„Bei der Wahl zum Tor des Jahres geht es nur noch um Platz 2“ 

Der 1. FC Köln trotzt der TSG Hoffenheim beim 2:2 einen Punkt ab. Auch, weil Stürmer Ragnar Ache einen Treffer erzielt, der an die ganz großen Momente des Fußballs erinnert.

Kölns Ache trifft per Fallrückzieher

Der erste Gedanke geht an Klaus Fischer. Für Kölns ehemaligen Stürmer waren Fallrückzieher eine Spezialität, in den 1970er und 80er Jahren netzte er immer wieder mit dem Rücken zum Tor ein. Unvergessen ist sein Treffer, der sogar zum „Tor des Jahrhunderts“ gewählt wurde. Nun scheint es, als habe Fischer einen Erben gefunden.

„Ich habe nicht viel nachgedacht“, sagt Ragnar Ache. Der 27-Jährige schwebt in der 15. Minute der Partie seines 1. FC Köln gegen die TSG Hoffenheim wie gemalt in der Luft. „Mein Körper hat sich gefühlt von selbst bewegt“, beschreibt Ache, der Said El Malas butterweiche Flanke perfekt trifft und den Aufsteiger in Führung bringt. Er weiß: „Geht der Ball rein, sieht es top aus, geht er daneben, lacht das ganze Stadion. Es ist immer eine Fünfzig-Fünfzig-Situation.“

An der Stichelei ist etwas Wahres

Am Samstagabend geht der Ball rein, das Stadion explodiert – und Köln kann nach zwei Niederlagen in Folge gegen Leipzig (1:2) und Stuttgart (1:3) wieder einen Punkt einfahren. Trainer Lukas Kwasniok nennt seinen Stürmer später „König der Lüfte“, die Mitspieler sprechen unisono von einem „Tor des Jahres“. Verteidiger Joel Schmied stichelt ein wenig und sagt: „Unter der Woche kann er sich kaum bewegen und dann haut er so ein Ding raus.“

Für Ache ist der fünfte Saisontreffer ein Beleg dafür, dass er mithalten kann im Konzert der Großen. Für den Sommer-Zugang ist es seine erste Saison als Stammkraft in der Bundesliga. Ein Status, für den er viel leiden musste. Auch, weil an Schmieds Stichelei etwas Wahres ist und sein Körper nicht immer mitspielt – und wenn er es tut, viel Pflege benötigt.

Gibt Ache nun einen aus?

„Dass er so in der Luft liegen konnte, hängt damit zusammen, dass er seit Monaten extrem hart arbeitet“, lobt Kwasniok. Der 44-Jährige weiß: „Das Tor kann ich ihm nicht beibringen. Aber sich aufzuopfern und sich physisch dahin zu bringen, das schon.“ Nun sei Ache eben nicht mehr wegzudenken aus der FC-Elf. Auch, weil er nicht nur spektakuläre Tore schießt, sondern als Anspielstation auch darüber hinaus wichtig ist.

In den meisten Teams muss man nach so einem Treffer einen ausgeben. Gut möglich, dass das auch Ache tun wird. „Das kann man nicht trainieren“, sagt der Torschütze im Wissen, dass ihm das nicht immer so gelingen wird. „Entweder man hat so einen Tag, oder man hat ihn nicht.“ Ache hatte so einen, Klaus Fischer hatte immer wieder welche. Dass beide Stürmer in einer Tradition stehen, ist für Kwasniok bereits klar: „Es geht bei der Wahl zum Tor des Jahres nur noch um Platz 2.“

 Der 1. FC Köln trotzt der TSG Hoffenheim beim 2:2 einen Punkt ab. Auch, weil Stürmer Ragnar Ache einen Treffer erzielt, der an die ganz großen Momente des Fußballs erinnert. 

 

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