Jamal Musiala hat auf Oliver Kahns verwirrenden WM-Tipp sportlich und verbal geantwortet. In Hamburg lieferte er erst zwei Scorerpunkte und bekräftigte anschließend den Wunsch, am Großereignis teilnehmen zu wollen.
FCB-Trainer Kompany bittet um Geduld
Bayerns Gastspiel auf St. Pauli stand bereits im Vorfeld im Zeichen des möglichen Tor-Rekords in der Bundesliga – zumindest bis Freitag. Dann hatte Oliver Kahn, der einstige CEO des FC Bayern, mit einem Rat an Jamal Musiala ein weiteres Thema für die Begegnung gesetzt: Aus seiner Sicht solle Musiala auf die Weltmeisterschaft im kommenden Sommer verzichten. „Wenn ich spüre, dass etwas in meinem Spiel nicht stimmt, dann muss ich an mir arbeiten, wieder bereit zu sein. Jamal muss, wie alle anderen auch, wenn er spielen will, schon bei 100 Prozent sein“, sagte Kahn bei Sky.
Die Antwort auf den verwirrenden Tipp ließ auf dem Feld nicht lange auf sich warten. Bereits in der 9. Minute nickte der 23-Jährige zur Münchner Führung ein. Neben dem Treffer hatte er noch in weiteren gefährlichen Szenen seine Füße im Spiel. So traf er nach rund 30 Minuten nur den Pfosten und bereitete im zweiten Durchgang noch das 4:0 durch Nicolas Jackson vor. „Es war ein gutes Spiel. Ich komme besser in Aktionen rein. Ich bin zufrieden mit meiner ganzen Leistung heute“, erklärte Musiala deswegen auch im Sky-Interview.
Gerade Startelf-Einsätze wie in Hamburg würden ihm bei der Rückkehr zu alter Stärke helfen. „Jede Minute, die ich nehmen kann, wo ich Gefühl in den Fuß, in die Beine wieder reinbekomme, tut mir gut“, sagte der Kreativspieler, der aber wie sein Trainer Vincent Kompany natürlich auch wusste, dass noch „viele Schritte“ fehlen.
„Wer große Verletzungen hatte, der weiß, wie schwierig das ist, erst einmal dieses Gefühl zurückzubekommen.“ (Vincent Kompany)
Doch dies sei in der aktuellen Phase der Reintegration völlig normal. Aus diesem Grund bat Kompany auch um etwas Geduld für seinen Schützling. „Er ist vielleicht noch nicht auf seinem besten Niveau, das ist auch völlig in Ordnung. Wer große Verletzungen hatte, der weiß, wie schwierig das ist, erst einmal dieses Gefühl zurückzubekommen“, erläuterte der Belgier. Jenes Gefühl komme aber „irgendwann“ wieder, ist sich der 40-Jährige sicher – gerade bei Spielern wie Musiala: „Am Ende werden die talentvollen Spieler immer recht haben und das wird bei Jamal genauso sein.“
Der Auftritt und die anschließenden Aussagen seines Schützlings lassen darauf schließen, dass sich die Vermutung bewahrheiten wird. Denn Musiala spüre schon mehr Vertrauen in den Fuß als noch vor einem Monat. Sollte er seine Entwicklung weiter fortsetzen, dürfte er mit Sicherheit auch bei der WM in zwei Monaten zum DFB-Kader gehören – zumindest wenn es nach ihm geht. „Ich habe nicht gelesen, was er (Kahn, Anm. d. Red.) gesagt hat. Aber auf jeden Fall will ich zur WM“, sagte Musiala und lehnte damit den Ratschlag des ehemaligen Welttorhüters ab.
Jamal Musiala hat auf Oliver Kahns verwirrenden WM-Tipp sportlich und verbal geantwortet. In Hamburg lieferte er erst zwei Scorerpunkte und bekräftigte anschließend den Wunsch, am Großereignis teilnehmen zu wollen.
