Es hatte sich bereits angekündigt, nun ist es Gewissheit: Nach achteinhalb Jahren verlässt Kevin Kampl (35) den Bundesligisten RB Leipzig aus privaten Gründen. Der Vertrag des Routiniers wird zum Monatsende aufgelöst, das Karriereende lässt Kampl aber weiter offen.
Nach achteinhalb Jahren
Aus Leipzigs Trainingslager in Almancil (Portugal) berichtet Oliver Hartmann
Die Last-Minute-Einwechslung am 27. September beim 1:0-Sieg in Wolfsburg war Kevin Kampls 283. und letztes Pflichtspiel für RB Leipzig. Wie der Verein und der Mittelfeldspieler am Samstag gleichzeitig bekanntgaben, lösen beide Seiten zum Monatsende ihr Vertragsverhältnis vorzeitig auf. Nach mehreren Schicksalsschlägen im familiären Bereich will sich der Routinier weiterhin in erster Linie um sein engeres Umfeld kümmern.
„Die achteinhalb Jahre bei RB Leipzig werde ich für immer im Herzen tragen“, schrieb Kampl in einem emotionalen Statement. „Vom ersten Tag an wurde ich hier unglaublich herzlich empfangen. Gemeinsam haben wir Geschichte geschrieben, die ersten Titel für den Klub gewonnen, große Momente erlebt und auch schwierige Phasen immer als Einheit gemeistert.“
Bereits vor zweieinhalb Monaten war er in Leipzig wunschgemäß vom Trainingsbetrieb freigestellt worden. Damals hatte er über die sozialen Medien den überraschenden Tod seines Bruders bekannt gegeben. Vor Weihnachten wurde bekannt, dass er in seine Solinger Heimat umgezogen war.
Nur drei Kurzeinsätze aktuell, aber große Verdienste
Bereits seit Sommer war klar, dass Kampls ursprünglich noch bis Saisonende datierter Vertrag nicht verlängert werden würde. Im Zuge des umfangreichen Verjüngungsprozesses spielte der Slowene in den aktuellen Planungen von Trainer Ole Werner sportlich keine Rolle mehr, kam folgerichtig in der laufenden Saison auch nur noch zu drei Kurzeinsätzen über jeweils eine Minute.
Davon unberührt bleiben Kampls sportliche Verdienste für den Verein, zu dem er 2017 für 20 Millionen Euro von Bayer Leverkusen wechselte. Mit RB gewann er 2022 und 2023 zweimal den DFB-Pokal, holte außerdem 2023 den Supercup. Mit 283 Pflichtspiel-Einsätzen liegt er in Leipzigs Rekordspieler-Rangliste auf dem 6. Platz.
„Seine Entscheidung, in dieser Situation die Kräfte ausschließlich für seine Familie zu bündeln, verdient allergrößten Respekt.“ (Marcel Schäfer, Geschäftsführer Sport)
Das würdigte auch Leipzigs Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer in einer Pressemitteilung des Klubs: „Kevin hat diesen Klub in seiner Zeit hier maßgeblich geprägt.“ Kampl sei in seinen achteinhalb Jahren in Leipzig „zu einem der Gesichter von RB Leipzig gereift“, Schäfer lobte ihn zudem als „absoluten Führungsspieler auf und neben dem Feld“. Die Tür bei RB Leipzig stehe für Kampl immer offen, so Schäfer. „Seine Entscheidung, in dieser Situation die Kräfte ausschließlich für seine Familie zu bündeln, verdient allergrößten Respekt und unterstreicht einmal mehr seinen einwandfreien Charakter.“
Kampl schließt Karriereende nicht „final“ aus
Kampl betonte seine Dankbarkeit dem Klub, den Trainern, den Mitarbeitenden und den Fans gegenüber: „Ich habe immer versucht, alles für den Klub, für die Fans und für meine Jungs in der Kabine zu geben. Ich wünsche allen von Herzen nur das Beste.“ Nun werde er sich „- wie in den letzten Monaten auch – intensiv um meine Familie in der Heimat kümmern“.
Ob und wie es mit Kampl sportlich weitergeht, bleibt offen. Ein Wechsel im Winter kommt nicht infrage, in seinem offenen Brief an die Fans schreibt Kampl aber nichts über ein feststehendes Karriereende. „Dass ich irgendwann irgendwo noch einmal auf den Platz zurückkehre, möchte ich nicht final ausschließen, auch wenn es sich derzeit absolut unrealistisch anfühlt und ich zukünftig vielmehr Zeit mit den Menschen verbringen möchte, die mir am nächsten stehen“, so Kampl.
Fest steht dafür schon jetzt: Am 17. Januar soll Kampl vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern offiziell vom Verein verabschiedet werden.
Es hatte sich bereits angekündigt, nun ist es Gewissheit: Nach achteinhalb Jahren verlässt Kevin Kampl (35) den Bundesligisten RB Leipzig aus privaten Gründen. Der Vertrag des Routiniers wird zum Monatsende aufgelöst, das Karriereende lässt Kampl aber weiter offen.
