Sie kamen mit großen Erwartungen, die sie nicht erfüllen konnten. Dennoch ist man beim VfB Stuttgart weiterhin von Badredine Bouanani und Jeremy Arevalo überzeugt.
Nach durchwachsener erster Spielzeit
Was haben sie nicht alles geteilt? Den großen Ehrgeiz, sich in der Fremde durchzusetzen, um den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. Die Last einer hohen Transfersumme. Große Erwartungen, die es galt, mit guten Leistungen abzustreifen. Und schlussendlich den Schmerz der Enttäuschung, lediglich eine Nebenrolle in dieser so außergewöhnlichen Saison des VfB Stuttgart gespielt zu haben. Dennoch ist das Vertrauen der sportlich Verantwortlichen in Badredine Bouanani und Jeremy Arevalo, der eine 20 Millionen Euro (an den OGC Nizza), der andere sieben Millionen (an Racing Santander) teuer, weiterhin ungebrochen. In der nächsten Saison soll ein Neustart her. Darum wurde eine mögliche Leihe in beiden Fällen auch kategorisch ausgeschlossen.
Bouanani legte gut los
Für Bouanani, dem die Nominierung für die algerische Auswahl zur WM im Gegensatz zu seinem ecuadorianischen Kollegen obendrein verwehrt blieb, hatte die Spielzeit durchaus vielversprechend begonnen – mit Tempo, sehenswerten Dribblings und Zug zum Tor, in das er allerdings nur in der Europa League in zehn Partien zweimal traf. Einfache Ballverluste und Fehlpässe blieben ebenfalls sein ständiger Wegbegleiter, was letztlich nur zu 14 Bundesligaeinsätzen ohne Scorerpunkt führte. „Er und wir hatten sicher andere Erwartungen“, so Sebastian Hoeneß zwischenzeitlich. Der 21-jährige Flügelmann „kam in die Bundesliga in eine Mannschaft mit guten Spielern“, meinte der Cheftrainer. Und mit vielen Erfolgen, die wenig Grund zu Wechseln in der Offensive lieferten. „Eine schwierige Situation für ihn.“
Der Spieler selbst zeigte sich einsichtig und erklärte in den Klubmedien, er sei nicht unzufrieden, müsste aber „auf hohem Niveau noch mehr Konstanz in mein Spiel bekommen. Ich habe einerseits richtig gute Phasen mit zielstrebigen Aktionen, bin andererseits in manchen Abschnitten zu wenig präsent. Es geht für mich darum, die aktiven, guten Phasen zu erhöhen und die anderen zu reduzieren“.
Arevalo liefert in der 3. Liga
Noch schlechter lief es für Arevalo, der im Januar zum VfB kam und nie bei Hoeneß Fuß fassen konnte. Auf sieben torlose Kurzeinwechslungen (ein Assist) beziffert sich die magere Ausbeute. Was auch dazu führte, dass der 21-jährige Stürmer, der unverkennbar Anpassungsprobleme hat und im neuen Umfeld sichtlich fremdelt, beim VfB II Spielpraxis sammeln sollte. Mit Erfolg und fünf Toren und einem Assist in vier Drittligaspielen. So soll es weitergehen im neuen Spieljahr. „Arevalo ist ein Zukunftsprojekt“, so Fabian Wohlgemuth. „Er wird die Qualität in unserem Kader nachhaltig sichern.“ Was in den Augen von Sportvorstand und Trainer auch für Bouanani gilt.
Sie kamen mit großen Erwartungen, die sie nicht erfüllen konnten. Dennoch ist man beim VfB Stuttgart weiterhin von Badredine Bouanani und Jeremy Arevalo überzeugt.
