Gegen den 1. FC Heidenheim steht der FC Augsburg wieder unter Druck. Trainer Manuel Baum arbeitet am Storytelling.
FCA-Trainer Baum über den gewissen Übermut seiner Mannschaft
Der Ärger über eine erneut gravierende Schiedsrichter-Fehlentscheidung ist in Augsburg inzwischen verflogen, die Gefahr im so spannenden Tabellenkeller lauert weiter. Nach zwei Siegen – einer davon beim FC Bayern – setzte es für den FCA am vergangenen Wochenende eine vermeidbare 0:2-Niederlage in Mainz, der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt gerade einmal drei Zähler.
Mut macht der Mannschaft von Manuel Baum, dass sie unter ihrem zweiten Trainer der Saison noch ungeschlagen vor eigenem Publikum ist und an Ort und Stelle bislang zwei von zwei Partien gegen das Schlusslicht 1. FC Heidenheim für sich entscheiden konnte.
Und trotzdem warnt Baum natürlich vor dem fast schon abgeschlagenen Gegner: „Wenn man die Heidenheimer anschaut: Es ist halt immer knapp.“ Beim 2:3 in Dortmund zum Beispiel, beim 1:2 in Mainz oder beim 1:1 in Wolfsburg. „Das kann schon anders ausgehen“, weiß Baum. „Und es ist wirklich bewundernswert, wie es das Trainerteam schafft, so einen Glauben zu vermitteln, mit so einem Feuer zu spielen.“
Baums Vorschlag: „Vielleicht ein bisschen senioriger spielen“
Baum versucht selbiges in Augsburg, mit abwechselnden Resultaten. Grundsätzlich zeigt die Kurve nach dem katastrophalen Jahresauftakt in Gladbach (0:4) in die richtige Richtung, wenngleich der Trainer auch bei den jüngsten zwei Siegen nicht vollends zufrieden war: „Ich habe das Gefühl, dass wir teilweise übermütig agieren, unruhig werden“, erklärt Baum und meint, dass seine Mannschaft zu oft Thema A verlässt und schon zu Thema B wandert. „Wir müssen total klar bleiben. Wenn wir diese Klarheit verlieren und übermütig werden … dann wird es deutlich schwieriger.“
Sein Vorschlag ans eigene Team: „Vielleicht ein bisschen senioriger spielen. Wir brauchen in manchen Situationen mehr Seniorität.“ Mehr Reife und Abgeklärtheit, gerade in einem potenziellen hitzigen Abstiegskracher.
Winter-Einkauf Ogundu winkt erstmaliger Kaderplatz
Die zuletzt angeschlagenen Dimitrios Giannoulis und Yannik Keitel werden zurückkehren, aber wohl erst einmal auf der Bank sitzen. Dorthin dürfte es auch Winter-Neuzugang Uchenna Ogundu schaffen, der für satte 4,5 Millionen Euro vom türkischen Erstligisten Alanyaspor kam. Der 19-jährige Stürmer soll Routinier Michael Gregoritsch und Samuel Essende Beine machen.
Festlegen auf eine Konstellation will Baum sich nicht, möglich ist für ihn auch, mit mehreren Stürmern aufzulaufen. Denn: Seiner Mannschaft vorab zu viel vorzuschreiben, funktioniert ohnehin nicht. „Es gibt zu viele Ereignisse, die dann vorm Spiel, im Spiel passieren. Der Mythos des Matchplans, der über 90 Minuten genauso durchgezogen werden kann, der existiert halt einfach nicht. Deswegen brauchst du Spieler, die bestimmte Orientierungspunkte kriegen und anhand der Situation gut entscheiden können.“ Im besten Fall besser als zuletzt in Mainz.
Gegen den 1. FC Heidenheim steht der FC Augsburg wieder unter Druck. Trainer Manuel Baum arbeitet am Storytelling.
