Der nächste Paukenschlag im Kraichgau: Mit Tim Jost verlässt ein weiterer Geschäftsführer die TSG Hoffenheim.
Weiteres Beben im Kraichgau
Das erklärte die TSG Hoffenheim am Mittwochvormittag per Pressemitteilung. „Nach intensiven und offenen Gesprächen haben die TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH, der TSG 1899 Hoffenheim e. V. und Tim Jost gemeinsam entschieden, die Zusammenarbeit zum 1. Februar 2026 zu beenden“, heißt es darin.
Es ist binnen weniger Monate die vierte Führungspersönlichkeit, die bei den Kraichgauern den Hut nimmt. Zunächst wurden im Oktober 2025 der Vorsitzende der Geschäftsführung der Spielbetriebs-GmbH, Dr. Markus Schütz, sowie Finanzgeschäftsführer Frank Briel abberufen von den Gesellschaftern, dem e.V. und Dietmar Hopp. Dann trat überraschend der e.V.-Vorsitzende Jörg Albrecht zurück. Nun zieht sich also auch Marketing-Geschäftsführer Jost, erst im Dezember 2024 gekommen, zurück.
„Die Übergabe wird einvernehmlich und geordnet erfolgen. Über die Einzelheiten der Inhalte der Aufhebungsvereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart“, teilte der Bundesligist mit: „Als Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH ist Andreas Schicker allein vertretungsberechtigt.“
Monatelanger Machtkampf im Kraichgau
Seit etwa einer Woche hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der 40-Jährige sowie die Gesellschafter wegen eines Aufhebungsvertrag sprächen. Bis dato ließ sich das nicht final verifizieren. Nun allerdings kam es offenbar im Laufe des Dienstags, also wenige Tage vor dem so wichtigen Auswärtsspiel beim FC Bayern an diesem Sonntag (17.30 Uhr, LIVE bei kicker.de), zur Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags.
Seit Monaten wird um die Macht beim Bundesliga-Dritten gerungen, eskaliert ist die Situation im Zuge des Rechtsstreits um ein Hausverbot gegen Spielerberater Roger Wittmann, der quasi mit einem „Remis“ endete. Nach der Doppel-Abberufung von Schütz und Briel sowie Albrechts Rücktritt rückte der aus der Ultra-Szene stammende Christoph Henssler zum Interims-Vereinschef auf und hat wegen der 50+1-Rückkehr das Sagen. Was der Kapitalseite nur bedingt schmecken dürfte.
Nur noch Schicker ist als Geschäftsführer da
Zumindest erwecken die jüngeren Geschehnisse diesen Eindruck. Schließlich läuft gerade eine Untersuchung bei der TSG wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Datenschutz. Dabei wurde eine Mitgliederliste unberechtigterweise weitergeleitet – möglicherweise zu Zwecken der geeigneten Kandidatenfindung bei den Vorstandswahlen im e.V. im März.
Dass auch ein einst leitender Mitarbeiter der GmbH freigestellt wurde in dieser Sache, der früher in der Hopp-Stiftung arbeitete, könnte zumindest darauf hindeuten, dass die Sache mit den Wahlen zusammenhängt. Mit Josts Abgang verbleibt mit Sportchef Andreas Schicker nur noch ein Geschäftsführer in der GmbH, der allerdings einzelvertretungsberechtigt ist.
Der nächste Paukenschlag im Kraichgau: Mit Tim Jost verlässt ein weiterer Geschäftsführer die TSG Hoffenheim.
