Nach der Posse um seine Zukunft beim 1. FC Heidenheim im Sommer verließ Kevin Müller den 1. FC Heidenheim Anfang der Woche und schloss sich leihweise dem FC Schalke 04 an. Wäre es nach FCH-Coach Frank Schmidt gegangen, hätte sich der Fall auch anders entwickeln können.
FCH-Trainer hätte sich anderen Ausgang gewünscht
Mit der Leihe zum FC Schalke 04 konnte der 1. FC Heidenheim am Dienstagnachmittag das Kapitel Kevin Müller vorerst schließen, Thema war die Personalie vor dem Heimspiel am Samstag gegen RB Leipzig (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) wenig überraschend trotzdem noch einmal. Der Abschied des 34 Jahre alten Torhüters hatte sich schließlich seit dem Sommer abgezeichnet und war mit einigen Nebengeräuschen vonstattengegangen, auf die Trainer Frank Schmidt liebend gerne verzichtet hätte.
„Am liebsten wäre es uns gewesen“, so Schmidt, „Kevin Müller wäre immer noch die Nummer 1 und es wäre gar nicht zur Konstellation gekommen, die im Sommer notwendig war mit der Verletzung von Frank Feller.“ Weil sich das Heidenheimer Eigengewächs schwer am Knie verletzt hatte und einer Operation unterziehen musste, sahen sich die Heidenheimer auf der Torhüterposition zum Handeln gezwungen. Gekommen war mit BVB-Leihgabe Diant Ramaj aber kein Ersatzmann für die bisherige Nummer 2 des FCH, sondern ein Konkurrent für Müller, der in seinen zehn Jahren zuvor in 330 Pflichtspielen für den Klub zwischen den Pfosten stand.
Die Entscheidung zugunsten Ramajs als neuer Stammkraft hatte Holger Sanwald, Vorstandsvorsitzender des FCH, damit begründet, dass Müller die Verantwortlichen während der Vorbereitung darüber in Kenntnis gesetzt habe, „dass er sich, bei einem möglichen Angebot, mit einem Wechsel in die US-amerikanische MLS beschäftigen möchte“. Müller widersprach dieser Darstellung anschließend, wollte „zu keinem Zeitpunkt“ einen Wechselwunsch geäußert haben und verwies auf seine erst im Januar 2025 erfolgte Vertragsverlängerung, mit der er sich zum Klub bekannt habe.
Es stand Aussage gegen Aussage – und Müller trotz einiger Kader-Nominierungen als Nummer 2 bis heute kein weiteres FCH-Spiel im Tor, worauf nach der Degradierung zur Nummer 3 nach Fellers Rückkehr im neuen Jahr nun der Wechsel nach Gelsenkirchen folgte.
Schmidt: „Wir haben das nicht aus Willkür entschieden“
„Es macht keinen Sinn, zu sehr in der Vergangenheit zu kramen“, sagte Schmidt nun und erklärte: „Wir haben das nicht aus Willkür entschieden. Es gibt Konstellationen, in denen wir Entscheidungen treffen müssen. Und nicht, weil wir irgendeinen persönlichen Vorbehalt gegen ‚Mü‘ hatten. Sondern es lagen Fakten auf dem Tisch.“ Die hätten den FCH dazu veranlasst, eine Entscheidung zu treffen, die „weder gegen Kevin“ gerichtet war „noch aufgrund irgendwelcher persönlicher Geschichten“ vonnöten war, „sondern im Sinne des Vereins für die Zukunft, Punkt“, wurde Schmidt deutlich.
Er habe keine Vorbehalte gegen Müller gehabt, das unterstreiche auch die Vertragsverlängerung im vergangenen Winter sowie die Entscheidung, Müller zum Vizekapitän zu machen. Doch dieser Rolle ist Müller offenbar nicht vollends nachgekommen: „Wenn der ‚Mü‘ seine Zukunft hier zu 100 Prozent als Vizekapitän gesehen hätte, wäre es im Sommer gar nicht zu der Entscheidung gekommen“, ist sich Schmidt sicher. „Es hätte nur einen Satz gebraucht. Ich habe meinen Vertrag verlängert. Ich stehe zu 100 Prozent zum 1. FC Heidenheim, ich will nicht wechseln, ich sehe meine Zukunft hier. Das hätte mir gereicht. Aber so war es eben nicht.“
Das Kapitel ist noch nicht geschlossen
Für seine neue Aufgabe wünsche er Müller „viel Erfolg und viel Glück“, so Schmidt, „aber er ist ja nur ausgeliehen, das dürfen wir nicht vergessen“. Ganz abgeschlossen ist das Kapitel Müller in Heidenheim also weiterhin nicht.
Nach der Posse um seine Zukunft beim 1. FC Heidenheim im Sommer verließ Kevin Müller den 1. FC Heidenheim Anfang der Woche und schloss sich leihweise dem FC Schalke 04 an. Wäre es nach FCH-Coach Frank Schmidt gegangen, hätte sich der Fall auch anders entwickeln können.
