Beim 3:3 in Freiburg patzt Alejandro Grimaldo defensiv, glänzt aber in der Offensive – und fängt sich die 5. Gelbe Karte ein, sodass er gegen Bayern München gesperrt fehlt. Das Ziel Champions League sieht der Spanier für Bayer aus anderen Gründen stark gefährdet.
Spanier gegen Bayern gesperrt
Es war ein Spiel der Extreme. Für Bayer 04, aber auch im Speziellen für Alejandro Grimaldo, der 90 Minuten im Fire-and-Ice-Modus erlebte. Zweimal hatte die Werkself einen Rückstand aufgeholt, war dann selbst in Führung gegangen, um am Ende aufgrund der eigenen, nach dem 3:2 viel zu passiven Spielweise verdient noch den Ausgleich zum 3:3-Endstand zu kassieren. Und ähnlich gestaltete sich auch die Achterbahnfahrt des Spaniers.
Defensiv mangelhaft, offensiv mit dem absoluten Highlight
Dieser offenbarte am Samstag im Breisgau in der Abwehrarbeit gewaltige Probleme, verlor beim 3:3 Torschütze Matthias Ginter aus den Augen und hatte auch in der ersten Hälfte wie vor dem Freiburger 2:1 große Schwierigkeiten seine linke Seite dicht zu halten. Defensiv agierte der spanische Nationalspieler mangelhaft.
Umgekehrt kurbelte der Linksverteidiger, der seine Rolle gewohnt variabel interpretierte und immer wieder auch aus zentraler Mittelfeldposition agierte, die Leverkusener Offensive an und sorgte mit seinem Treffer zum 2:2 für eines der absoluten Highlights, als er per Topspin-Freistoß den Ball über die Mauer ins Freiburger Tor zauberte.
Grimaldos sechster Freistoß-Treffer – so oft gelang dies bei Bayer zuletzt Calhanoglu
Es war Grimaldos sechster Treffer in der Bundesliga per direktem Freistoß. Der bislang letzte Leverkusener, der mindestens so regelmäßig Freistöße verwandelte, war Hakan Calhanoglu, dem das von 2014 bis 2015 sogar siebenmal gelang. Doch diese glänzende Statistik konnte den 30-Jährigen am Ende nicht trösten. Hatte Bayer doch zwei weitere wertvolle Punkte im Kampf um Platz 4 verloren.
Die Qualifikation für die Königsklasse sieht der Spanier in Gefahr. „Es ist zu schwierig, das Spiel zu gewinnen, wenn du drei Tore kassierst. Wir haben versucht, dieses Spiel zu gewinnen, weil wir unsere Ziele erreichen wollen. Wir sind in dieser Liga, um die Champions League zu erreichen“, sagte Grimaldo, „aber das wird nicht einfach.“
„Die Spieler sind wirklich müde. Wir versuchen es bis zum Ende, aber es wird nicht einfach.“ (Alejandro Grimaldo)
Dies gilt aufgrund des Tableaus als aktueller Tabellensechster. Aber auch deshalb, weil viele Bayer-Profis wie auch Grimaldo, die keine Erholungspausen bekommen, auf dem Zahnfleisch gehen. „Wir sind in drei Wettbewerben. Wir haben derzeit nicht viele Spieler. Es ist zu schwierig. Die Mannschaft, die Spieler sind wirklich müde“, gab der Linksfüßer zu, der in diesem Kalenderjahr auch aus diesem Grund nicht mehr dauerhaft auf seinem Topniveau performt, „wir versuchen es bis zum Ende, aber es wird nicht einfach werden.“
Zumal als nächster Liga-Gegner der FC Bayern München in Leverkusen aufkreuzt und so bei einer Niederlage eine große Lücke zu Platz 4 aufzureißen droht. Daran, dies zu verhindern, kann Grimaldo zu allem Überfluss nicht mitwirken. Sah der Musterprofi doch in Freiburg seine 5. Gelbe Karte und ist gesperrt.
„Ich weiß nicht, warum er mir die Gelbe Karte gezeigt hat. Diese Schiedsrichter sind wirklich schlecht.“ (Alejandro Grimaldo)
„Ich weiß nicht, warum mir der Schiedsrichter die Gelbe Karte gezeigt hat“, zeigte sich der Spanier darüber erbost, „diese Schiedsrichter sind wirklich schlecht.“ Zumindest von der Intensität seines Foulspiels her, war die Aktion nicht zwingend gelbwürdig. Doch das hilft Grimaldo nicht weiter. „Ich werde nicht gegen Bayern spielen. Ich werde versuchen, der Mannschaft außerhalb des Spielfelds zu helfen.“ Sowohl als Freistoßschütze als auch in seiner Rolle als linker Verteidiger dürfte Grimaldo allerdings nicht zu ersetzen sein.
Beim 3:3 in Freiburg patzt Alejandro Grimaldo defensiv, glänzt aber in der Offensive – und fängt sich die 5. Gelbe Karte ein, sodass er gegen Bayern München gesperrt fehlt. Das Ziel Champions League sieht der Spanier für Bayer aus anderen Gründen stark gefährdet.
