Der VfL Wolfsburg steht vor einem immens wichtigen Bundesliga-Heimspiel, das einen Dreier nach sich ziehen soll. Das Hindernis im Weg ist aber groß.
Wolfsburg ohne „Wimmsi“
Eine Sorge wurde am Donnerstag auf der Spieltagspressekonferenz des VfL Wolfsburg vor dem Bundesliga-Kellerduell mit dem FC Augsburg direkt zerstreut: Cheftrainer Daniel Bauer wird beim Spiel am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) wieder an der Seitenlinie stehen und außerdem auch schon am Freitag auf dem Gelände zurückerwartet.
Weil der Coach aber kurzfristig ausgefallen war, nahm sein Co-Trainer Tobias Holm – früherer Regionalliga-Akteur – auf dem Podium seinen Platz ein. Das unaufgeregt, locker wirkend und vorfreudig mit Blick auf den Spieltag. „Es ist keine veränderte Situation, außer dass ich heute hier oben sitze“, sagte Holm direkt mal. „Die Abläufe sind genau gleich, wir haben so einen engen Austausch im Trainerteam – alles beim Alten. Und ich gehe eben auch selbst stark davon aus, dass er (Bauer, Anm. d. Red.) am Freitag im Training und am Samstag beim Spiel wieder dabei ist.“
„Wir hätten zuletzt schon mehr verdient“
Und dann sein Team zum ersehnten Heimsieg, dem zugleich ersten Dreier seit fünf Runden, führen? Das ist laut Holm der Plan, auch weil es zuletzt unabhängig von den Ergebnissen immer wieder gut gelaufen war. „Wir hätten zuletzt schon mehr verdient gehabt, der Weg ist der richtige“, führte der 36-Jährige, der im Sommer 2020 von Hannover 96 zu den Wölfen gekommen und im Jugendbereich gestartet war, aus. „Das haben auch die Jungs selbst gesagt.“ Man stelle sich nur vor, auch mal ein gesamtes Spiel gut zu absolvieren. Beim 0:1 in Köln, dem bitteren 1:2 gegen Borussia Dortmund und beim 2:2 in Leipzig habe man aber eben starke Wölfe-Phasen gesehen – aus seiner Sicht und aus Sicht des gesamten Teams.
Das garantiere jedoch keinen anhaltenden Erfolg, zumal es die aktuelle Aufgabe Augsburg in sich hat, wie Holm ausführlich anmerkte: „Ein ganz, ganz schwierig zu bespielender Gegner. Unter Manuel Baum haben sich die Augsburger absolut stabilisiert, zehn von möglichen 15 Punkten in der Rückrunde geholt.“ Und weiter: „Sie bringen all ihre Stärken immer aufs Feld – vor allem Körperlichkeit. Sie haben die meisten Karten (55 Gelbe, eine Gelb-Rote; Anm. d. Red.) in dieser Saison gesammelt, das kommt nicht von ungefähr und soll nicht heißen, dass sie unfair spielen. Sie sind nur eben extrem unbequem zu bespielen. Wir sind aber vorbereitet – auch darauf, dass Augsburg viele lange Bälle spielen wird.“
- Bauer legt sich fest: Das ist der Wolfsburger Abwehrchef
- Einmal Gala und zurück: Svanbergs bewegte Wochen
- „Wäre eine Frechheit“: Arnold stellt sich hinter Keeper Grabara
Ferner seien sich die Niedersachsen auch der akuten Tabellensituation mit aktuell nur einem Punkt Vorsprung auf Werder Bremen auf Relegationsrang 16 bewusst. Holm: „Wir fahren aber extrem gut damit, dass wir von Woche zu Woche jedes Spiel angehen. Das klingt vielleicht langweilig, ist aber extrem wichtig für uns. Wir wollen außerdem das kleine Momentum zuletzt ausbauen und am Samstag ein Erfolgserlebnis landen. Wir müssen dafür nur Geduld mitbringen in dem Wissen, das Ding auch am Ende ziehen zu können.“
Nicht mithelfen kann dabei Offensivantreiber Patrick Wimmer (drei Tore und drei Vorlagen in 17 Spielen). „Wimmsi wird am Wochenende nicht zur Verfügung stehen, ansonsten haben wir aber im Großen und Ganzen das Aufgebot von zuletzt zusammen“, sagte Co-Trainer Holm dazu. Der Verein selbst hatte kurz vor der PK vermeldet, dass Wimmer „bis auf Weiteres“ aufgrund „einer muskulären Verletzung im linken Oberschenkel“ fehlen wird.
Weitere Rückendeckung für Grabara
Abschließend versicherte Holm noch, dass Stammtorwart Kamil Grabara ganz cool wirkt trotz jüngstem Patzer beim 2:2 in Leipzig: „Er ist ein super Typ, der sich am Sonntag natürlich geärgert hat. Das gehört dazu, alles ganz normal. Wir würden da auch niemals eine Diskussion aufkommen lassen, das hat man auch an der Reaktion der Mitspieler gesehen, die sofort zu ihm gegangen sind und ihn aufgebaut haben. Was Kamil in den letzten Wochen und über die gesamte Saison hinweg gezeigt hat … da ist es normal, dass mal sowas wie zuletzt passiert.“ Schon Kapitän Maximilian Arnold hatte sich vor Grabara gestellt.
Der VfL Wolfsburg steht vor einem immens wichtigen Bundesliga-Heimspiel, das einen Dreier nach sich ziehen soll. Das Hindernis im Weg ist aber groß.
