Der SV Werder Bremen entscheidet das erste von zwei Testspielen im Zillertal mit 2:0 für sich von – Pluspunkte sammelt ein Neuzugang, der seine „spannenden Ansätze“ bestätigt.
Rotation der Kapitänsbinde endet
Aus Bremens Trainingslager in Zell am Ziller berichtet Tim Lüddecke
„Übergeordnet stehen ja immer Erfolge, das habe ich vor ein paar Tagen ja schon mal gesagt“, sagte Daniel Thioune, aber dabei handelte es sich natürlich nur um das globale Fazit nach dem 2:0-Sieg am Mittwochabend gegen den japanischen Klub Fagiano Okayama aus der J1-League.
Der Trainer des SV Werder Bremen ging dann schon noch genauer auf die Dinge ein, die ihm gefallen haben – und eben nicht. „Wir haben versucht, inhaltlich ein bisschen was aufzusetzen – was anspruchsvoll war gegen eine sehr aggressiv und intensiv verteidigende Mannschaft“, erklärte er: „Das hat uns ein bisschen gestresst.“
Da die Japaner bereits in rund zwei Wochen in die neue Saison starten, seien sie entsprechend „weiter“ gewesen, betonte Thioune – der jedoch einige Trainingsschwerpunkte als aufgegangen sah: Das 2:0 nach einem Standard zählte etwa dazu; ebenso, dass die Null stand.
Chukis „spannende Ansätze“
Und dann war da natürlich der Treffer zum 1:0 von Chuki nach einem Flachschuss aus rund 20 Metern, den der spanische Neuzugang als erste Kostprobe seiner Fähigkeiten im Parkstadion von Zell am Ziller gab. „Jetzt haben wir gesehen, wie scharf sein Fuß sein kann“, sagte Thioune.
Und doch bremste der 52-Jährige sogleich einmal mehr die Erwartungshaltung an den 22-Jährigen, der zwar „ganz spannende Ansätze hat“, aber: „Ich habe es jetzt mehrfach betont: Die jungen Spieler müssen jetzt erstmal bei uns ankommen: Fremdes Land, fremde Kultur, fremde Menschen.“ Es würde ihn jedenfalls überraschen, „wenn dann alle direkt durch die Decke gehen“.
Den 20-jährigen Franzosen Kenny Quetant, den er damit sicherlich auch meinte, hatte in der ersten Hälfte etwa einen schweren Stand gegen die Japaner, auch Oskar Wojcik (gerade 23 Jahre alt geworden) leistete sich einen groben Fehlpass, der jedoch ungenutzt blieb.
Werder-Binde soll nicht weiter wandern
Ohnehin gehörte die Anfangsphase zunächst Fagiano: In der 10. Minute musste Werder-Keeper Karl Hein erstmals nach einer Ecke parieren und kurz darauf erneut in höchster Not gegen Motoyama eingreifen, der eigentlich die 1:0-Führung für die Japaner hätte erzielen müssen.
Der estnische Nationaltorwart indes trug diesmal im ersten Durchgang die Werder-Kapitänsbinde. Thioune wollte die Rolle während der Vorbereitung bewusst mehreren Spielern zugestehen, um Verantwortung zu verteilen.
Beim ersten Test der Vorbereitung in Verden (6:2) waren in Abwesenheit von Stammkapitän Marco Friedl (im verlängerten WM-Urlaub) noch Olivier Deman und Amos Pieper mit der Binde aufgelaufen. Im zweiten Durchgang am Mittwoch wanderte diese dann an den Arm von Keeper Markus Kolke, Werders Nummer drei.
Thioune: „Was würde dagegensprechen?“
Vor dem zweiten Testspiel am Samstag gegen den VfL Bochum kündigte Thioune jedenfalls an, dass die Rotation „jetzt langsam aufhören“ werde. Und nach seiner Rückkehr dürfte dann erneut Friedl das Team aufs Feld führen, wie der Coach bekräftigte: „Marco hat seinen Job die letzten Jahre sehr, sehr gut gemacht. Was würde dagegensprechen, dass er es im nächsten Jahr auch macht?“
Der SV Werder Bremen entscheidet das erste von zwei Testspielen im Zillertal mit 2:0 für sich von – Pluspunkte sammelt ein Neuzugang, der seine „spannenden Ansätze“ bestätigt.
