Im Nachholspiel beim HSV kann Kasper Hjulmand auf den zuletzt verletzt fehlenden Malik Tillman zurückgreifen. Axel Tape ist allerdings kein Startelf-Kandidat für den Trainer, der eine aktivere Spielweise andeutet.
Tillman zurück – Tape kein Startelf-Kandidat
Unter Xabi Alonso war dieses taktische Stilmittel eines der herausstechenden Merkmale von Bayer 04. Die Werkself demonstrierte Pressing und Gegenpressing auf höchstem Niveau, setzte damit auch Topklubs wie dem FC Bayern München mächtig zu. Hohe und schnelle Ballgewinne waren die Folge, die oft auch gute Chancen und Treffer nach sich zogen.
Dieses Element, einst eine große Stärke, ist inzwischen zu einem der Knackpunkte im Spiel des deutschen Vizemeisters geworden. So funktioniert das (Gegen-)Pressing nicht nur nicht mehr annähernd so gut wie unter dem spanischen Erfolgstrainer, sondern es ist ein Bestandteil der von Verteidiger Jarell Quansah nach dem 1:1 gegen Mainz angesprochenen „verschiedenen Ideen“, die die unterschiedlichen Spieler während der 90 Minuten verfolgen – und die das Leverkusener Spiel so aussehen lassen, wie es der Engländer benannte: „unkoordiniert.“
Hjulmand setzt auf konsequenteres Pressing und mehr Risiko
So räumte Trainer Kasper Hjulmand, der sonst alle Probleme wegzulächeln versuchte, am Dienstag ein, dass die Umsetzung dieses Stilmittels Fragen aufwirft. „Wir möchten unsere Pressing-Sequenzen verbessern. Wir haben bei unserem organisierten Pressing hin und her geschwankt“, erklärte der Däne, „und dann fragen sich die Spieler: Okay, wie sollen wir das machen?“
Nach der schrecklichen Leistung gegen Mainz und Quansahs Abrechnung mit dem Leverkusener Spiel bestand intern offensichtlich hoher Redebedarf. So fordert Hjulmand, der sich nicht nur mit dem Engländer („Natürlich habe ich mit Jarell gesprochen“) ausgetauscht haben dürfte, auch mehr Risikobereitschaft. „Wenn man viele Pässe im letzten Drittel spielt, geht es nicht darum, auf Nummer sicher zu gehen, sondern etwas zu versuchen.“, betont der Trainer, der seine Mannschaft nah an einem hohen Niveau sieht: „Wir nicht so weit davon entfernt sind, wie wir denken.“
Tillman könnte nach seiner Verletzungspause direkt starten
Seine Mannschaft muss nach zuletzt enttäuschenden Auftritten nun schon am Mittwoch beim HSV beweisen, dass dies nicht nur leere Worte sind. Zu dieser wird auch wieder Malik Tillman gehören. Der Mittelfeldspieler hatte zuletzt angeschlagen gefehlt, ist bereit für einen Einsatz und könnte in Hamburg direkt in die Startelf rücken.
Einen anderen seiner Profis sieht Hjulmand allerdings überraschenderweise noch nicht so weit. Axel Tape, der nach dem Ausfall von Lucas Vazquez (Wadenverletzung) und dem Syndesmoseriss von Arthur im Spiel gegen Mainz zur Halbzeit auf der rechten Schienenposition für den Brasilianer eingewechselt wurde, darf wohl nicht mit einem Mandat für die Anfangsformation rechnen.
Tape nicht fit für die Startelf? Womöglich eine Schutzbehauptung
„Er hat physisch Fortschritte gemacht, mit den Spielen in der U 19. Er ist körperlich noch nicht ganz bereit, aber er ist auf einem guten Weg. Er wird immer besser, ihm fehlt noch ein bisschen die körperliche Fitness, um viele Minuten zu spielen“, argumentierte Hjulmand. Womöglich eine Schutzbehauptung.
Entweder, weil er den 18-jährigen Franzosen, der nach muskulären Problemen im Januar schon lange wieder im Mannschaftstraining steht, nach dessen wenig überzeugenden Joker-Einsatz gegen Mainz nicht öffentlich bloßstellen wollte. Oder weil Tape nicht in seine taktischen Überlegungen für den Mittwoch passt.
„Es ist ein Thema, etwas zu verändern.“ (Kasper Hjulmand)
So erklärte Hjulmand auf Nachfrage, ob ein Systemwechsel zu einer Viererkette nach dem Ausfall von Vazquez und Arthur ein Thema sein könnte: „Ja, es ist ein Thema, etwas zu verändern. Ich mag die Möglichkeiten, zwischen den Positionen zu wechseln, sehr. Es könnte eine Option sein, manchmal mit drei oder vier zu verteidigen, um nicht mit fünf zu flach zu stehen. Es ist wichtig für uns, nicht zu flach zu stehen.“
Ein konsequenteres, weil einheitlich praktiziertes Pressing, mehr Risiko im letzten Drittel sowie der Ansatz, nicht so tief wie zuletzt mit fünf Mann statisch auf der letzten Linie zu verteidigen, wodurch Bayers Spiel oft recht passiv rüber kam – Punkte, die in Hamburg zumindest eine deutlich aktiver auftretende Werkself erwarten lassen.
Im Nachholspiel beim HSV kann Kasper Hjulmand auf den zuletzt verletzt fehlenden Malik Tillman zurückgreifen. Axel Tape ist allerdings kein Startelf-Kandidat für den Trainer, der eine aktivere Spielweise andeutet.
