Nach seinem wichtigen Führungstor beim 2:0-Auswärtssieg in Heidenheim sprachen vor allem die Teamkollegen von Ransford Königsdörffer und brachen eine Lanze für den HSV-Angreifer. Am Dienstag zum Start in die neue Trainingswoche redete der 24-Jährige dann selbst – auch über die teilweise böse Kritik.
HSV-Angreifer spricht erstmals über Kritik in den Sozialen Netzwerken
Lediglich ein Saisontor hatte bis zum vergangenen Wochenende in der Bilanz von Ransford Königsdörffer gestanden. Vor allem in den Sozialen Netzwerken musste der gebürtige Berliner Dinge über sich ergehen lassen, die, wie auf den gängigen Plattformen leider längst üblich, das Maß des Erträglichen überschritten. „Ransi hat einiges abbekommen“, befand etwa Mittelfeldmann Nicolai Remberg und zeigte sich beeindruckt, dass der Angreifer im Kreise der Mannschaft dennoch immer positiv geblieben sei.
Die Zukunftsfrage lässt der Angreifer komplett offen
Am Dienstag deutete Königsdörffer an, wie ihm der Umgang mit der Negativität im Netz gelungen ist: mit dem Versuch, es so gut wie möglich an sich abprallen zu lassen. „Gehatet wurde ich schon“, sagt er, „aber das geht mir relativ am Arsch vorbei. Das interessiert mich nicht so. Wichtig sind mir die Menschen, die mir nahestehen, die Trainer, die Mannschaft, Berater, Familie und Freunde.“
Der Umgang des Angreifers mit der Situation ist bemerkenswert offen. Denn: Er macht deutlich, dass er sich sachlicher Kritik sehr wohl stellt. Und er räumt ein, dass auch er mit seinem bisherigen Saisonverlauf nach 14 Treffern im Aufstiegsjahr nicht glücklich ist. „Zufrieden bin ich mit nun zwei Toren noch nicht. Ich würde gern mehr Tore schießen.“ Und er sagt ehrlich: „Ich muss mir an die eigene Nase fassen, ich hatte genügend Chancen.“
Ausreichend Chancen hatte er auch von Merlin Polzin bekommen, war als Stürmer Nummer 1 gestartet, ehe der Status erst gegen Ende des Jahres wackelte. Und ernsthaft in Gefahr geriet, als Anfang Januar mit Damion Downs auf Leihbasis vom FC Southampton ein weiterer Mittelstürmer kam. Aber: Zumindest vorerst hat Königsdörffer den Angriff im Sturm abgewehrt, profitiert zudem davon, dass der Trainer das System angepasst hat. Zunächst war Königsdörffer, formal als Rechtsaußen aufgeboten, als hängender zweiter Stürmer neben Downs aufgelaufen, in Heidenheim nun assistierte ihm Neuling Philip Otele.
„Ich mag Baumi. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihm.“ (Ransord Königsdörffer)
„Natürlich hilft es mir, dass sich nicht mehr alles auf mich konzentriert“, sieht sich Königsdörffer eindeutig als Profiteur der taktischen Anpassung. Gegen Union will der in der Jugend von Hertha BSC ausgebildete Berliner am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) möglichst nachlegen – und damit auch seinen Förderer Steffen Baumgart treffen. Als der heutige Coach der Köpenicker im Februar 2024 in Hamburg das Traineramt übernahm, führte er Königsdörffer aus einer ersten Sackgasse und setzte von Beginn an auf ihn. „Ich mag Baumi“, sagt der Angreifer, „ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihm.“
Letztmalig Kontakt hatten beide am 5. Januar. Da ist Baumgart 54 Jahre alt geworden, und Königsdörffer verrät: „Ich habe ihm zum Geburtstag gratuliert.“ Beim Wiedersehen möchte er ihm einen einschenken. Es wäre der nächste Schritt zu einer immer noch möglichen ordentlichen ersten Bundesliga-Saison. Wohin der Weg des Stürmers danach führt, ist völlig offen. Nach dem im vergangenen Sommer geplatzten Wechsel zu OGC Nizza läuft der Vertrag des Ex-Dresdners Ende Juni aus. Er sagt: „Ich war ja wechselwillig nach der letzten Saison. Aber ich kann mir auch vorstellen, hierzubleiben. Ich weiß es aktuell nicht. Alles ist offen.“
Nach seinem wichtigen Führungstor beim 2:0-Auswärtssieg in Heidenheim sprachen vor allem die Teamkollegen von Ransford Königsdörffer und brachen eine Lanze für den HSV-Angreifer. Am Dienstag zum Start in die neue Trainingswoche redete der 24-Jährige dann selbst – auch über die teilweise böse Kritik.
