Gamechanger und mehr Konsequenz: Thiounes Rollenverständnis 

Der SV Werder Bremen hat mit zwei Siegen in Serie vorerst die Kurve gekriegt – auch weil Cheftrainer Daniel Thioune nach neuen Erkenntnissen handelte.

„Daraus haben wir Stärke generiert“

Nachdem Daniel Thioune am 21. Spieltag die Nachfolge als Werder-Cheftrainer von Horst Steffen angetreten hatte, hat er Folgendes oftmals betont und erinnerte auch jetzt noch einmal daran: „Ich habe immer gesagt, wir brauchen ein Stück weit Geduld mit mir und mit meiner Arbeit im Umgang mit der Mannschaft.“

Obwohl angesichts der brisanten Bremer Situation bei seiner Amtsübernahme natürlich nicht nur ihm zugleich klar war: „Zeit habe ich keine.“ Anfangs beobachtete der 51-Jährige viel, versuchte, die Mannschaft Dinge selbst regulieren zu lassen – doch Thioune erkannte schnell auch: „Dazu ist sie nicht in der Lage, da braucht sie ein Stück weit Unterstützung.“

Thiounes Erkenntnisgewinne in den vergangenen Wochen gingen aber gewiss noch darüber hinaus; und insbesondere im Zuge des vollzogenen Turnarounds mit zwei Siegen in Serie nach 13 sieglosen Partien hat er mittlerweile festgestellt: „Ich habe die ersten Wochen viel drauf geschaut, aber mir jetzt auch eine gewisse Konsequenz vorbehalten, dass ich die Entscheidung treffen muss und nicht fragen darf: Wie fühlt ihr euch am besten?“

Thioune gibt die Richtung vor

In einer zuvor verunsicherten Mannschaft hat es sich der Cheftrainer also zur Maßgabe gemacht, die Richtung selbst klar vorzugeben – und weniger auf die Befindlichkeiten der einzelnen Spieler einzugehen. Dafür hat er auch ein Rollenverständnis im Team implementiert, das sich offenbar auszahlt.

„Ich glaube“, so der Werder-Coach, „die Rollendefinition bei dem einen oder anderen Spieler geht aktuell auf, wir haben ein paar Gamechanger bei uns drin, wir haben ein paar Jungs, die Führung übernommen haben und die eine gewisse Resistenz entwickelt haben, die vorweg marschieren können.“

Generell bestimmt Thioune nun, welcher Profi, wo eingesetzt wird – und nicht, wo er eingesetzt werden will. „Ich setze die Spieler ein, wo sie am stärksten sind“, erklärte er: „So kann ich der Mannschaft helfen und das ist das, woraus wir jetzt ein Stück weit auch Stärke generiert haben.“

Topp erneut Milosevic-Backup?

Insofern sei die Wahrscheinlichkeit, dass die Bremer am Sonntagnachmittag gegen den 1. FSV Mainz 05 (15.30 Uhr, LIVE! beim kicker) erneut mit der gleichen Startelf in die Partie gehen wie beim 4:1-Sieg in Berlin „verdammt groß“.

Zumal Angreifer Jovan Milosevic (Rückenprobleme) noch immer nicht wieder zur Verfügung stehen wird. „Die Schmerzen sind nicht abgeklungen, er ist nicht in der Lage zu trainieren“, erläuterte Thioune, der also wohl erneut auf Keke Topp als Backup von Beginn an setzen könnte.

Letzte Fragezeichen bestehen indes noch bei Mittelfeldmann Senne Lynen und Verteidiger Niklas Stark, die erst am Freitag ins Training zurückkehrten. „Bei beiden müssen wir sehen, wie sie auf die Belastung reagieren“, so Thioune. Felix Agu und Samuel Mbangula könnten hingegen vor der Kaderrückkehr stehen.

 Der SV Werder Bremen hat mit zwei Siegen in Serie vorerst die Kurve gekriegt – auch weil Cheftrainer Daniel Thioune nach neuen Erkenntnissen handelte. 

 

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