Sonderfall Fußball: So ticken die Uhren in anderen Sportarten 

Die Zeitnahme im Fußball ist im Vergleich mit vielen anderen Teamsportarten eine Ausnahmeerscheinung. Wir geben einen Überblick, wie die Uhr in fünf verschiedenen Sportarten tickt und welche Regeln dort das Spiel schnell machen.

Nachspielzeit als Ausnahme

Knapp 57 Minuten rollt das Leder in der Fußball-Bundesliga durchschnittlich in 90 Minuten plus Nachspielzeit. Die Diskrepanz zwischen Nettospielzeit und der offiziellen Spielzeit ist deutlich größer als etwa im Basketball, Handball oder Eishockey. Die Nachspielzeit ist im Vergleich zu diesen Teamsportarten sogar ein Alleinstellungsmerkmal. Doch nicht nur in dieser Hinsicht gibt es Unterschiede: Während in anderen Sportarten Passivität der angreifenden Mannschaft teilweise bestraft wird, bleibt diese im Fußball ungesühnt.

Futsal

Offizielle Spielzeit: 2 x 20 MinutenDauer einer Partie von An- bis Abpfiff: ca. 85 Minuten

Die Parallelen zwischen Futsal und Fußball liegen auf der Hand, möchte man sagen, bei der Zeitnahme gibt es jedoch deutliche Gegensätze. Die Spieluhr wird beim Futsal bei jeder Spielunterbrechung gestoppt: wenn der Ball im Aus ist, bei Foul- und Handspielen, bei Toren, bei Verletzungen sowie bei Timeouts. Eine Spielverschleppung ist dadurch ausgeschlossen, eine Nachspielzeit hinfällig.

Welche Dramatik ein Countdown am Spielende bieten kann, demonstrierte der letzte Spieltag der Futsal-Bundesliga am 14. März: Schlusslicht Preußen Münster musste beim Vorletzten aus Pfarrkirchen gewinnen, um den direkten Abstieg zu vermeiden. Beim Stand von 4:4 erhielten die Preußen 0,9 Sekunden vor Schluss einen Einkick in der Nähe des gegnerischen Tores und trafen noch mit der Schlusssirene.

Viele Regeln im Futsal zielen auf ein schnelles Spiel ab: Es gilt die „Vier-Sekunden-Regel“ bei allen Spielfortsetzungen, d.h. nach Freigabe des Balls durch den Schiedsrichter muss innerhalb von vier Sekunden der Ball gespielt werden. Die Spielzeit-Uhr startet dann auch erst wieder mit der Ausführung.

Der Torwart darf pro Ballbesitz seiner Mannschaft den Ball nur einmal in der eigenen Spielfeldhälfte (für maximal vier Sekunden) kontrollieren. In der gegnerischen Spielfeldhälfte entfallen diese Beschränkungen, und der Torwart agiert dort wie ein fünfter Feldspieler. Fliegende Wechsel halten den Rhythmus zusätzlich hoch. Kumulierte Teamfouls führen ab dem sechsten Vergehen zu Freistößen vom 10-Meter-Punkt. Dadurch legen Mannschaften mehr Wert darauf, unnötige Fouls zu vermeiden.

Basketball

Offizielle Spielzeit: 4 x 10 Minuten (in der Basketball-Bundesliga)Dauer einer Partie von An- bis Abpfiff: ca. 120 Minuten

Beim Basketball gibt es ebenfalls keine Nachspielzeit, dafür wird die Uhr bei jedem Pfiff des Schiedsrichters angehalten. Um das Spieltempo hochzuhalten, gibt es klare Zeitvorgaben: Die Einwurfzeit beträgt fünf Sekunden, für das Überschreiten der Mittellinie hat das Team in Ballbesitz acht Sekunden Zeit, für den Abschluss 24 Sekunden. Zudem muss ein Angreifer, der nah verteidigt wird, während er steht, innerhalb von fünf Sekunden den Ball werfen oder passen.

Nach Körben wird aufgrund dieser Regularien ohnehin zügig weitergespielt. In den letzten zwei Minuten der regulären Spielzeit bzw. in den letzten zwei Minuten der Verlängerung wird darüber hinaus die Zeit nach jedem erfolgreichen Feldkorb angehalten.

Handball

Offizielle Spielzeit: 2 x 30 MinutenDauer einer Partie von An- bis Abpfiff: ca. 105 Minuten

Beim Handball wird die Uhr bei allen relevanten Unterbrechungen gestoppt. Die Schiedsrichter entscheiden, wann und wie lange die Zeit angehalten wird. Üblicherweise geschieht das, wenn die Spielfläche gewischt werden muss, wenn ein Spieler verletzt scheint oder wenn eine Mannschaft offenkundig auf Zeit spielt und z.B. die Ausführungen eines formellen Wurfs verzögert. Auch ein Signal des Zeitnehmers kann ein Timeout herbeiführen – beispielsweise bei einem Wechselfehler.

Zudem fördern die Regeln ähnlich wie beim Basketball ein schnelles Spiel. Nach dem Anpfiff eines Wurfes muss der Werfer den Ball innerhalb von drei Sekunden spielen. Bei Passivität der angreifenden Mannschaft kann der Schiedsrichter ein Vorwarnzeichen geben, sodass diese spätestens nach vier Pässen zum Abschluss kommen muss.

Das Spiel beschleunigt hat auch die sogenannte schnelle Mitte. Die gegnerische Mannschaft muss sich beim Anwurf nicht mehr komplett in der eigenen Hälfte befinden. Dadurch kommt es zu schnellen Gegenstößen nach Toren. Seit der Saison 2022/23 ist es auch nicht mehr zwingend nötig, dass der ausführende Spieler bei einem Anwurf mit seinem Fuß exakt auf dem Anwurfpunkt steht, er muss sich nur noch innerhalb einer festgelegten Zone am Mittelkreis aufhalten.

Eishockey

Offizielle Spielzeit: 3 x 20 MinutenDauer einer Partie von An- bis Abpfiff: ca. 135 Minuten

Beim Eishockey wird bei jeder Unterbrechung die Spielzeituhr sofort angehalten, Zeitspiel ist nicht möglich. Die Referees lassen mehr laufen, die Bande hält zudem den Puck im Spiel, das Spielgerät ist somit selten im Aus. Mittlerweile ist es auch nicht mehr erlaubt, den Puck als Verteidigungsmaßnahme mit Absicht über die Bande zu befördern. Eine solche Aktion wird – zumindest in der eigenen Verteidigungszone – stets als Spielverzögerung interpretiert und mit einer Zeitstrafe belegt.

Durch die Icing-Regel wird zudem verhindert, dass eine Mannschaft mittels Befreiungsschüssen aus der eigenen Zone bis hinter das gegnerische Tor Zeit schindet. Dabei wird die Partie sofort unterbrochen und es geht mit einem Bully vor dem Tor des Teams weiter, das das Icing verursachte.

Feldhockey

Offizielle Spielzeit: 4 x 15 MinutenDauer einer Partie von An- bis Abpfiff: ca. 90 Minuten

Die Uhr wird bei Toren, Siebenmetern, Strafecken, Verletzungen, Karten sowie beim Eingreifen des VAR gestoppt. Wie beim Eishockey und auch beim Fußball wird aber passives Spiel nicht geahndet. Beschleunigt wurde das Spiel u.a. durch fliegende Wechsel oder durch die Einführung des Selfpass, der es einem Spieler erlaubt, einen Freischlag selbst auszuführen und direkt weiterzuspielen, ohne den Ball zu einem Mitspieler passen zu müssen. Auch das Abseits wurde 1996 aufgehoben und ermöglicht schnellere Gegenstöße.

 Die Zeitnahme im Fußball ist im Vergleich mit vielen anderen Teamsportarten eine Ausnahmeerscheinung. Wir geben einen Überblick, wie die Uhr in fünf verschiedenen Sportarten tickt und welche Regeln dort das Spiel schnell machen. 

 

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