„Ich wusste, worauf ich mich einlasse“: Schwegler schlägt Abstiegs-Alarm 

Der VfL Wolfsburg steht in der Bundesliga schon wieder gehörig unter Druck. Nach dem desolaten Auftritt in Mainz (1:3) wird der neue Sportdirektor Pirmin Schwegler erstmals deutlich.

Desolate Wolfsburger Zahlen

Kamil Grabara hat es schon vor drei Monaten gewusst. Auch Ende Oktober parierte der Wolfsburger Schlussmann im Spiel beim Hamburger SV einen Strafstoß, der VfL duselte sich zum 1:0-Sieg beim Aufsteiger. „Lasst uns die Realität nicht verdrehen“, warnte der Torwart damals, „wir waren schlecht. Wir haben wahrscheinlich unser ganzes Glück für diese Saison aufgebraucht, sodass ein Spiel wie dieses wohl nicht noch einmal vorkommen wird.“

In Mainz, Grabara parierte den mittlerweile dritten Strafstoß in dieser Saison, hätte es trotz der frühen Führung wieder ganz viel Glück benötigt, damit der VfL etwas Zählbares ergattert. Am Ende aber stand ein 1:3 und ein besorgniserregender Leistungsrückfall, der an die schlimmen Auftritte der Mannschaft unter Ex-Trainer Paul Simonis erinnerte.

St. Pauli, Heidenheim, Mainz – in keinem Spiel war Wolfsburg besser

Simonis aber ist längst Vergangenheit, mittlerweile hat der ehemalige U-19-Coach Daniel Bauer das Sagen. So gut das aussah in den ersten Wochen unter dem Bundesliga-Novizen, dessen Fußballlehrer-Ausbildung in der vergangenen Woche begonnen hat, so desolat präsentiert sich der VfL seit Wiederbeginn nach der Winterpause.

Das 1:8 beim FC Bayern bedeutete die höchste Bundesliga-Niederlage der Vereinsgeschichte, es folgten die Spiele gegen die Keller-Konkurrenten St. Pauli (2:1), Heidenheim (1:1) und nun Mainz. Erschreckend: In keiner Partie war das Wolfsburger Millionen-Projekt besser als der Gegner, dem glücklichen Sieg gegen St. Pauli folgten nun zwei schlimme Auftritte mit dem vorläufigen Tiefpunkt am Samstag.

„Das ist mir zu einfach, da stelle ich mich schützend vor die Mannschaft.“ (VfL-Trainer Daniel Bauer versucht, eine Mentalitätsdebatte im Keim zu ersticken)

„Der Gegner“, sagt der neue Sportdirektor Pirmin Schwegler, der in Mainz für seine Verhältnisse deutlich wurde, „war in allen Belangen besser.“ Trotz der frühen Führung wurde der VfL vom Tabellenschlusslicht hergespielt, niedergekämpft, in seine Einzelteile zerlegt. Frappierend: Mainz lief ganze sechs Kilometer mehr als der VfL. Da verwundert es schon, dass Trainer Bauer eine Mentalitätsdebatte im Keim zu ersticken versucht. „Das ist mir zu einfach, da stelle ich mich schützend vor die Mannschaft“, sagt der 43-Jährige.

Boss Schwegler vermisst hingegen sehr wohl die berühmten Basics, die ein Fußballer mit der richtigen Einstellung immer auf den Platz bringen müsste. Der Schweizer verweist auf das Klubmotto „Arbeit, Fußball, Leidenschaft“ und schiebt hinterher: „Wir bringen nicht alles auf den Platz.“ Eine Frage der Mentalität?

Die schlechteste Wolfsburger Zwischenbilanz

Es sind viele Zahlen, die die dramatische Lage rund um den VfL zum Ausdruck bringen, weit mehr als die Tabelle, in der Mainz auf vier Zähler herangerückt ist. 19 Punkte nach 19 Spielen ist die schlechteste Bilanz der Wolfsburger Bundesligageschichte. 19 Zähler waren es zwar auch 2016/17, damals war die Tordifferenz aber etwas besser (-10 statt -13). Wer es nicht mehr im Kopf hat: Seinerzeit rettete sich der VfL erst in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig.

Besorgniserregend: Wolfsburg verlor schon vier Partien nach eigener Führung, hinzu kommen drei Remis nach einem Vorsprung – insgesamt verspielte der VfL schon 18 Zähler, aktuell mehr als jedes andere Team der Liga.

Wieder einmal geht es nur um den Klassenerhalt

Klar ist: Für die Grün-Weißen geht es auch in dieser Saison wieder nur um den Klassenerhalt. Das ist das Ergebnis einer desolaten Führung und Kaderplanung, Trainer Simonis und Ex-Sportdirektor Sebastian Schindzielorz mussten deshalb bereits gehen. Geschäftsführer Peter Christiansen arbeitet auf Bewährung.

Der Hoffnungsträger heißt Schwegler, der eine herausfordernde Aufgabe übernommen hat, schließlich geht’s in Wolfsburg schon lange bergab. „Ich wusste, worauf ich mich einlasse“, erklärt der 38-Jährige und schlägt mit Blick auf den Abstiegskampf Alarm. „Wir sollten aufwachen, der Realität ins Auge schauen. Es ist Gott sei Dank noch nicht zu spät.“

Wolfsburg wäre nicht Wolfsburg, würde nicht der Versuch unternommen werden, die Fehler der Vergangenheit mit Millionen-Transfers zu korrigieren. Mit Kento Shiogai kam bereits für neun Millionen Euro ein neuer Stürmer aus Nijmegen, händeringend wird nach einem Innenverteidiger gefahndet – der ablösefreie Brasilien-Neuzugang Cleiton spielt überhaupt keine Rolle und wirft ganz nebenher viele Fragen auf.

In welcher Preisklasse sich der VfL beim Bemühen um eine potenzielle Soforthilfe bewegt, zeigt die Personalie Charlie Cresswell. Für den englischen Innenverteidiger vom FC Toulouse bot Wolfsburg dem Vernehmen nach 23 Millionen Euro, erhielt jedoch eine Absage. Die Suche geht weiter.

Millionen für Neue, Schwegler will die Kultur verändern

Auch nach dem Weg raus aus der Dauermisere. „Wir müssen aufwachen, auch vom Mindset her“, sagt Schwegler, nachdem er sich den Klub nun einige Wochen lang angeschaut hat. „Ich habe Bock darauf, die Kultur zu verändern.“ Es deutet sich mit Blick auf den Sommer der nächste Umbruch an, im Kern muss es aber erst einmal das vorhandene Personal richten. „Wir werden mit den richtigen Leuten, die Bock darauf haben, die nächsten Wochen angehen“, kündigt Schwegler an. In Mainz hat sich kaum einer für dieses Unternehmen empfohlen.

 Der VfL Wolfsburg steht in der Bundesliga schon wieder gehörig unter Druck. Nach dem desolaten Auftritt in Mainz (1:3) wird der neue Sportdirektor Pirmin Schwegler erstmals deutlich. 

 

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