Der 1. FC Union Berlin hat die Negativserie durchbrochen. Das 1:0 gegen Bayer Leverkusen bedeutete für die Eisernen den ersten dreifachen Punktgewinn nach sieben Partien ohne Sieg. Matchwinner war Rani Khedira.
Union beendet Negativserie
Als Frederik Rönnow in der sechsten Minute der Nachspielzeit eine Flanke der Leverkusener herunterpflückte, feierten die Fans des 1. FC Union Berlin dies mit frenetischem Jubel. Wenig später dürfte die Dezibelzahl nochmals gestiegen sein, als Schiedsrichter Harm Osmers die Partie im Stadion an der Alten Försterei beendete und somit feststand, dass Union die Negativserie von sieben Spielen ohne Sieg durchbrochen hat.
Dass die Eisernen erstmals seit dem 20. Dezember 2025 (1:0 beim 1. FC Köln) wieder einen dreifachen Punktgewinn feiern konnten, lag an einer hingebungsvollen Verteidigungsleistung, ein wenig Spielglück im rechten Moment – und an Rani Khedira. Der 32 Jahre alte defensive Mittelfeldakteur erzielte nach 28 Minuten das siegbringende 1:0, weil er dazwischenging, als Bayer-Kapitän Robert Andrich, der eigentlich am Ball abgedeckt hatte und ihn zu seinem Torwart Janis Blaswich hätte zurückspielen können, dies aber nicht tat und Khedira stattdessen an Ball kommen und vollenden ließ.
„Es ist gefühlt tausendmal vorgekommen, dass sich Torwart und Verteidiger so ein bisschen uneinig sind.“ (Rani Khedira zu seinem Tor)
„Es ist gefühlt schon tausendmal vorgekommen, dass sich Torwart und Verteidiger so ein bisschen uneinig sind“, sagte Khedira, der nicht nur gut spekulierte, sondern dann mit einem gefühlvollen Lupfer traf, „ich hatte das Gefühl, dass es so ist und dachte: Ich nehme die Innenbahn und versuchte dazwischen zu kommen.“ Das gelang dem Routinier, der zugab, bei seinem Heber über Blaswich „ein bisschen einen Zitterfuß“ gehabt zu haben, „dass der Ball am Ende noch drüber geht.“
Das tat er aber nicht, und so hat Khedira nun eine persönliche Bestleistung aufgestellt. Der Treffer gegen Leverkusen war das fünfte Saisontor des Mittelfeldspielers, womit er seine bisherige Bestmarke – vier Tore für den FC Augsburg in der Saison 2018/19 – übertroffen hat. „Wichtig war, dass er das Ding durchgezogen hat“, lobte Union-Coach Steffen Baumgart seine Nummer acht, „der Ball war eigentlich schon weg.“ Bei Läufen in die Tiefe sei es eben nicht immer alleine entscheidend, dass ein Spieler Geschwindigkeit, sondern dass er dranbleibe, so Baumgart weiter.
Anschauungs-Unterricht bei Goretzka und Bruder Sami
Khediras neue Torgefahr hat neben der Beharrlichkeit, die den 1,89 Meter großen und 88 Kilo schweren Profi auszeichnet, auch damit zu tun, dass er auf im zentralen Mittelfeld im 3-4-2-1- oder 3-4-3-System der Berliner etwas weiter vorne agiert. „Ich versuche immer, mich an meine Partner ein Stück weit anzupassen“, sagt Khedira mit Blick auf seinen Nebenmann Aljosche Kemlein, „Joschi will gerne aus der Tiefe den Ball öfter am Fuß haben. Und da versuche ich, einen Tick höher zu stehen.“ Zudem hat Khedira, wie er sagt, Videos angeschaut von torgefährlichen Mittelfeldakteuren wie Enzo Fernandez (Chelsea), Leon Goretzka oder auch seinen Bruder Sami Khedira. Die Fortbildung hat sich offenbar gelohnt.
Der 1. FC Union Berlin hat die Negativserie durchbrochen. Das 1:0 gegen Bayer Leverkusen bedeutete für die Eisernen den ersten dreifachen Punktgewinn nach sieben Partien ohne Sieg. Matchwinner war Rani Khedira.
