„Ein großer Fehler“: Kompanys Kritik an Mourinhos Umgang mit Vinicius Junior 

Vincent Kompany nutzte die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Frankfurt auch dafür, ein flammendes Plädoyer gegen Rassismus zu halten. Anlass dafür war der Umgang von Benfica-Trainer José Mourinho mit Reals Vinicius Junior und dessen Reaktion auf eine mutmaßlich rassistische Beleidigung.

Langes Plädoyer gegen Rassismus

Als Vincent Kompany am Freitagvormittag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Frankfurt alle sportlichen Fragen beantwortet hatte, nahm sich der Bayern-Trainer auf eine vorausgegangene Frage hin Zeit, um über das Thema Rassismus zu sprechen. Aufhänger dazu waren die Szenen, die sich in der Champions-League-Partie zwischen Benfica und Real Madrid abgespielt haben.

Die Play-off-Partie war nach Reals Führungstreffer durch Vinicius Junior etwa zehn Minuten unterbrochen, nachdem der Brasilianer aufgebracht zum Schiedsrichter gerannt und anschließend nur schwer wieder zu beruhigen war. Vinicius Junior beschuldigte Benfica-Spieler Gianluca Prestianni, dass dieser ihn auf dem Feld rassistisch beleidigt habe. Bisher konnte noch nicht aufgeklärt werden, was Prestianni wirklich gesagt hat, da sich der Argentinier das Trikot vor den Mund hielt. Es soll mutmaßlich das Wort „Affe“ gefallen sein. Die UEFA untersucht den Fall.

Als Kompany auf dieses Thema angesprochen wurde, nahm sich der Belgier, der in seiner Karriere mehrmals Opfer von rassistischen Beleidigungen auf dem Fußballplatz wurde, viel Zeit. In seinem langen Statement ging es allen voran um den nachträglichen Umgang von Benfica-Trainer José Mourinho mit dieser Szene.

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Kompany stellte zunächst klar, dass Vinicius Juniors Reaktion nicht „fake“ sein könne. Es gäbe keinen Grund für ihn, „dieses ganze Elend auf seine Schultern zu nehmen. Er hat so reagiert, weil es für ihn in dieser Situation das Richtige war.“ Das viel Schlimmere aus Kompanys Sicht jedoch war, was nach der Partie passierte.

Zur Einordnung: Mourinho sagte, dass sich Vinicius Junior hätte „auf die Schultern seiner Mitspieler begeben“ und „nicht mit 60.000 Menschen in diesem Stadion anlegen“ anlegen sollen. „Er hat ein Traumtor geschossen. Warum feiert er nicht wie Eusebio, Pelé, Di Stefano? Warum tut er das nicht?“, so die Aussage des Portugiesen.

Für Kompany sind diese Äußerungen „in Bezug auf Leadership ein großer Fehler“. Mourinho habe „den Charakter von Vincius Junior attackiert, in dem er die Art des Jubels anspricht, um schlechtzureden, was er getan hat. Das ist etwas, was wir nicht akzeptieren sollten“, stellte Kompany klar, war mit seiner Kritik an Mourinho aber noch nicht fertig.

Mourinho „kann kein schlechter Mensch sein“

„Obendrauf nennt er Eusebio, dass Benfica gar nicht rassistisch sein kann, weil er ihr größter Spieler war. Weiß er, durch was Spieler in den 1960er Jahren gehen mussten? War er an Eusebios Seite bei jedem Auswärtsspiel in Europa? Durch meinen Vater weiß ich, dass wohl die einzige Option für diese Spieler damals war, leise zu sein und zehnmal besser als andere zu sein, um sich ein bisschen Respekt zu verdienen“, so Kompany, der es verteufelte, dass Mourinho Eusebios Namen ins Spiel gebracht habe, um etwas gegen Vinicius Junior zu sagen.

Anschließend plädierte Kompany dafür, dass es „Raum für einen Spieler geben sollte, sich zu entschuldigen, und dass das dann auch Auswirkungen auf die Strafe hat“. Stattdessen werden jedoch laut Kompany, auch durch jene Aussagen Mourinhos, verschiedene Lager aufgetan. „Links und rechts, weiß und schwarz. Man muss auf einer dieser Seiten sein.“

Über Mourinho habe Kompany zuvor von vielen Spielern dennoch „nie ein schlechtes Wort gehört, er kann kein schlechter Mensch sein. Aber ich weiß, was ich gehört habe, und er hat einen Fehler gemacht.“

 Vincent Kompany nutzte die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Frankfurt auch dafür, ein flammendes Plädoyer gegen Rassismus zu halten. Anlass dafür war der Umgang von Benfica-Trainer José Mourinho mit Reals Vinicius Junior und dessen Reaktion auf eine mutmaßlich rassistische Beleidigung. 

 

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