Der Fußball ist Big Business – und die Bundesliga mischt vorne mit. Das wird einmal mehr deutlich, wenn man sich die von der FIFA frisch veröffentlichten Zahlen zu den internationalen Transfers anschaut.
Frauen-Fußball im Aufwind
Der Weltverband veröffentlichte den globalen Transferbericht, der alle internationalen Transfers, als Transfers über Ländergrenzen hinweg, zusammenfasst – und es wurden wieder einmal Rekorde gebrochen. Gemäß des Berichts wurden im vergangenen Jahr 86.158 internationale Transfers getätigt, so viele wie nie zuvor.
24.558 Transfers entfielen dabei auf den Profibereich, während das Gros von 59.162 Transfers im Amateurbereich über die Bühne ging. Dass das Fußballgeschäft weltumfassend ist, zeigt der kleine Fakt, dass im vergangenen Jahr 209 der insgesamt 211 FIFA-Mitgliedsverbände an mindestens einem Amateurtransfer beteiligt waren. Deutschland ist dabei mit 7041 eingegangenen Amateurtransfers ganz an der Spitze anzutreffen.
Rekord bei Gesamtausgaben
1214 Klubs haben im vergangenen Jahr für eingehende Transfers Geld ausgegeben, 1495 haben für mindestens einen ausgehenden Transfer Geld eingenommen – beide Werte bedeuten neue Bestmarken. Im Männerfußball stiegen die Gesamtausgaben der international getätigten Transfers auf umgerechnet 10,94 Milliarden Euro; die FIFA veröffentlichte alle Angaben in US-Dollar. Der größte Batzen von 9,37 Milliarden Euro entfiel dabei auf europäische Klubs, die mit Abstand also der Haupttreiber des Fußballgeschäfts bleiben.
Erstmals in der Geschichte wurde damit die 10-Milliarden-Marke überschritten, die bisherige Bestmarke von 8,08 Milliarden war 2023 aufgestellt worden – das ist ein Anstieg von 35,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr (7,18 Mrd. Euro) verzeichnete der Weltfußball gar ein Wachstum von 50 Prozent.
England bei Ausgaben und Einnahmen führend
Wenig überraschend sind die finanzstarken Engländer mit ihrer Premier League, diejenigen, die am meisten gezahlt haben. Die Engländer bezahlten für eingehende Transfers wie etwa den von Florian Wirtz oder Nick Woltemade satte 3,19 Milliarden Euro, auf der Einnahmenseite steht aber auch die beachtliche Summe von 1,48 Milliarden Euro. Die Premier League ist damit sowohl größter Zahler als größter Empfänger.
In absoluten Zahlen liegen die Klubs aus Brasilien sowohl bei eingehenden (1190) als auch ausgehenden Transfers (1005) vorn. Geht es ums Geld, dann sieht die Sache anders aus, da Brasilien mit gerundet 362,1 Millionen Euro an Ausgaben und 576 Millionen Euro an Einnahmen nicht gerade vorne mitspielt. Ganz anders Deutschland, das bemerkenswerterweise mit Ausgaben von 1,07 Milliarden Euro das restliche Feld hinter England anführt.
Aus den Top-5-Ligen knackte nur noch die Serie A die Milliarden-Marke, Frankreich mit 769,9 Millionen Euro und Spanien mit 619,6 Millionen Euro lagen sogar hinter Saudi-Arabien, das immerhin noch 758 Millionen Euro für internationale Transfers aufwendete.
Auf der Einnahmenseite spielen die Saudis mit 136 Millionen Euro jedoch nur eine untergeordnete Rolle, ganz im Gegensatz zu Frankreich, das satte 1,43 Milliarden Euro erlöste und damit nur knapp hinter England (1,48 Mrd.) und doch ein gutes Stück vor Deutschland liegt, das mit 1,25 Milliarden Euro auf der Einnahmenseite aber ebenfalls gut dasteht und wie Frankreich einen „Exportüberschuss“ aufweist. Italien mit 920 Millionen Euro sowie Spanien mit 776,8 Millionen Euro sind dahinter.
Geldflüsse aus und nach England
Wenn man sich die Zahlen für Deutschland anschaut, dann fällt auf, dass 63 und damit die meisten internationalen Transfers aus Österreich stammten. Es folgen England (57), Frankreich (48), die Niederlande (39) und die Schweiz (31.). Das meiste Geld floss aus Deutschland nach England (328,6 Mio.), Frankreich (234,1) und Spanien (83 Mio.).
Bei den Abgängen führt in Deutschland wieder der südliche Nachbar Österreich die Liste mit 52 Transfers an, dicht gefolgt von England (51) und den Niederlanden (50). Es folgen die Türkei (45) und die Schweiz (34). Das meiste Geld kam wenig überraschend aus England, von wo aus 870 Millionen Euro den Weg in die Bundesrepublik fanden. Auf den weiteren Plätzen folgen Saudi-Arabien (92,8 Mio.), Italien (55,52 Mio.), Niederlande (43,6 Mio.) und Frankreich (40,5 Mio.).
Positive Entwicklung im Frauen-Fußball
Transferrekorde wurden auch bei den Frauen erzielt, wenn auch in einem sehr viel kleineren Maß. Die Gesamtausgaben für Transferentschädigungen im Profibereich beliefen sich auf 23,9 Millionen Euro, was eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um satte 80 Prozent bedeutet – insgesamt waren 756 Klubs an internationalen Transfers beteiligt, ein Plus von 8,3 Prozent. Auch wenn die Zahlen noch weit weg sind von dem, was man im Männerbereich umsetzt, so ist dennoch auch bei den Frauen eine positive Entwicklung zu verzeichnen. So wurden im vergangenen Jahr 2440 internationale Transfers von Profispielerinnen verzeichnet. Das sind 6,3 Prozent mehr als 2024.
Sämtliche von der FIFA veröffentlichten Zahlen beziehen sich ausschließlich auf internationale Transfers, also Transfers über Ländergrenzen hinweg – nationale Transfers sind in dem Bericht nicht enthalten. Das heißt, dass die Kennziffern nur ein Segment des gesamten Transfervolumens abbilden. Vollumfängliche Daten über das Gesamtvolumen aller Transfers des Weltfußballs gibt es nicht in zusammengefasster Form. Experten zufolge soll sich das Gesamtvolumen aller Transfers jedoch bei einer Summe bewegen, die im Vergleich zu den internationalen Transfers um den Faktor 2 bis 2,5 höher ist.
Der Fußball ist Big Business – und die Bundesliga mischt vorne mit. Das wird einmal mehr deutlich, wenn man sich die von der FIFA frisch veröffentlichten Zahlen zu den internationalen Transfers anschaut.
