Mit Grischa Prömel heizt Stuttgart den Konkurrenzkampf im Mittelfeld an. Und der Neuzugang macht klar, wo sein Platz ist, wenn es nach ihm geht: in der Startformation.
VfB-Neuzugang stellt Startplatz-Ansprüche
Schon seine Körpersprache ist unmissverständlich. Aufrechter, breitbeiniger Gang, die Schultern nach hinten gezogen, Brustkorb raus. Der Mann weiß, was er will. Und damit hält Grischa Prömel auch verbal nicht hinterm Berg. „Ich habe mich bislang immer durchgesetzt“, sagt der VfB-Neuzugang. „Ich bin gekommen, um zu spielen.“
Hoeneß schwärmt von Prömels Charakter
In den ersten Einheiten, im ersten Testspiel (7:0 in Balingen) – Prömel ist nicht zu übersehen, nicht zu überhören. Der 31-Jährige sei „ein ganz toller Charakter, der uns in der Kabine und auf dem Platz mit seiner Persönlichkeit sehr weiterhelfen wird“, so Cheftrainer Sebastian Hoeneß. Darum sei ausschlaggebend, „ihn so zu positionieren, dass er seine Stärken zeigen kann“.
Früh vor Saisonende hatten die Stuttgarter den Spieler kontaktiert. Ablösefrei, erfahren mit 151 Bundesligaspielen (23 Tore und zehn Assists) für Union Berlin und Hoffenheim, früherer U-Nationalspieler, Silbermedaillen-Gewinner bei den Olympischen Sommerspielen 2016, Führungskraft und als i-Tüpfelchen ein Sohn der Stadt. Beste Argumente, den 31-Jährigen zurück in die Heimat zu locken.
„Im Fußball ist nicht immer alles planbar“, sagt Prömel, für den sich ein Kreis schließt. Die Rückkehr „war immer mein Wunsch“, den er seit Kindertagen hegt. „Ich kann mich an die ersten Spiele mit meinem Vater im Stadion erinnern. Das war ziemlich beeindruckend. Jetzt selbst im Stadion zu stehen, ist natürlich geil.“ Dass man nicht früher zusammenkam, sei Fügung und vielleicht auch nötig gewesen, „um der Spieler zu werden, der ich jetzt bin“.
„Es gab auch schon Trainer, die mich rechts hinten hingestellt haben.“ (Grischa Prömel)
Ein Mann der Tat zwischen den Strafräumen. Der sich für keinen Meter, keinen Zweikampf, keine Mühe zu schade ist. Der sich selbst schlicht als „zentraler Mittelfeldspieler“ sieht. „Ich kann auf der Sechs und auf der Acht spielen. Es gab auch schon Trainer, die mich rechts hinten hingestellt haben“, erzählt Prömel. Warum ihn die Stuttgarter engagiert haben? „Weil er bestimmte Dinge ausstrahlt“, so Sportvorstand Fabian Wohlgemuth, der „Führungsqualität, Siegermentalität, extrem hohe Laufbereitschaft, extrem aggressives Zweikampfverhalten“ meint. Und besonders Torgefahr, die dem VfB aus der Mitte heraus zu oft abgeht.
Was entsprechend auf eine direkte Konkurrenzsituation zu Atakan Karazor hindeutet, der das Tor so selten trifft, wie sich Jupiter und Saturn im Weltall begegnen. Des Kapitäns Nebenmann auf der Doppelsechs, Angelo Stiller, mit dem Prömel in Hoffenheim zusammengespielt hat, ist gesetzt. Der Dritte im Bunde, Chema, noch in der Lernphase. Der Neue ist sich seiner Sache sicher. „Ich wurde als Führungsspieler geholt, entsprechend gehe ich vorneweg. Ich glaube, es gibt Ideen, wie sie meine Stärken auf den Platz kriegen.“
Mit Grischa Prömel heizt Stuttgart den Konkurrenzkampf im Mittelfeld an. Und der Neuzugang macht klar, wo sein Platz ist, wenn es nach ihm geht: in der Startformation.
