Er war der Königstransfer des Wolfsburger Sommers: Vinicius Souza kostete 15 Millionen Euro, mittlerweile spielt der Brasilianer keine Rolle mehr. Was war eigentlich der Plan mit dem 26-Jährigen?
Obwohl Arnold fehlte, spielte er keine Minute
Vinicius Souza ist ein fröhlicher und in der Regel ungemein freundlicher Mensch. Als der Brasilianer kürzlich vor dem Testspiel gegen den SV Meppen (2:0) bei nasskalter Witterung am Ort des Geschehens eintraf, da sagte er: „Life is good.“ Das Leben ist gut, obwohl sich der berufliche Ist-Zustand für den Südamerikaner katastrophal darstellt.
Der 15-Millionen-Euro-Sommereinkauf des VfL steht sinnbildlich für eine Wolfsburger Saison, in der einfach nichts zusammenpasst und mehr denn je der Abstieg in die Zweitklassigkeit droht. Aktuell benötigen die bisweilen wehrlosen Wölfe dringend einen Spieler wie Vini Souza, den Geschäftsführer Peter Christiansen im Sommer als „Monster“ anpries. Eine Rolle spielt der 26-Jährige aber längst nicht mehr.
Kostspieliges Opfer einer fehlgeleiteten Kaderplanung?
Ist der Spieler zu schwach für die Bundesliga? Oder ist Vinicius Souza einfach nur das kostspielige Opfer einer völlig fehlgeleiteten Kaderplanung? Die zweite Variante drängt sich regelrecht auf, wenn man betrachtet, wie diese Saison für den Neuzugang von Sheffield United lief. Die Sechs, sagte er, „ist meine natürliche Position“. Seine Paraderolle, die ihm auch sämtliche Branchenkenner attestieren.
Wollte Christiansen Kapitän Arnold ersetzen?
Weil beim VfL diese Position jedoch Rekordspieler Maximilian Arnold vorbehalten ist, gab es für Vinicius Souza wie schon zuvor für Aster Vranckx oder Salih Özcan kein Vorbeikommen am VfL-Kapitän – von dem Boss Christiansen nicht der größte Fan sein soll. Hatte der Däne eigentlich vor, Arnold zu ersetzen? Sein neuer Trainer Paul Simonis jedenfalls war sehr schnell sehr angetan vom VfL-Urgestein, sah in ihm in jeder Hinsicht seinen verlängerten Arm auf dem Feld. Wohin also mit Vini Souza, dem Königstransfer des Sommers, der natürlich nicht als Back-up für die Bank geholt wurde?
Also spielte der Brasilianer fortan offensiver an der Seite Arnolds, als Verbindungsspieler zwischen den Strafräumen. Kleiner Haken: Das wollte und konnte er gar nicht so richtig, wenngleich er betonte: „Wenn der Trainer mich auf einer anderen Position braucht, mache ich das gerne.“ Nur eben nicht besonders gut.
Der faule Kompromiss endete an dem Tag im November, an dem Simonis seine Kündigung erhielt. Nachfolger Daniel Bauer verteilte zunächst zwar auch Lob an Vinicius Souza und betonte dessen Bedeutung für das Team, eingesetzt hat er den 26-Jährigen aber kaum noch. Nachvollziehbar, schließlich kann sich ein Bundesligist derartige Experimente im laufenden Spielbetrieb schlicht nicht erlauben.
Seit November stand der Millionen-Mann nur noch zweimal in der Startelf, beim 1:3 in Mainz als Vertreter des gesperrten Arnold, beim 0:1 in Köln ein letztes Mal an dessen Seite. Als der Kapitän nun gegen Augsburg (2:3) verletzungsbedingt ausfiel, blieb Vinicius Souza 90 Minuten auf der Bank. Obwohl er eigentlich genau jetzt dringend benötigt werden müsste. Arnold plagen Leistenprobleme, es ist nicht klar, wie schnell er wieder fit wird.
„Vini hatte in der Rückrunde auch seine Chance, er hat sie nicht genutzt.“ (VfL-Trainer Daniel Bauer erklärt, warum Vinicius Souza gegen Augsburg keine Rolle spielte)
Warum kam der frühere Flamengo-Spieler, für den sich im Winter nach kicker-Informationen der FC Brentford interessierte, gar nicht zum Einsatz? „Vini hatte in der Rückrunde auch seine Chance, er hat sie nicht genutzt“, begründet Bauer, der gleichzeitig „zwei, drei eklige Spieler“ in seiner Mannschaft vermisst. Tugenden, die der Brasilianer eigentlich verkörpern sollte beim VfL. War’s das schon für ihn in Wolfsburg, wo er bis 2030 unterschrieben hat? Der Plan mit dem „Monster“ ging bislang jedenfalls nicht auf – wenn es denn überhaupt einen gab.
Er war der Königstransfer des Wolfsburger Sommers: Vinicius Souza kostete 15 Millionen Euro, mittlerweile spielt der Brasilianer keine Rolle mehr. Was war eigentlich der Plan mit dem 26-Jährigen?
