. „Das ist gut für uns alle, dass wir uns hier präsentieren. Aber dennoch ist es auch immer so, dass wir uns auch auf zu Hause freuen.“

Zu Hause, also an der Säbener Straße, geht es ab Montag weiter. Dann vor allem mit einem langsam voller werdenden Aufgebot.

 In Asien wurde Manuel Neuer am stärksten bejubelt. Der Bayern-Kapitän drückt vor seinem vielleicht letzten Jahr als Profi aufs Tempo. 

 

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