Bisher musste Kacper Potulski nicht viele Bundesliga-Spiele nacheinander bestreiten, was sich durch die Verletzung von Stefan Bell jedoch ändern könnte. Trainer Urs Fischer wird wohl auch in den nächsten Wochen auf den 18-jährigen Innenverteidiger setzen.
Zweikampfquote ist ausbaufähig
„Er macht es wirklich gut. Er kommt in die Mannschaft und spielt wie ein 35-jähriger Routinier. Natürlich unterlaufen ihm auch Fehler. Daraus muss er lernen“, sagte Fischer über Kacper Potulski.
Der polnische U-21-Nationalverteidiger war beim 0:4 in Dortmund für den verletzten Stefan Bell eingewechselt worden, beim 1:1 gegen den Hamburger SV durfte er von Beginn an ran. Bell wird wegen einer Innenbandzerrung im Knie mehrere Wochen fehlen. „Kacper musste gegen Dortmund schon ein bisschen Lehrgeld bezahlen“, rekapitulierte Fischer, dessen Trainerteam die Aktionen vor der Partie gegen den HSV akribisch aufgearbeitet hatte.
Danach war die Entscheidung, wer für Bell in die Startelf rückt, laut Fischer „ziemlich einfach“. Gegen Hamburg hat Potulski schließlich dazu beigetragen, dass Mainz nur drei echte Tormöglichkeiten des HSV zuließ. „Es war auf der anderen Seite alles andere als ein Chancenfestival“, resümierte Niko Bungert. Daran hat laut dem heutigen Sportdirektor und früheren Innenverteidiger auch Potulski seinen Anteil: „Alles in allem hat Kacper ein sehr, sehr gutes, solides Spiel gemacht. Man kann ihm nichts vorwerfen.“
Die Tatsache, dass der Ausgleich durch einen Freistoß fiel, mit dem ein vermeintliches Foulspiel von Potulski geahndet wurde, schmälert die Leistung kaum. „Durch die Mainz-05-Brille betrachtet, war das kein Freistoß“, erklärte Phillipp Mwene. Laut Bungert habe der Schiedsrichter dabei „nicht zum ersten Mal auf einen fallenden und schreienden HSV-Spieler reagiert“.
Zweikampfquote und Passgenauigkeit
Potulski bestritt gegen den HSV die meisten Zweikämpfe (14) in der Dreierkette, gewann davon aber insgesamt nur 35,7 Prozent. Mit dieser Quote liegt er deutlich hinter Dominik Kohr (66,7 Prozent) und Stefan Posch (76,9 Prozent). Umgekehrt verhält es sich im Hinblick auf Passgenauigkeit. Hier liegt Potulski mit 81,6 Prozent vorne, gefolgt von Kohr (78,9 Prozent) und Posch (68,6 Prozent).
Wenn es darum geht, Bell zu ersetzen, ist Potulski erste Wahl – zumal Andreas Hanche-Olsen im Training einen Rückschlag erlitten hat. Gegen Hamburg gehörten auch Maxim Leitsch und Lennard Maloney zum Spieltagskader, jedoch saßen beide 90 Minuten auf der Bank. Als es darum ging, Kohr wegen eines drohenden Platzverweises zu ersetzen, zog Fischer den Schienenspieler Danny da Costa in die Innenverteidigung zurück …
Bisher musste Kacper Potulski nicht viele Bundesliga-Spiele nacheinander bestreiten, was sich durch die Verletzung von Stefan Bell jedoch ändern könnte. Trainer Urs Fischer wird wohl auch in den nächsten Wochen auf den 18-jährigen Innenverteidiger setzen.
