„Unendliche Wiederholungen“: Petersen würdigt Nachfolger und „Zauberfuß“ Grifo 

Vincenzo Grifo hat Geschichte geschrieben. Das 3:1 bei der 5:1-Gala gegen den KRC Genk im Achtelfinale der Europa League war sein 106. Treffer für den SC Freiburg. Der frühere italienische Nationalspieler ist damit neuer Rekordtorschütze der Breisgauer. Eine Würdigung von kicker-Kolumnist und Grifos Vorgänger Nils Petersen.

Freiburgs neuer Rekordtorschütze

Von Nils Petersen

Lieber Vince,

herzlichen Glückwunsch zum Rekord! Streng genommen hast nicht DU mich eingeholt, sondern einzig und allein dein rechter Zauber-Fuß. Den durfte ich viele Jahre aus nächster Nähe bestaunen.

Aber ich gönne dir diesen Rekord sehr, weil ich weiß, dass dir diese Qualität nicht (nur) in die Wiege gelegt wurde. Dein Ehrgeiz, dein Hunger und allen voran die Disziplin, die du in jedes Torschusstraining legst, haben dich nun folgerichtig an die Spitze gebracht. Hättest du die Standardsituationen auch bei Mönchengladbach und Hoffenheim übernehmen dürfen, wäre deine Bundesliga-Quote noch beeindruckender. So bist du halt wieder und wieder im Breisgau gelandet, um deine fußballerische Heimat zu finden – und Rekorde zu brechen.

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Mein Herz brichst du mir nicht damit, aber ich gebe zu, dass mich der Bestwert immer mit Stolz erfüllt hat. Eine kleine Aktie an deinem jetzigen Rekord habe ich auch. Entweder weil ich in schöner Regelmäßigkeit im Training in der Mauer der B-Elf stand, wenn du ruhende Bälle Richtung Spieltag geübt hast. Und vor allem, weil ich den einen oder anderen Elfmeter verschossen habe, bis du das zur Chefsache erklärt hast. Ohne meine Zuarbeit hätte es also vielleicht etwas länger gedauert, bis du die Marke ohnehin geknackt hättest.

Nun ist es also soweit. Dein gefühlvoller rechter Fuß hat es vollbracht. Versuche bitte, den Rekord so lange wie möglich noch auszubauen. Ich kann ein Lied davon singen, wie schnell man eingeholt und dann eben überholt wird. Auf der anderen Seite gibt es nicht viele Spieler, die noch diese Vereinstreue und Loyalität verkörpern.

Als ich dich 2015 nach dem Wechsel vom FSV Frankfurt das erste Mal im Dreisamstadion gesehen habe, hätte ich nicht gedacht, dass wir beide zusammen über 200 Tore für diesen besonderen Verein schießen würden. Ich wünschte, die Menschen da draußen könnten sehen, dass am Ende harte Arbeit, unendlich viele Wiederholungen und abartige Fokussierung dahinterstecken. Trage diesen Titel bitte mit Stolz, denn es ist alles andere als selbstverständlich. Ich gönne ihn dir von Herzen.

 Vincenzo Grifo hat Geschichte geschrieben. Das 3:1 bei der 5:1-Gala gegen den KRC Genk im Achtelfinale der Europa League war sein 106. Treffer für den SC Freiburg. Der frühere italienische Nationalspieler ist damit neuer Rekordtorschütze der Breisgauer. Eine Würdigung von kicker-Kolumnist und Grifos Vorgänger Nils Petersen. 

 

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