Die Eisernen enttäuschen auf ganzer Linie in Heidenheim. Selbst die sonst so zuverlässige Abwehrreihe leistete sich etliche Aussetzer.
Platz 16 in der Rückrunde
Mal wieder skandierten die vielen mitgereisten Fans nach dem Abpfiff „Aufwachen, aufwachen, aufwachen“. Es ist ein Zustand, der eigentlich schon die gesamte Rückserie Bestand hat. Union Berlin ist in der zweiten Halbserie der laufenden Bundesliga-Saison völlig indisponiert und zeigte auch in Heidenheim beim 1:3 eine erschreckend schwache Vorstellung. „Das war ein desolater Auftritt von uns“, resümierte Vize-Kapitän Rani Khedira.
Denn die Wahrheit ist: Die Hauptstädter hätten durchaus noch deutlich höher verlieren können, der Tabellenletzte ließ am Samstagnachmittag noch einige Hochkaräter liegen. „Wir müssen uns jetzt aufrappeln und es besser machen. Dieses Jahr ist uns bisher wenig geglückt“, so Khedira weiter. Wahre Worte, rangieren die Köpenicker doch in der Rückrundentabelle mit nur neun Zählern auf dem drittletzten Platz.
Warum das der Fall ist, machte die Darbietung am Schlossberg deutlich. Einmal mehr fehlten jegliche Ideen, um die Heidenheimer Defensive irgendwie vor Probleme zu stellen. Das unterstreicht der x-Goals-Wert. Dieser lag zur Halbzeit bei mickrigen 0,17 – nach den 90 Minuten immerhin bei 0,94. Aber was gänzlich mehr auffiel, war der Fakt, dass das sonst so griffige und kompakte Defensivverhalten völlig abhanden ging. Bei nahezu allen Hereingaben und Dribblings wahrten die Berliner einen Sicherheitsabstand und kamen so gar nicht oder viel zu spät in die Zweikämpfe.
Der desolate Auftritt wirft Fragen auf
So war beispielsweise Derrick Köhn bei der Heidenheimer Führung nur der Begleitschutz von Vorlagengeber Marvin Pieringer, zudem ließ Leopold Querfeld zweimal den doppelten Torschützen Mathias Honsak aus den Augen. Ebenso der sonst so zuverlässige Danilho Doekhi hatte seine Aktien an den Gegentoren. Einfache Fehler, die den Abwehrspielern sonst in der Vielzahl so nicht passieren. Die „desolate“ Leistung in Heidenheim, wie Khedira es nannte, wirft definitiv einige Fragen auf, die es nun zu analysieren und beantworten gilt.
Und das muss zügig geschehen. Denn am kommenden Wochenende wartet direkt das nächste Abstiegsduell auf Trainer Steffen Baumgart und seine Mannschaft. In einer Woche kommt der Vorletzte VfL Wolfsburg in die Hauptstadt. „Wir dürfen nicht so viel ins Denken kommen und müssen unser Spiel wieder durchziehen. Wir sind den Fans einiges schuldig nach den letzten Wochen und Monaten“, bekräftigte Khedira.
Zumindest kann es nur besser werden. Aber: Es gab immerhin einen Lichtblick. Der 16-jährige Linus Güther feierte seine Premiere und ist damit nun der zweitjüngste Bundesliga-Debütant nach Youssoufa Moukoko. Khedira lobte: „Er ist ein guter Junge, ein unglaubliches Talent. Er wird seinen Weg gehen, das war das erste von ganz vielen Spielen in der Bundesliga.“
Die Eisernen enttäuschen auf ganzer Linie in Heidenheim. Selbst die sonst so zuverlässige Abwehrreihe leistete sich etliche Aussetzer.
