Vor dem Spitzenspiel in Dortmund müssen die Bayern gegen Frankfurt ran. Mit vielen vorbelasteten Spielern – oder ohne sie?
Drei Bayern-Profis sitzen auf vier Gelben Karten
Anderthalb freie Tage waren den Profis des FC Bayern bis zum Donnerstag vergönnt, nachdem das Vormittagstraining am Dienstag fast zwei Stunden lang gedauert hatte. Wer sich anschließend berufen fühlte, durfte sich durchaus dem Faschingstreiben in München hingeben, natürlich – wie das bei Profis so ist – mit Augenmaß.
Spätestens jetzt gilt der volle Fokus Eintracht Frankfurt und der nächsten Pflichtaufgabe in der Bundesliga. Für Trainer Vincent Kompany stellen sich dabei wie gewöhnlich ein paar knifflige Fragen. Nicht etwa, weil Personalmangel besteht, im Gegenteil: Er muss vielmehr entscheiden, wer gegen die SGE draußen bleibt.
Machen sowohl die Bayern als auch kurz darauf Verfolger Borussia Dortmund (Topspiel in Leipzig) ihre Hausaufgaben, bleibt das Titelrennen vor dem Gipfel in der kommenden Woche intakt. Und spätestens dort, beim BVB, will und wird Kompany in Bestbesetzung antreten.
In Bremen leistete sich Kimmich gleich 21 Ballverluste
Heißt auch, dass er Joshua Kimmich und Jonathan Tah an diesem Wochenende womöglich draußen lässt. Beide Schlüsselspieler stehen bei vier gelben Karten und dürften sich gegen die Eintracht keinen Fehltritt erlauben.
Von solchen leistete sich Kimmich beim jüngsten 3:0 in Bremen ungewöhnlich viele, 21 Ballverluste (inklusive Fehlpässe) standen am Ende in der Statistik und damit so viele wie noch nie in dieser Saison. Zuvor waren es auf 90 Minuten gerechnet gerade mal 11,1 pro Spiel. Auch die Zweikampfquote ist seit der Winterpause von 58,2 Prozent auf 50,9 zurückgegangen.
Es wirkt so, als würde den DFB-Kapitän die im November erlittene Sprunggelenksverletzung entweder noch marginal beeinflussen, oder aber der Schmerz ist noch nicht final abgeklungen. Im Dezember und zu Beginn dieses Jahres hatte Kompany seinen Spieler deshalb rausgenommen, nachdem Kimmich unter Julian Nagelsmann trotzdem das so wichtige WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei bestritten hatte. Dreimal setzte er anschließend im FCB-Dress aus, meldete sich als Joker in Leipzig (5:1) zurück und bestritt anschließend jedes Spiel.
Grundsätzlich ist Kimmich unter Kompany unantastbar und im Gegensatz zu Vorgänger Thomas Tuchel klar als Sechser vor der Abwehr gefragt, trotzdem scheut sich der aktuelle Bayern-Trainer nicht davor, Kimmich auch mal auf die Bank zu setzen, wie noch im Spätsommer in gleich zwei aufeinanderfolgenden Ligaspielen in Sinsheim (4:1) und gegen Bremen (4:0). Das passt dem Immerspieler zwar nicht so sehr, aber das Knurren fiel bislang doch noch sehr leise aus.
Auch Goretzka steht bei vier gelben Karten – oder darf Bischof ran?
Vielleicht täte Kimmich eine kleine (klitzeklitzekleine) Verschnaufpause mal wieder ganz gut, auch wenn er das (verständlicherweise) natürlich niemals so sehen würde. Alternativen stehen mit Leon Goretzka (ebenfalls vier gelbe Karten) und Tom Bischof jedenfalls bereit, der 20-Jährige hatte zuletzt beim Jahresauftakt gegen Wolfsburg (8:1) im Zentrum beginnen dürfen.
Was Tah betrifft, dürfte dem Trainer die Rotation etwas leichter fallen. Im Defensivverbund wechselt Kompany ohnehin regelmäßig durch. In Bremen hatte Dayot Upamecano, der übrigens bei drei gelben Karten steht, frisch nach seiner Vertragsverlängerung eine Verschnaufpause bekommen. Denkbar wäre also, dass Min-Jae Kim wieder startet und Tah dafür rausrutscht. Oder Hiroki Ito darf mal auf seiner favorisierten Position in der zentralen Kette beginnen, der Japaner ist zumeist als Ersatz für Alphonso Davies oder Josip Stanisic auf links gefragt.
Im Tor wird derweil definitiv gewechselt: Manuel Neuer fällt erneut wegen eines Faserrisses in der Wade aus. Der bald 40-jährige Routinier hofft zwar noch auf eine Rückkehr im Spitzenspiel beim BVB, realistisch ist diese aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Stattdessen steht Jonas Urbig gegen Frankfurt vor der nächsten Bewährungsprobe und dem insgesamt neunten Pflichtspieleinsatz in dieser Saison.
Vor dem Spitzenspiel in Dortmund müssen die Bayern gegen Frankfurt ran. Mit vielen vorbelasteten Spielern – oder ohne sie?
